Nordbayern: Drei schwere Lastzugunfälle in Folge

Am Dienstag (12.03.2019) ereigneten sich nacheinander drei schwere Verkehrsunfälle mit Lastzügen auf Nordbayerns Autobahnen. Stundenlange Staus, hoher Sachschaden, ein Toter und vier Verletzte sind die vorläufige Bilanz der Unfallserie.

Zunächst ereignete sich auf der A 3 zwischen den Anschlussstellen Würzburg-Kist und Heidingsfeld in Unterfranken ein Auffahrunfall zwischen einem mit Personenwagen beladenen Autotransporter und einem Tankzug. Dabei wurde der Fahrer des Autotransporters in seinem Führerhaus eingeklemmt. Durch den Aufprall wurde das Fahrerhaus so stark deformiert, dass es etwa zwei Meter zurückgeschoben und auf rund 80 cm zusammengedrückt wurde. Die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Kist, Eisingen und der BF Würzburg konnten die hydraulischen Rettungsgeräte wegen der starken Verformung nur bedingt einsetzen. Nur mit Hilfe der Seilwinde des Rüstwagens konnte der Fahrer letztendlich befreit werden. Der Fahrer wurde bei dem Zusammenstoß mittelschwer verletzt und mit dem RTH ins Klinikum Würzburg geflogen. Die Bergungs- und Aufräumungsarbeiten dauerten längere Zeit an.

Unfall mit fünf Lkw

Um 10:00 Uhr ereignete sich auf der A 6 zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd und der AS Roth in Mittelfranken ein Unfall, an dem fünf Lastzüge beteiligt waren. Ein mit Quarzsand beladener LKW fuhr nahezu ungebremst auf einen verkehrsbedingten Rückstau auf. Bei dem Zusammenstoß schob der LKW vier weitere LKW ineinander. Der Fahrer des auffahrenden LKW wurde in seinem Führerhaus ebenfalls massiv eingeklemmt. Einsatzkräfte der BF und FF Nürnberg konnten den Fahrer  u.a. mittels Einsatz des Feuerwehrkrans nach rund einer Stunde aus seinem Führerhaus befreien und schwerverletzt dem Rettungsdienst übergeben. Der Fahrer eines der vorausfahrenden LKW wurde bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt.

Auf Tanklastzug aufgefahren

Gegen 11:30 ereignete sich dann der dritte schwere Verkehrsunfall zwischen zwei Lastzügen. Auf der A 9 zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd und Gefress in Oberfranken fuhr der Fahrer eines mit Holzpaletten beladenen Lastzuges auf einen vorausfahrenden Tankzug auf. Bei dem Aufprall wurde der Fahrer tödlich verletzt und in seinem Fahrerhaus ebenfalls erheblich eingeklemmt. Der Fahrer des mit Biodiesel beladenen Tankzuges wurde leichtverletzt. Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW waren in den Folgestunden damit beschäftigt, das Trümmerfeld von der Autobahn zu räumen. In allen drei Fällen mussten die Autobahnen für die Rettungs- und Bergungsarbeiten für den Verkehr gesperrt werden.

Th. Birkner

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