Neuer ELW für Feuerwehr Bomlitz

Neuer ELW für Feuerwehr Bomlitz

Nachdem das Vorgängerfahrzeug technisch nicht mehr gut in Schuss war, sich Reparaturen häuften und auch die Technik nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach, beschloss der Rat der Gemeinde Bomlitz (NI) einen neuen Einsatzleitwagen zu beschaffen. Innerhalb von wenigen Monaten stand das Konzept.

Nachdem das Vorgängerfahrzeug, ein Mercedes Sprinter aus dem Jahre 2000, technisch nicht mehr gut in Schuss war, sich Reparaturen häuften und auch die Technik nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach, beschloss der Rat der Gemeinde Bomlitz (LK Heidekreis, NI) im Jahr 2017 die Neubeschaffung des Fahrzeuges. Umgehend bildete die Feuerwehr eine fünfköpfige Arbeitsgruppe, welche sich mit der Konzeption der Ersatzbeschaffung beschäftigte.

Innerhalb von nur vier Monaten entwickelte die Gruppe ein vollständiges Fahrzeugkonzept. Für Besuche von umliegenden Feuerwehren, Besuchen bei diversen Aufbauherstellern, Rückfragen zu technischen Machbarkeiten und Besprechungen, kamen unzählige Arbeitsstunden zusammen.

Schnell verfügbar

Den Zuschlag für den Aufbau bekam am Ende die Firma Redcar aus Adendorf bei Lüneburg. Die auf den Bau von Einsatzleitwagen (ELW) und Kleinfahrzeugen spezialisierte Firma begann noch im Dezember 2017 mit dem Aufbau des Fahrzeuges. Dieses war möglich, da es sich bei dem Fahrgestell um einen VW Crafter handelt, welcher auf Grund eines Modellwechsels beim Hersteller als Endserienfahrzeug sofort verfügbar war. So konnte die Auslieferung schon im Februar 2018 erfolgen.

Aufteilung

Das Fahrzeug besteht im Wesentlichen aus einen Arbeitstisch mit aufgesetzter Funkarbeitskonsole in der Form eines spiegelverkehrten „L“. An der langen Seite finden hierbei zwei Funkarbeitsplätze ihren Platz. Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich zur kurzen Seite des L drehen und können so als zusätzlichen Arbeits- oder Besprechungsplätzen genutzt werden. Ergänzend zur feuerwehrtechnischen Beladung im Heck ist die Rückwand mit fünf Schränken ausgestattet, welche Einsatzunterlagen in handelsüblichen DIN-A4-Ordnern aufnehmen. Ein kleiner Seitenschrank zwischen Schiebetür und Heckschrank sowie ein Schubladenunterschrank zwischen den Funkarbeitsplätzen komplettieren den Möbelausbau.

Funktechnik und PC-Ausstattung

Drei TETRA-Digitalfunkgeräte sind fest im Fahrzeug verbaut. Zur Steuerung der Funkgeräte sind an den beiden Funkarbeitsplätzen Mehrfachbedieneinrichtungen vom Modell „SEB VoIP Fire“ der Firma Selectric verbaut. Die beiden Hauptbetriebskanäle im DMO und TMO-Bereich lassen sich zusätzlich mit zwei Handteilen in der Mittelkonsole des Armaturenbrettes bedienen. Fünf tragbare Digitalfunkgeräte komplettieren die Funkausstattung.

Neben der Funktechnik verfügen die beiden Funkarbeitsplätze über zwei getrennte Car-PCs mit insgesamt drei 22-Zoll Bildschirmen. Hinzu kommen ein Multifunktionslaserdrucker, der auch als Fax genutzt werden kann und ein festverbautes Telefon mit zwei Mobilteilen. Die Anbindung sowohl für Telefon, als auch Fax und Internet erfolgt über das Mobilfunknetz. Alle Geräte sind über ein fahrzeugeigenes Netzwerk miteinander verbunden. Als Einsatzführungssoftware kommt CommandX von der Firma Eurocommand zum Einsatz, welche über den Landkreis Heidekreis den Feuerwehren zur Verfügung gestellt wird.

Beladung und Blaulicht

Die feuerwehrtechnische Beladung ist mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel dem Mehrgasmessgerät, im Heck des Fahrzeuges verlastet. Dort finden sich neben Feuerlöscher und Absperrmaterial unter anderem ein 3-kVA-Stromerzeuger, Verkehrssicherungsmaterial sowie diverses Zubehör zur Gefahrstoffidentifikation und Probenahme.

Die Blaulichtanlage sowie die Umfeld- und Innenbeleuchtung des Fahrzeuges ist komplett in LED-Technik ausgeführt. Zusätzlich zur elektrischen Sondersignalanlage, lässt sich nach Bedarf auch auf den Betrieb von Presslufthorn umschalten. Eine Dachklimaanlage sorgt auch an heißen Tagen dafür, dass die Besatzung einen kühlen Kopf behält. Ebenfalls zum Schutz vor widrigen Umständen verfügt das Fahrzeug über eine ausfahrbare Markise an der Seite.

Ortsbrandmeister Martin Sommer ist ungefähr ein halbes Jahr nach der Indienststellung sehr zufrieden mit dem Fahrzeug. „Grade in den Zeiten, wo die korrekte und belastbare Dokumentation des Einsatzgeschehens immer wichtiger wird, verfügen wir nun über die technischen Mittel dazu. Die ersten Einsätze und Übungen haben gezeigt, was für Potenzial in dem Fahrzeug steckt. Um dieses vollständig zu nutzen, betreiben wir natürlich mit unseren Kräfte eine sehr intensive Ausbildung.“

 

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