Feuerlöscher nutzen

Der vorbeugende Brandschutz hat drei wesentliche Ziele: den Schutz von Menschen, Sachwerten und der Umwelt. Feuerlöscher helfen dabei. Sie löschen Entstehungsbrände und können größeren Schaden verhindern.

Brände entstehen in der Regel nicht von selbst. Je früher ein Brand erkannt wird, desto wirkungsvoller kann er bekämpft werden und desto geringer ist meist auch der Schaden. Zu den häufigsten Brandursachen zählen vor allem Brandstiftung, offenes Feuer, Elektrizität (z.  B. durch beschädigte Isolierungen oder Überlastungen) sowie menschliches Fehlverhalten.

Abgestimmtes Gesamtkonzept

Da jedes Gebäude in seiner Nutzung, Architektur und Bauweise einzigartig ist, muss auch der Brandschutz auf individuelle Gefahren ausgerichtet werden. Während in einem Museum wertvolle Kunstgegenstände gesichert werden müssen, liegt bei einem Krankenhaus das Hauptaugenmerk auf der eingeschränkten Mobilität der Patienten. In Objekten mit ständiger Präsenz von Personen minimieren Feuerlöscher bereits einen Großteil der Brandgefahren, bei Gebäuden mit hohen Brandlasten tragen vor allem Sprinkleranlagen zu einem effektiven Brandschutz bei und bei einer IT-Anlage kommen in erster Linie Gaslöschanlagen zum Einsatz. Ein wirkungsvoller Brandschutz kann nur durch ein auf die individuellen Erfordernisse abgestimmtes Gesamtkonzept erreicht werden.

Brandschutz ist grundsätzlich unterteilt in den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. Zum vorbeugenden Brandschutz zählen der bauliche, der anlagentechnische sowie der organisatorische Brandschutz. Der abwehrende Brandschutz beinhaltet alle passiven und aktiven Maßnahmen, die durch Feuerwehren und andere hilfeleistenden Stellen vor und während des Brandereignisses unternommen werden, um die direkten und indirekten Schäden zu reduzieren. Feuerlöscher sind gewissermaßen das Bindeglied zwischen vorbeugendem und abwehrendem Brandschutz. Sie dienen dem Ablöschen von Klein- und Entstehungsbränden – rechtzeitig entdeckt, verhindert ein Feuerlöscher größere Schäden, rettet Leben und Sachwerte.

Auch große Brände fangen klein an

85  % aller Entstehungsbrände können laut bvfa-Erhebung von 2009 vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, oft mit einem Feuerlöscher. Er ist für den sofortigen Einsatz konzipiert und enthält ein Löschmittel, das bei der Inbetriebnahme ausgestoßen wird. Aber Feuerlöscher ist nicht gleich Feuerlöscher. Wo Sicherheit und im schlimmsten Fall auch Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist Sorgfalt geboten. Und diese beginnt bei der Wahl des richtigen Feuerlöschers.

Bauarten von Feuerlöschern

Beim Aufladelöscher gibt es innen liegende und außen angebrachte Treibmittelpatronen. (Foto: bvfa)
Feuerlöscher werden in drei unterschiedliche Bauarten eingeteilt, welche sich über die Art und Weise definieren, wie der Betriebsdruck erzeugt und gespeichert wird. Unterschieden werden Aufladelöscher, Dauerdrucklöscher und Gaslöscher. Ein Aufladelöscher ist die hochwertigste und zuverlässigste Feuerlöscherart. Hier sind Löschmittel und Treibgas voneinander getrennt und befinden sich jeweils in einem eigenen Behälter. Der Behälter des Treibgases ist besonders dickwandig – ein Austreten des Treibgases kann somit so gut wie ausgeschlossen werden, zumal eine zusätzliche Überdrucksicherung für weitere Sicherheit sorgt.

Der Dauerdrucklöscher ist die günstigste Version des Feuerlöschers. Hier befinden sich Löschmittel und Treibgas zusammen in einem Löschmittelbehälter. Der Feuerlöscher steht somit permanent unter Druck. Dies sorgt für ein erhöhtes Risiko, dass bereits durch geringe Undichtigkeiten Treibgas unbemerkt entweicht und der Feuerlöscher damit funktionsunfähig wird.

Die dritte Variante stellt der sogenannte Gaslöscher dar. Bei diesem Löscher dient das Treibmittel gleichzeitig als Löschmittel. Kohlenstoffdioxid-Feuerlöscher (CO2) bieten das einzige einsetzbare Löschmittel, das völlig rückstandslos löscht und für elektrische Anlagen, EDV- und Serverräume sowie andere empfindliche Maschinen und Einrichtungen zu empfehlen ist. Aus physikalisch-technischen Gründen ist das Löschmittel nur für Brände der Brandklasse B geeignet und zugelassen.

Das richtige Löschmittel

Feuerlöscher sind mit vier Löschmitteln erhältlich: Pulver, Schaum, Wasser oder für den Fettbrand.

Unter den Löschmitteln ist Pulver der absolute Alleskönner. Pulverlöscher bilden eine Pulverwolke, die beim Löschen vor der Hitze des Brandes schützt. Dabei verhindern die winzig kleinen Pulverkörnchen des Löschmittels die für den Brandvorgang notwendige chemische Reaktion. Die Folge ist, dass der Verbrennungsvorgang schlagartig zusammenbricht.

Beim Schaumlöscher löschen die Schaum-Wasser-Gemische durch ihre starke Wirkung besonders effektiv und nahezu rückstandslos. Typische Einsatzgebiete sind Büroräume und Praxen, Verwaltungs- und Fertigungsbereiche sowie Verkaufsflächen und Flughäfen.

Beim Wasserlöscher übt das Wasser als Löschmittel eine abkühlende Wirkung auf den Brandherd aus. Die Hitze als thermische Grund­voraussetzung wird so vermindert bzw. verhindert.

Beim Fettbrandlöscher wirkt das spezielle Löschmittel direkt auf den Verbrennungsvorgang ein, kühlt den Brandherd unter die Selbstzündungstemperatur ab und verhindert auf diese Weise ein erneutes Aufflammen des Brandes.

Die fünf Brandklassen

Die Brandklassen dienen zur Klassifizierung aller brennbaren Stoffe und haben einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl des richtigen Löschmittels bei der Brandbekämpfung. Jeder Feuerlöscher verfügt über ein Piktogramm, auf dem die jeweilige Brandklasse angegeben ist. Dieses Piktogramm zeigt an, ob der Feuerlöscher zum Löschen des jeweiligen Brandherds geeignet ist. Brennbare Stoffe werden nach der Europäischen Norm EN  2 in fünf verschiedene Brandklassen eingeteilt, die als Brandklasse A, B, C, D und F gekennzeichnet sind.

bvfa

 

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