Konferenz: Anpassung des Bevölkerungsschutzes an den Klimawandel

Der Arbeitskreis V der Innenministerkonferenz, zuständig für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung, veranstaltete gemeinsam mit dem Deutschen Klima-Konsortium (DKK) am 20. Juni 2017 eine Konferenz zum Thema Anpassung des Bevölkerungsschutzes an den Klimawandel.

Die Oderflut von 1997, die als Jahrhundertflut bezeichnet wird und vor allem in Polen und Tschechien mehr als 100 Todesopfer forderte sowie Schäden in Milliardenhöhe verursachte, war Anlass für die Veranstaltung. Der DKK-Vorstandsvorsitzende Prof. Mojib Latif fasste den Stand der Wissenschaft zum Klimawandel zusammen. Er teilte den rund 70 anwesenden Expertinnen und Experten unmissverständlich mit: „Die Wetterextreme haben zugenommen und werden es auch weiter tun.“

Bevölkerungsschutz hat aus Defiziten der Oderflut gelernt

Der Präsident des THW, Albrecht Broemme, war während der Flut als Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr in die Bekämpfung des Oderhochwassers involviert. In seiner Bilanz zeigte er, dass der Bevölkerungsschutz aus seinen damaligen Defiziten gelernt hat. Auch Dr. Wolfram Geier, Abteilungsleiter im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), bestätigte dies. Das BBK ist eine obere Bundesbehörde, die erst sieben Jahre später im Zuge neuer Aufgaben gegründet worden war.

Ganze zehn Jahre nach der Oderflut gründete sich die Strategische Behördenallianz im Jahr 2007. Ein Jahr darauf verabschiedete die Bundesregierung die Anpassungsstrategie. Erst drei Jahre später, im Jahr 2011, folgte der Aktionsplan Anpassung, verdeutlichte Dr. Achim Daschkeit vom Umweltbundesamt.

Klimaforscher Latif machte dem Publikum klar, dass man heute erst am Anfang einer Entwicklung stehe, die auch bei theoretisch sofortiger Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes auf null nicht mehr aufzuhalten sei.

Nachholbedarf auf Länderebene

Einer Zukunft mit mehr und heftigeren Extremwettern ließe sich nur mit neuen Kooperationen begegnen. Insbesondere für die Arbeitskreise der Länder und Kommunen, die für Klimaanpassung zuständig sind, wie etwa die Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Mobilität, Nachhaltigkeit (BLAG KliNa) der Umweltministerkonferenz, würde das gelten. Im darauf folgenden World Café trafen Bevölkerungsschützer und Klimaanpassungs-Akteure teilweise zum ersten Mal aufeinander und lernten voneinander.

Im abschließenden Resümee der beiden Veranstalter Dr. Herbert Trimbach (Vorsitzender des AK V) und Marie-Luise Beck (DKK-Geschäftsführerin) wurde deutlich, dass es besonders in einer regelhaften Zusammenarbeit dieser beiden Seiten auf Länderebene Nachholbedarf gibt. Gleiches gilt auch bei der Kooperation mit Multiplikatoren wie dem Städtetag und einer breiten Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Die Frage, welche Bildungsarbeit –  von den Feuerwehrschulen bis zum Stadtteilfest – hierbei notwendig sei, wurde nicht beantwortet und sollte Anlass für weitere Gespräche sein.

                                                                                                                                                              DKK

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