Wie Katastrophen vermieden werden können

Mit dem „Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung“ erinnern die Vereinten Nationen jedes Jahr am 13. Oktober daran, wie die Folgen von Erdbeben, Tsunamis, schweren Stürme oder anderen Krisen verringert werden können. Das Zauberwort hierbei ist Vorsorge – staatlich und private.

Erdbeben und ein darauf folgender Tsunami haben vor gut zwei Wochen Teile von Indonesien verwüstet. Über 1200 Menschen verloren ihr Leben, viele sind noch vermisst oder verletzt und Hunderttausende haben ihre Bleibe verloren, sind ohne Wasser und Lebensmittel – eine Katastrophe.

Mit dem „Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung“ erinnern die Vereinten Nationen jedes Jahr am 13. Oktober daran, wie die Folgen von Erdbeben, Tsunamis, schweren Stürme oder anderen Krisen verringert werden können. Das Zauberwort hierbei ist Vorsorge – staatlich und private.

Die staatliche Vorsorge hat im deutschen Bevölkerungsschutzsystem viele Säulen. Ein Beispiel ist das seit 2017 auch in Deutschland umzusetzende Sendai Rahmenwerk für Katastrophenvorsorge der Vereinten Nationen. Die dafür eingerichtete Nationale Kontaktstelle im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert bundesweit dessen Umsetzung. Ziel des Rahmenwerks ist es, bestehende Risiken zu reduzieren, neue Katastrophenrisiken zu verhindern und die Resilienz der Bevölkerung gegenüber natürlichen oder vom Menschen verursachten Gefahren zu stärken.

Nicht jedes gefährliche Ereignis wird zur Katastrophe

Ob ein Tsunami im Pazifik oder ein großflächiger Stromausfall in einem hochtechnisierten Land wie Deutschland tatsächlich zu einer Katastrophe werden, hängt von vielen Faktoren ab: Trifft das Ereignis ein dünnes oder sehr dicht besiedeltes Gebiet? Gibt es funktionierende Warnsysteme? Gibt es Notfallpläne, die einsetzen, sobald ein Ereignis auftritt? Oft entscheiden die Vorsorge und die Kapazitäten dafür, ob Menschen zu Schaden kommen und ob große materielle Schäden entstehen.

Trinkwasser und Lebensmittel zu Hause haben

Anlässlich des Aktionstages am kommenden Samstag sagt Ursula Fuchs, im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zuständig für die Information der Bevölkerung: „Gute Vorsorge ist die Grundlage für erfolgreichen Bevölkerungsschutz. Wir haben in Deutschland ein erprobtes und leistungsfähiges System. Trotzdem muss jede Bürgerin und jeder Bürger zu Hause auch einen Teil zur Vorsorge beitragen.“ Das BBK rät, einen Notvorrat an Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten vorzuhalten. „Auch das beste staatliche Notfallsystem kann an seine Grenzen kommen oder überfordert sein. Und in extremen Fällen mit vielen Betroffenen und möglicherweise großen Schäden braucht es schlicht Zeit, bis sich professionelle Hilfe organisiert hat“, erläutert Ursula Fuchs.

10-Tage-Checkliste für Notvorrat

Im „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt es eine Checkliste zum Heraustrennen, die ein Beispiel für einen 10-tägigen Grundvorrat für eine Person abbildet. Das ist der Zeitraum, den ein Haushalt überstehen können sollte, ohne einkaufen zu gehen. Der Ratgeber steht als barrierefreies Dokument auf der BBK-Seite www.bbk.bund.de im Internet zur Verfügung und kann als gedruckte Broschüre kostenlos im Bundesamt bestellt werden.

In vorherigen Versionen des Ratgebers war ein Vorrat von 14 Tagen empfohlen worden. Dieser Zeitraum ist nun nach unten korrigiert worden. Eine vom BBK beauftragte vergleichende Studie in 34 Ländern innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat gezeigt, dass sich ein 10-Tages-Vorrat bei Großschadensereignissen bewährt hat. Die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft hat die Bevorratungsempfehlung auf der Internetseite www.ernaehrungsvorsorge.de ebenfalls angepasst. Die neuen Hinweise sollten es auch für Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnungen ohne viel Lagerfläche einfacher machen, einen ausreichenden Notvorrat vorzuhalten.

Katastrophenschutz in Deutschland

In Deutschland organisieren die Länder und die Kommunen den Katastrophenschutz. Seit Jahrzehnten hat sich hier ein erprobtes und leistungsfähiges System etabliert, in dem staatliche Akteure und vor allem auch Ehrenamtliche verlässlich zusammenarbeiten. Der Bund leistet laut Grundgesetz ergänzend Katastrophenhilfe und stärkt so den Bevölkerungsschutz.

BBK

 

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