Verbraucher unterschätzen tödliche Gefahr durch Kohlenmonoxid

Jährlich sterben in Deutschland bis zu 1.000 Menschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, denn viele Verbraucher wissen oft weder um die Gefahren noch die Ursachen des tödlichen Giftes. Beim Feuertrutz-Symposium standen daher insbesondere die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Warnsysteme im Mittelpunkt.

Ende November trafen sich Experten aus den Bereichen Feuerwehr, Risikoforschung, Rechtsmedizin und dem Schornsteinfegerhandwerk bei der Frankfurter Feuerwehr. Gemeinsam wurde erörtert, wie man Kohlenmonoxid-Vergiftungen zukünftig verringern könnte. Dabei wurde schnell klar, dass vor allem Unwissenheit und unsachgemäßer Gebrauch dazu führen, dass das gefährliche Gas weiterhin Grund für eine so hohe Anzahl an Verletzungen und oftmals sogar tödlich verlaufenden Vergiftungen ist.

Wo lauern die Gefahren?

Kohlenmonoxid ist farb-, geschmacks- und geruchslos. Das gefährliche Gas ist leichter als Luft und dringt ohne Probleme durch Wände und Decken. Heizungsanalagen, Holzöfen und Gasthermen können Gründe für den Austritt von Kohlenmonoxid sein. Durch die unsachgemäße Lagerung von Holzpellets und die Nutzung von Grills oder Heizpilzen in Innenräumen wird die Atemluft mit Kohlenmonoxid angereichert.

Ein unvollständiger Verbrennungsvorgang mit unzureichender Sauerstoffzufuhr ist die Ursache für die Entstehung von Kohlenmonoxid. Zu- und Abluftsysteme von Heizungen sorgen dafür, dass das gefährliche Gas aus den Räumen transportiert wird. Sind diese defekt, sammelt sich das Gift unbemerkt im Zimmer. Gelangt das Gas nun über die Atemluft in den Blutkreislauf, wird es gefährlich. Es heftet sich an die roten Blutkörperchen und verhindert damit die Aufnahme von lebensnotwendigem Sauerstoff.

Was tun bei Anzeichen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung?

Zuerst gilt es die typischen Anzeichen zu erkennen und zuzuordnen. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühle gehören zu den wichtigsten Symptomen. Bei diesen Vergiftungserscheinungen sollte umgehend das Zimmer verlassen und Fenster und Türen sollten weit geöffnet werden. Außerdem rechtfertigen sie einen Notruf bei Rettungsdienst und Feuerwehr.

CO-Warnmelder retten Leben

Kohlenmonoxid ist eine heimtückische Gefahr, die sich nur schwer erkennen lässt. Mithilfe von Warnsystemen kann allerdings leicht Abhilfe geschaffen werden. Die CO-Warnmelder sind mit einem Sensor ausgestattet, welcher die Konzentration von Kohlenmonoxid in der Raumluft misst. Sobald eine festgesetzte Grenze überstiegen wird, warnt der Melder über ein akustisches Alarmsignal.

Die USA, Kanada und Großbritannien machen es vor. Hier sind Warnmelder inzwischen Pflicht. Auch hierzulande wäre dies wünschenswert. Hochwertige Warnmelder sind nach der Euronorm EN 50291 Teil 1 und 2 zertifiziert sowie mit einer fest eingebauten 10-Jahres-Batterie ausgestattet. Einige Modelle können darüber hinaus mit weiteren Warnmeldern drahtlos vernetzt werden.

Arbeitskreis Kohlenmonoxid“ will Aufklärung fördern

Während des Feuertrutz-Symposiums "Gefahren durch Kohlenmonoxid im häuslichen Umfeld" planten die Teilnehmer den „Arbeitskreis Kohlenmonoxid“ im Jahr 2018 zu gründen. Das große Ziel ist es, über die Gefahren von Kohlenmonoxid aufzuklären und die Öffentlichkeit noch mehr für das wichtige Thema zu sensibilisieren, um zukünftig die Zahl der Opfer von Kohlenmonoxid-Vergiftungen zu verringern.

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