UN-Flüchtlingspreis für griechische Seenotretter

Hohe Auszeichnung für die griechischen Seenotretter: Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen hat den Hellenic Rescue Teams (HRT) den Nansen Refugee Award verliehen.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen hat die Seenotretter des Hellenic Rescue Teams (HRT) den Nansen Refugee Award verliehen. Die Freiwilligenorganisation wird gemeinsam mit einer Menschenrechtsaktivistin auf der Insel Lesbos geehrt. Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gratulieren ihren griechischen Kollegen. Die DGzRS hatte das HRT im Frühjahr 2016 auf Lesbos unterstützt und ausgebildet.

Mit seinen „unermüdlichen freiwilligen, gemeinschaftlichen Anstrengungen, Menschen zu retten, die Europa als Ausweg aus größter Not sehen, ist HRT beispielhaft in der Welt“, begründet das UNHCR die mit 150.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung, die sich die Preisträger teilen. Der Einsatz der griechischen Seenotretter und ihrer internationalen Partner zeuge von bemerkenswerter Solidarität und Menschlichkeit. „Unsere Freiwilligen stehen Seite an Seite mit denen, die zu uns gekommen sind, um uns zu unterstützen“, sagt HRT-Generalsekretär Konstantinos Mitragas.

Deutsche Seenotretter halfen aus

Die deutschen Seenotretter hatten von Anfang März bis Anfang Juni 2016 ihre griechischen Kollegen auf konkrete Anfrage unterstützt. Der Seenotrettungskreuzer MINDEN befreite 1.138 Menschen aus Gefahr, darunter 202 Kinder. Zur Besatzung zählten auf Bitten der DGzRS neben deutschen und griechischen Seenotrettern auch Rettungsschwimmer DLRG.

Schwerpunkt war die Ausbildung des HRT. „Sie war sehr wichtig für unsere künftigen Einsätze“, betont HRT-Freiwilliger Christopher Tsagkaridis. „Unsere Besatzungen haben standardisierte Einsatzverfahren gelernt und verinnerlicht, die uns unserem Ziel einen großen Schritt näher bringen: auch weiterhin erfolgreich Menschenleben auf See zu retten. Das verdanken wir dem großen Teamgeist zwischen DGzRS und HRT“, unterstreicht HRT-Präsident Giorgos Kalogeropoulos.

Der Einsatz war Teil des Programms „Members assisting Members“ der International Maritime Rescue Federation (IMRF). Mehrere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften hatten dem HRT Hilfe zur Selbsthilfe geleistet und Freiwillige geschult, die nun auf Lesbos, Chios, Samos und Kos die griechische Küstenwache unterstützen. „Unsere griechischen Kollegen sind nachhaltig gestärkt. Sie nehmen mit neuen Booten und gut ausgebildet ihre Aufgabe wieder aus eigener Kraft wahr“, sagt Kapitän Udo Helge Fox, Leiter des Rettungsdienstes der DGzRS und zugleich IMRF-Vorsitzender.

Die Verleihung des „Nansen Refugee Awards“ ist für den 3. Oktober in Genf vorgesehen.

Mehr zum Einsatz der deutschen Seenotretter auf Lesbos: www.seenotretter-imrf.de.

DGzRS

 

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