DRF Luftrettung rund 100 Mal täglich im Einsatz

Insgesamt 36.283 wurde im vergangenen Jahr die Luftrettung der DRF alarmiert, um bundesweit Schwerverletzte oder kranke Menschen in schnelle notärztliche Hilfe oder zu Spezialbehandlungen zu fliegen.

Rund ein Fünftel der 24-Stunden-Einsätze musste im Dunkeln absolviert werden. Die Organisation besitzt seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle in der 24-Stunden-Luftrettung und verfügt über hochmoderne, nachtflugtaugliche Hubschrauber.

„Notfälle halten sich nicht an Uhrzeiten. Wenn ein Mensch nach einem Herzinfarkt oder einem schweren Verkehrsunfall in Lebensgefahr schwebt, dann zählt jede Minute, egal, ob es hell oder dunkel ist“, so Dr. Peter Huber, Vorstand der DRF Luftrettung. „Schwer verletzte oder kranke Patienten müssen auch in der Nacht sehr schnell notärztlich versorgt und in die für sie optimal geeignete Klinik transportiert werden. Dabei leistet die Luftrettung einen zentralen Beitrag, der in der Zukunft noch wichtiger werden wird. Die DRF Luftrettung ist für diese Herausforderungen bestens gerüstet. Unsere Piloten verfügen über große Erfahrung im Instrumentenflug und im Einsatz von Nachtsichtgeräten“, erklärt Huber das Konzept weiter.

Zeit rettet Leben

Patienten, die innerhalb der sogenannten „Golden Hour“ in Spezialkliniken versorgt werden, haben häufig bessere Überlebenschancen und können sich eher wieder vollständig erholen. Ein Umdenken in der Notfallrettung ist nötig, denn bisher lautete das primäre Ziel, den Patienten möglichst schnell am Unfallort medizinisch zu versorgen. Die Gesamtversorgung rückt zunehmend in den Fokus der Rettung.

DRF Luftrettung Alarmierungründe
DRF Luftrettung Alarmierungründe (Bild: DRF)
Von der Alarmierung, der Erstversorgung vor Ort über die Diagnostik bis zur Behandlung in einer Spezialklinik darf möglichst wenig Zeit vergehen. Der Hubschrauber zeigt dabei den enormen zeitlichen Vorteil der Luftrettung. Jeder dritte Notfallpatient musste im vergangenen Jahr von der DRF Luftrettung nach der Versorgung vor Ort mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden.

Unfallversorgung in der Nacht

Die Besatzungen der Hubschrauberstationen in Deutschland haben meist Dienstschluss mit Einbruch der Dunkelheit. Hier muss sich in Zukunft einiges ändern, wie Dr. Huber deutlich macht: „Warum auf die vielen Vorteile der Luftrettung verzichten, 2/3 nur weil es dunkel ist? Wir müssen, um künftig eine optimale notfallmedizinische Versorgung der Menschen sicherstellen zu können, auch in der Nacht verstärkt auf den Einsatz von Hubschraubern setzen.“

Luftrettung in Österreich

Von insgesamt 29 Luftrettungsstationen in Deutschland starten die Hubschrauber für die schnelle Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen den Kliniken. Sie erreichen Einsatzorte jeweils im Umkreis von 60 Kilometern der Rettungsstation.

Die österreichische Flugrettung ARA gehört ebenfalls zur DRF Luftrettung. Sie betreibt zwei Standorte mit professioneller Notfallmedizin und Notarzthubschraubern. Die Kollegen aus Österreich leisteten in Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol) mit der Flugrettung insgesamt 1.967 Einsätze im Jahr 2017.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 187 Einsätze in 53 Ländern durchgeführt, bei denen die Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen, erfahrenen Piloten, Notärzten und Notfallsanitätern Patienten aus dem Ausland nach Deutschland zurückholte, wenn dies medizinisch notwendig und ärztlich angeordnet wurde. Die Einsatzzentrale der DRF Luftrettung am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden koordiniert die weltweiten Ambulanzflüge, die täglich rund um die Uhr einsatzbereit ist.

Finanzierung der Luftrettung:

  • Abrechnung der Luftrettungseinsätzen erfolgt über Krankenkassen anhand der geleisteten Flugminuten.
  • Krankenkassen erstatten Kosten, die dem gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsumfang entsprechen.
  • Kontinuierliche Investitionen in Fortbildungen für Mitarbeiter sowie in die Modernisierung der Medizintechnik und Hubschrauber, die über den vorgeschriebenen Mindeststandard hinausgehen, trägt die DRF Luftrettung teilweise selbst, teilweise tritt sie in finanzielle Vorleistung.
  • Zur Sicherstellung ihrer hohen Qualität ist die gemeinnützig tätige Luftrettungsorganisation auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen. Infotelefon montags bis freitags von 8:00 bis 19:00 Uhr: 0711-70072211. Weitere Informationen erhalten Interessierte online unter drf-luftrettung.de

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