„Berlin brennt!“

Seit Montag halten die Berliner Feuerwehrleute eine Mahnwache vor dem Roten Rathaus.

Was wundert uns? Was bringt uns eigentlich noch auf?

Dass nur 500 statt eingeplante 600 Kolleginnen und Kollegen der Berufsfeuerwehr am Tag im Dienst sind – keine Ausnahme mehr. Ein zweistelliges Minus beim Personal gilt als guter Tag. Dass der Krankenstand bei der Berufsfeuerwehr selbst für Berliner Verhältnisse, Berlin ist bundesweit krankes Schlusslicht, exorbitant hoch ist – auch das bekannt. Dass der Personalrat sich gezwungen sieht, eine Vereinbarung aufzukündigen, um die Beamten und Beschäftigten vor einer durch den Senat ausgenutzten Bereitschaft für Überstunden zu schützen, auch das ein Baustein zur aktuellen Situation. Ein neues familienunfreundliches Dienstplanmodel, das zwangsweise Zusatzdienste im Rahmen der 48-h-Woche einplant – die schiefe Krone des Ganzen.

Wir sind in einer Situation, den wir bei realen Feuern mit „Vollbrand“ beschreiben würden. In einer Situation, die im Einzelfall Leben kosten kann. Der vorgesehene Standard kann nicht mehr garantiert werden.

Die 58 Freiwilligen Feuerwehren und ihre ehrenamtlichen Angehörigen bekommen dies direkt zu spüren, indem sie öfter alarmiert werden. Zum einen müssen wir wieder vermehrt die Zeit überbrücken, bis ein Rettungswagen eingetroffen ist, weil der mal wieder vom anderen Ende der Stadt kommt. Oder wir rücken parallel zur Berufsfeuerwehr aus, weil deren Löschfahrzeuge wieder unterbesetzt sind. Eine Kette ohne Ende, da durch diese Alarmierungen auch automatisch mehr Kieze des Brandschutzes beraubt werden, als es bei vollständig besetzten Fahrzeugen der Fall wäre. Unsere Belastung steigt – und wir sind ohnehin die meist beschäftigten Freiwilligen Feuerwehren der Bundesrepublik.

Einwöchige Mahnwache vor dem Roten Rathaus

Die Gewerkschaften als Interessenvertreter der Beamten und Beschäftigten halten für eine Woche und 24 h am Tag eine Mahnwache vor dem Roten Rathaus ab. Wir sind uns sicher, dass Berlin die Aktion nicht nur als Mahnung verstehen darf – vielmehr ist es die Trauerfeier um einen Teil des Brandschutzes und Rettungswesens des Landes Berlin.

59.000.000 € Investitionsstau bei den Fahrzeugen, Hunderte Millionen bei den Feuerwachen und der Bedarf von über 1.000 neuen Berufsfeuerwehrleuten. Es braucht Jahre, wenn die Aufarbeitung des Mangels JETZT durch Investitionen beginnt. Es benötigt Jahrzehnte, wenn es weiter bei einem hohlen „Danke für ihre Arbeit“ für Haupt- sowie Ehrenamt und unzureichend hohen Investitionen bleibt.

Das Thema ist gegenwärtig fast täglich präsent in den Medien der Hauptstadt. Zur Ausnahme halten wir das Feuer am Brennen, bitte unterstützen Sie uns dabei.

#die58ausBerlin im solidarischen #EinsatzfuerBerlin

Landesfeuerwehrverband Berlin e. V.

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