Feuerwehr-Olympiade: Das sind die Disziplinen

Von Dänemark bis Kroatien, von Polen bis Portugal: Bei den Olympischen Spielen der Feuerwehren treten Feuerwehrangehörige aus insgesamt 26 Nationen in drei Sparten gegeneinander an.

Bei den 16. Internationalen Feuerwehrwettbewerben des Weltfeuerwehrverbandes CTIF im österreichischen Villach (9.7.-16.7.) treten insgesamt knapp 2.500 Teilnehmer aus 26 Nationen an. Auch 21 deutsche Teams nehmen teil. Die Konkurrenz in den einzelnen Disziplinen ist groß: Bei den Jugendfeuerwehren starten 56 Mannschaften aus 24 Ländern. Im Feuerwehrsport kämpfen 28 Teams aus neun Nationen um die Medaillen. Den größten Teilnehmerkreis haben die Traditionellen Internationalen Wettbewerbe: Der Wettstreit um Gold entscheidet sich hier in 150 Gruppen aus 17 Staaten. Aus Deutschland nehmen 19 Teams von erwachsenen Feuerwehrangehörigen und zwei Jugendfeuerwehrgruppen teil.

Traditioneller Wettbewerb

Der Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerb besteht aus zwei Teilen: Beim 400-Meter-Staffellauf müssen die acht Mitglieder jeweils 50 Meter zurücklegen und Hindernisse wie einen Schwebebalken und eine Wand bewältigen und eine lange Röhre durchqueren. Zudem muss das Staffelholz – in diesem Fall ein Strahlrohr – korrekt übergeben werden. Fehler wie beispielsweise in sich verdrehte Schläuche oder falsche Handgriffe wirken sich negativ auf die Endzeit aus. Beim Löschangriff werden in Windeseile Saug- und Druckschläuche verlegt – bei den schnellsten Teams dauert dies gut 35 Sekunden.

Im Traditionellen Internationalen Wettbewerb starten 13 deutsche Teams aus Nidderau-Eichen 1 (HE), Herrenberg-Kuppingen (BW), Renningen (BW), Lich-Nieder Bessingen (HE), Suhl (TH), Olpe (NW), Densberg (HE) (alle Männer A), Langenbach 1 (RP), Felde (NI), Huttengrund (HE) (alle Männer B mit Alterspunkten), Lich-Nieder Bessingen (HE), Nidderau-Eichen (HE) (beide Frauen A) sowie Hasselroth (HE) (Frauen A mit Alterspunkten). Teams, deren Mitglieder alle über 30 Jahre alt sind, starten hier in der Wertungsgruppe B.

Sportwettbewerbe

Bei den Sportwettbewerben wird zwischen Mannschafts- und Einzeldisziplinen unterschieden. Einzeldisziplinen sind die 100 Meter Hindernisbahn und das spektakuläre Hakenleitersteigen bis ins dritte Obergeschoss. Innerhalb knapp 15 Sekunden legen die Feuerwehrleute rund 35 Meter Laufstrecke zurück und er-klimmen den 10,85 Meter hohen Turm. Nach jedem Stockwerk muss die Haken-leiter hochgezogen und im nächsten Stockwerk eingehängt werden.

Zu den Mannschaftsdisziplinen der Sportwettbewerbe gehören die 4x100 Meter-Hindernisstaffel sowie der Löschangriff nass. Der Aufbau des Löschangriffs ist angelehnt an einen realen Feuerwehreinsatz: Über eine Saugleitung muss Wasser zur Pumpe gelangen und von dort über drei B-Leitungen und zwei Angriffsleitungen mit einem C-Strahlrohr auf eine Zielscheibe gespritzt werden – und das alles binnen rund 25 Sekunden. Der Angriffstrupp muss hierbei sprichwörtlich mit dem Wasser „um die Wette“ rennen, weil der Maschinist bereits Wasser auf die Leitungen gibt, obwohl die Leitungen noch nicht vollständig verlegt sind.

Beim Feuerwehrsport wird Deutschland vertreten durch die Männerteams Team Lausitz 1, Team Märkisch-Oderland und Team Mecklenburg-Vorpommern 2; bei den Frauen starten Team Mecklenburg-Vorpommern 2, Team Brandenburg 1 und Team Brandenburg 2. Seitens der Jugendfeuerwehr treten die Gruppen aus Oberneukirchen und Heldenstein (beide Bayern) in Villach an.

Jugendfeuerwehr

Bei der Jugendfeuerwehr wird es zwar nicht nass, aber Schläuche ausrollen und kuppeln steht auch hier auf dem Programm: Die Jugendlichen müssen einen mit Hindernissen versehenen Löschangriff aufbauen. Anschließend zeigen sie mit diversen Knoten noch weitere Feuerwehrkenntnisse. Hier ist Deutschland mit zwei Gruppen à zehn Jugendlichen vertreten.

Bei allen Wettbewerben zählt die schnellste Zeit; zudem überwachen zahlreiche Wertungsrichter mit Argusaugen die korrekte Durchführung der Aufgaben. Für Abweichungen von den vorgeschriebenen Abläufen werden Fehlerpunkte in Form von Zeitabzügen verteilt. Deutschland stellt mit 36 Wertungsrichtern eines der größten Kontingente.

Aktuelle Informationen gibt es online unter www.villachonfire.at.

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