Neues an Berlins Flughäfen

Neues an Berlins Flughäfen

Insgesamt 55 Fahr­zeuge sichern den Flugbetrieb an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. In den letzten Monaten gab es einige interessante Neuzugänge im Fuhrpark der Flughafen-Feuerwehr.

Die Flughafen-Feuerwehr an den beiden Berliner Standorten Tegel (TXL) und Schönefeld (SXF/BER) ist eine anerkannte Werkfeuerwehr. Während in Tegel zwei Wachen existieren, gibt es in SXF/BER drei, von denen aktuell aber nur die Feuerwachen Nord und Ost besetzt sind. Insgesamt gehören 236 Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr an (TXL: 87, SXF/BER: 135, Tagesdienst/Leitung: 14).

Aufgaben und Schwerpunkte

Die Flughafenfeuerwehr stellt an beiden Standorten den operativen Dienstbetrieb hinsichtlich der festgelegten Funktionsstärke, der Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und der Funktionsfähigkeit der Gebäude sicher. Weitere Aufgaben sind die Durchführung von Arbeitsdiensten wie beispielsweise Wartung und Pflege der Atemschutztechnik sowie Prüfung und Wartung der Feuerlöscher. Auch die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte fällt in den Aufgabenbereich. In Schönefeld erfolgt dies im Feuerwehrtechnischen Ausbildungszentrum (FTAZ).

Der Einsatzdienst umfasst die Schwerpunkte:

  • Luftfahrzeugbrandbekämpfung
  • Luftfahrzeugbergung
  • Gebäudebrandschutz
  • Technische Hilfeleistung
  • Gefahrenabwehr bei Gefahrgutunfällen
  • Bewältigung von Unwetterlagen

Am Standort SXF/BER zeichnet die Flughafenfeuerwehr darüber hinaus für den Brandschutz und Technische Hilfeleistung in der Bahnanlage (Tunnel und Bahnhof) verantwortlich. In TXL gehört der Rettungsdienst mit dazu. Neben diesen Aufgaben nimmt der stellvertretende Leiter der Feuerwehr auch die Aufgaben des Brandschutzbeauftragten des Flughafenbetreibers FBB GmbH wahr.

Schon drei Z8 vor Ort

An den beiden Standorten gibt es in Summe 55 Fahrzeuge sowie diverse Anhänger. In den letzten Monaten gab es hier einige Neuzugänge. So wuchs die Flotte der Flugfeldlöschfahrzeuge (FLF) vom Typ Ziegler Z8 XXL auf mittlerweile drei Einhei­ten an. Die allradgetriebenen Fahrzeuge sind auf einem Titan T52 1300 8x8-Fahrgestell auf­gebaut und werden von je zwei wassergekühlten Mercedes-V8-Dieselmotoren mit insgesamt 960  kW (1.305 PS) angetrieben.

Ausgestattet sind die 52-Tonner mit einer FPN 10-10000-1A-Pumpe, die pro Minute 10.000  l für einen massiven Löschangriff fördern kann. Der Löschmittelbehälter an Bord fasst 12.500  l Wasser sowie 1.500  l Schaum und 500  kg Pulver. Der Frontwerfer vom Typ Alco APF-3-C-DC kann 2.200  l/min verteilen.

Die FLF sind zudem mit dem Löschgelenkarm Z-Attack ausgerüstet, der auch über eine Löschlanze (Piercing Tool) verfügt. Im Ernstfall kann damit ein Flugzeugrumpf durchstochen werden. Anschließend wird das Löschmittel im Kabineninnern versprüht. Auf dem Löscharm befindet sich ferner ein Werfer ZW 60 LGA, über dessen Hohlstrahldüse bis zu 6.000  l Löschmittel pro Minute abgegeben werden können. Darüber hinaus sind Wärmebildkamera sowie mehrere Scheinwerfer für die Ausleuchtung des Auslegers, der Lanze und des Werfers montiert.

Für den Schnellangriff haben die FLF je eine Druckschlauchhaspel HD Wasser/Schaum mit 80  m Druckschlauch DN19, Hochdrucklöschpistole und Schaumrohraufsatz sowie eine Pulverschnellangriffseinrichtung mit 30  m Druckschlauch S32 mit Pulverlöschpistole an Bord. Zum Selbstschutz verfügt jeder Z8 über sieben Düsen, die insgesamt 400  l/min bei 10  bar ausbringen.

Drehleiter für den 2. Rettungsweg

Weiterer Neuzugang war eine Rosenbauer-Drehleiter auf einem MAN-Fahrgestell TGM 18.290 mit Euro-6-Motor, die den zweiten Rettungsweg für die Tower-Besatzung in Berlin-Tegel bildet. Als Leitertyp wurde eine L42A-XS 2.0 mit fünfteiligem Leitersatz und neigbarem Korbarm mit Rettungskorb montiert. Dieser ist für vier Personen bzw. 450  kg ausgelegt. Neben einem Drucklüfter Batfan, der auch mit Akkus betrieben werden kann, ist ein Werfer mit einer Nennleistung von 2.000  l/min und 60  m Wurfweite am Korb montierbar. Zur weiteren Ausstattung ge­hören eine Krankentragehalterung, Lastösen, Schwerlasttrage, Rollstuhlhalterung mit Auffahrrampe, eine Einhängevorrichtung für ein Abseilgerät sowie eine zusammenklappbare Schuttmulde. Damit die DLK bei einer Alarmierung sofort starten kann, wurde eine Rettbox Air für die Strom- und Druckluftversorgung installiert, die auto­matisch den Stecker auswirft.

Neuer Wechsellader

Für Parkhäuser: Im Heck des KLF befindet sich die Hochdrucklöschanlage. (Foto: D. Machmüller)

Ebenfalls von Rosenbauer stammt ein neues Wechselladerfahrzeug, das auf einem MAN TGS 33.480 aufgebaut wurde. Der 480-PS-Motor entspricht der Euronorm 6. Warnbalken von Techno Design und Frontblitzer Sputnik SL gelb/blau sorgen für Aufmerksamkeit. Zur Ausstattung zählen ein Palfinger-Wechselladerarm mit Fernbedienung, hydraulische Containerverriegelung sowie eine mechanische Verriegelung für den Schwenk-/Kipprahmen. Eine Kippsicherung verhindert die Öffnung der Containerverriegelung bei angehobenem Kipprahmen. Eine Armsicherung verhindert die Betätigung des Hakenarms bei geschlossener Verriegelung. Alle Funktionen sind mit Lasthalteventilen ausgestattet. Sollte doch etwas schiefgehen, gibt es einen Notfallstopp. Als Zusatzausstattung installierte Rosenbauer eine Rotzler-Seilwinde mit 11  t Zugkraft vorn und 22  t hinten.

KLF mit Hochdruckanlage

Mobile Leitstelle: Der ELW wurde von der Firma Hensel auf einem MB Vito mit Flachdach aufgebaut. (Foto: D. Machmüller)

Auch ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) gehört zu den jüngsten Neuzugängen. In dem von Hensel ausgebauten MB Vito ist auf dem Tragkraftspritzenauszug eine Hochdrucklöschanlage UHPS TS von Rosenbauer mit 100  l Wasser- und 20  l Schaumtank installiert. Pro Minute werden 38  l gefördert, die mit 100  bar über ein Strahlrohr mit Pistolenhandgriff ausgebracht werden. Dabei kann von Voll- auf Sprühstrahl umgestellt werden. Stufenlos kann auch Schaum bis zu 6  % zugemischt werden. Die effektive Wurfweite liegt bei 10  m. Ein 60  m langer knickfreier Hochdruckschlauch DN12 sorgt für einen großen Aktionsradius.

Mobile Leitstelle

Die Einsatzleitung kann in einem neuen ELW Platz nehmen. Den Ausbau führte die Firma Hensel durch, die als Fahrgestell einen allradgetriebenen MB Vito 116 CDI 4x4 Flachdach nutzte. Installiert wurden ein DBS-4000-Balken in LED-Technik mit Laufschrift, eine Martin-Hornanlage GM 2298, Umfeldbeleuchtung, LED-Kennleuchten Movia Sl CAN 442, Rettbox, Rückfahrwarnanlage sowie eine Heckwarnanlage blau/gelb. Im Innern stehen Laptop mit Internet und LIS-Einsatzbearbeitungsprogramm, Monitor sowie Drucker bereit. Zudem wurde ein Arbeitsplatz für einen Führungsgehilfen eingerichtet. Die zusätzliche Beladung umfasst ein Notstromaggregat, Messtechnik, Halligan Tool, Absperrmaterial, Megafon, Kennzeichnungswesten sowie eine rote Kennleuchte zur Kennzeichnung der Einsatzleitung.

O. Pritzkow

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