Hamburg: Feuerwehr sichert leckgeschlagenes Binnenschiff

Das das 49 m lange und 7 m breite in Ufernähe liegende Binnenschiff war bereits auf einer Länge von rund 30 m etwa 0,5 m voll Wasser gelaufen und in Schräglage geraten.

Am Mittwochnachmittag (30.1.2019) meldete die Besatzung eines Binnenschiffes im Hafen Oortkaten der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112 "Wassereinbruch". Man habe bereits mit Abpump-Maßnahmen begonnen und befürchte nun ein Sinken des für Baggerarbeiten in der Elbe eingesetzten Schiffes.

Als die ersten Einsatzkräfte wenig später vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass das 49 Meter lange und 7 Meter breite, in Ufernähe liegende, Binnenschiff bereits auf einer Länge von circa 30 Metern etwa 0,5 Meter voll Wasser gelaufen und in Schräglage geraten war.

Verletzung

Eines der beiden Besatzungsmitglieder stürzte bei der Lageeinweisung der Einsatzkräfte an Bord des Schiffes auf rutschigem Untergrund und verletzte sich hierbei am Bein. Der Patient wurde sofort durch Notfallsanitäter rettungsdienstlich versorgt und nach Behandlung durch einen nachgeforderten Notarzt in einer speziellen Vakuummatratze, auf einer Schleifkorbtrage, von Bord gerettet. Anschließend wurde er mit einem Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg in eine nahegelegene Klink befördert.

Abdichtung mit Lecksegel

Parallel hierzu brachten mehrere Trupps Tauchpumpen für Lenzarbeiten an Bord in Stellung. Die geplante Montage eines sogenannten Lecksegels an der Außenwand des Schiffes durch Taucher der Feuerwehr musste zunächst verschoben werden, da das Schiff zu diesem Zeitpunkt im betroffenen Bereich auf Grund lag. Nachdem die Umweltbehörde gegen 20.35 Uhr die Einsatzleitung übernommen und das Abpumpen von 2000 Liter Betriebsstoffen von Bord des Schiffes durch eine Fachfirma veranlasst hatte, gelang es Tauchern im weiteren Verlauf, etwa gegen 22.30 Uhr, eine Leckage zu lokalisieren und diese mit einem Lecksegel erfolgreich abzudichten. Eine weitere Leckage im Bereich des Mittelschiffes konnte nicht abgedichtet werden, sodass die Tauchpumpen bis zur Verholung des Schiffes in eine nahegelegene Werft am heutigen Mittag permanent durch die Besatzung eines Löschfahrzeug der Feuerwehr Hamburg betrieben werden müssen.

Für den Donnerstagmittag (31.1.) war in Abstimmung mit dem Schiffseigner, einem Vertreter der Hamburg Port Authority, einem Verantwortlichen der Werft und dem Einsatzleiter der Umweltbehörde das Verholen des Schiffes in die benachbarte Werft geplant. Hierbei sind die verblieben Einsatzkräfte der Feuerwehr Hamburg lediglich unterstützend im Auftrag der Umweltbehörde tätig.

Bis zu 75 Kräfte im Einsatz

Von Mittwochabend bis Donnerstagmittag (30.1.-31.1.) waren in Spitzenzeiten bis zu 75 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr vor Ort im Einsatz. Hierzu gehörten u. a. eine Löschgruppe, die Führungsdienste A + B, ein Bereichsführer FF, ein Umweltdienst, ein Löschboot, zwei Kleinboote, drei weitere Löschfahrzeuge, die Spezialeinsatzgruppe Tauchen, eine FF zur Versorgung der Einsatzkräfte, eine FF Fernmelde u. Kommunikation, ein Rüst- und Gerätewagen 1, eine FF mit Rüst- und Gerätewagen 3, Lichtmastanhänger und Gerätekraftwagen, diverse Wechselladefahrzeuge mit Abrollbehältern für Logistik sowie Spezialmaterial für Umwelt- und Gefahrenschutz, ein Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der diensthabende Pressesprecher und der Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg Herr Dr. Christian Schwarz.

FW Hamburg

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