Home MELDUNGEN GW-L2 mit E-Bike an Bord
MELDUNGEN - 22. November 2019

GW-L2 mit E-Bike an Bord

2019_11

Mehr aktuelle Beiträge und Einsatzberichte finden Sie in:
FEUERWEHR | RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN
Deutschlands große Feuerwehrzeitschrift
JETZT LESER WERDEN

Ein neuer Gerätewagen-Logistik 2 bildet seit Kurzem die ideale Ergänzung für den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Illertissen (Landkreis Neu-Ulm, Bayern). Das Fahrzeug ist der Nachfolger eines 1994 in Eigenleistung aus einem gebrauchten Lkw umgebauten GW-L1.


Erschienen in: FEUERWEHR Ausgabe 9/2019

GW-L2-mit-E-Bike-001
GW-L2-mit-E-Bike-002
GW-L2-mit-E-Bike-003

JETZT LESER WERDEN


Der neue GW-L2 erfüllt alle Anforderungen, die durch den Feuerwehr-Bedarfsplan an die Stadt und die Feuerwehr gestellt wurden und ist auf einem MAN-Fahrgestell Typ TGM 18.290 4×4 Allrad, mit automatisiertem Schaltgetriebe MAN Tipmatic, Bereifung Straße/Gelände, mit Staffelführerhaus (Besatzung 1/5) aufgebaut. Der feuerwehrtechnische Aufbau wurde gemäß Norm sowie nach Wünschen der Feuerwehr Illertissen von der Firma Freytag in Elze (Niedersachsen) mit Kofferaufbau und Ladebordwand erstellt.

Im Geräteraum G1 (Fahrerseite) finden eine leistungsstarke Tragkraftspritze, Typ Rosenbauer Fox III, sowie die Ausrüstung für eine komplette Löschgruppe – einschließlich der Armaturen für Löschwasserförderung über lange Schlauchstrecken – Platz.

In Rollcontainern, die nach Bedarf im Koffer verladen werden, befindet sich die dazugehörige Komponente Löschwasserförderung, sodass eine Löschgruppe von diesem Fahrzeug aus autark arbeiten kann. Eine zusätzlich zur Besatzung benötigte Mannschaft kann parallel oder auf Nachforderung mit dem MTW ausrücken. Zum Modul Löschwasserförderung gehören vier Rollcontainer mit je 500 m, also insgesamt 2.000 m, B-Schlauch inklusive zwölf Schlauchbrücken und ein Rollcontainer mit einer weiteren Tragkraftspritze.

Besonderheit: E-Bike

Wenn die Tragkraftspritze an einer Wasserentnahmestelle im Gelände abgesetzt und von dort aus eine B-Förderleitung über 2.000 m zur Einsatzstelle führt, kann diese Strecke von einem E-Bike aus betreut und kontrolliert werden, was eine deutliche Arbeitserleichterung für die Mannschaft darstellt. Das hochwertige E-Bike wurde von einem ortsansässigen Fahrradhandelsbetrieb gespendet und kann gemeinsam mit der löschtechnischen Ausrüstung auf dem Fahrzeug mitgeführt werden. Der Fahrradhändler unternimmt derzeit Planungen für ein Sondermodell, das beispielsweise auch komplett in RAL-3000 feuerwehrrot lackiert wird. Das hier bereitstehende E-Bike war im Originalzustand grün und wurde mit entsprechender roter Beklebung versehen. Es dient natürlich außerhalb des Einsatzbetriebes auch für Kurier- und Besorgungsfahrten.

Weitere Ausstattungsmerkmale

Auf der Beifahrerseite im Geräteraum G2 befinden sich an einer stabilen Schwenkwand und – diversen anderen Lagerungen – Geräte zur technischen Hilfeleistung wie ein 14-KVA-Notstromerzeuger (Typ Rosenbauer RS), Kabeltrommeln, Werkzeuge, Motorsäge mit Schutzausrüstung für zwei Personen, Krankentrage, Ölbindemittel, Schaufeln, Dunggabeln, Besen, Wathosen, Verkehrsleitkegel, Blitzleuchten, Abschleppseil, Beleuchtungsgerät und vieles mehr.

Für den Brandschutz sind mehrere Feuerlöscher verlastet, sodass das Fahrzeug mit seiner Besatzung eigenständig entsprechende Einsatzstellen abarbeiten kann.

Auf der Ladefläche können, wie bereits erwähnt, verschiedenste Rollcontainer mit Material verlastet und befördert werden. Neben den zur Komponente Löschwasserförderung gehörenden Containern sind diese u. a. für folgende Zwecke vorgesehen: Ölschaden, Auffangbehälter mit Umfüllpumpe, Dekontaminationsplatz, Chemikalienschutzanzüge, Rüsthölzer und Unterbaumaterial, Nachschub Sonderlöschmittel, Atemschutz, Be- und Entlüftungsgerät. Insgesamt finden acht Rollcontainer auf der Ladefläche Platz.

Nachdem im Gerätehaus der FF Illertissen die Atemschutz-Übungstrecke des Landkreises Neu-Ulm eingerichtet ist, können von hier aus bei entsprechender Lage Atemluftflaschen in größerer Anzahl als Nachschub in den Einsatz gebracht werden.

Am Fahrzeug sind weiterhin ein ausfahrbarer Lichtmast, der über die Fahrzeugelektrik gespeist wird, sowie eine großzügige taghelle Umfeldbeleuchtung in alle Richtungen verbaut. Die geteilte Hebebühne/Ladebordwand am Fahrzeugheck hat eine Nutzlast von 1.500 kg.

Besprechungsraum für die Einsatzleitung

Der Koffer kann auch komplett ausgeräumt werden. Dann steht auf der Ladefläche ein bestens beleuchteter und beheizbarer Besprechungsraum mit Seitentür und Fenster Sicher begehbar: Die ausziehbare Seitentreppe verfügt über ein aufsteckbares Geländer. Beste Bedingungen: Die Ladefläche stellt auch einen beheizbaren Besprechungsraum für die Einsatzleitung dar. zur Verfügung; entsprechende Klappmöbel können ebenfalls in einem Rollcontainer mitgeführt werden. An den Wänden sind Blecheinlagen verbaut, sodass beispielsweise Lagepläne mit Magneten befestigt werden können. Der bequemen und sicheren Begehbarkeit des Besprechungsraumes dient eine ausziehbare stabile Seitentreppe – vorschriftsgemäß mit aufsteckbarem Geländer versehen. Dieser Besprechungsraum kann dann direkt neben dem Mehrzweckfahrzeug der FF Illertissen platziert werden. Dieses verfügt über eine Ausstattung, die der eines Einsatzleitwagens ELW1 ähnlich ist.

Damit liegen für die Einsatzleitung beste Arbeitsbedingungen vor. Zur Grundausstattung gehören ferner eine Multifunktionsleiter, die zwischen Mannschaftsraum und Geräteraum verlastet ist, und weitere Ausrüstungen wie Schleppstange, Schneeketten usw.

Auch als Zugfahrzeug im Einsatz

Der GW-L2 dient auch als Zugfahrzeug für einen vom Landkreis beschafften neuen Verkehrssicherungsanhänger (VSA), der einen alten ersetzt und v. a. auf der nahe gelegenen Bundesautobahn A7 Ulm-Füssen zum Einsatz kommt. Dieses Gerät kann auf der Anfahrt oder an der Einsatzstelle per Fernbedienung aufgebaut werden. Zusätzlich wird die Mannschaft auf der Autobahn durch einen neuen Vorwarnanhänger abgesichert. Der Landkreis Neu-Ulm hat zu mehreren neuen VSA zusätzlich neue Vorwarnanhänger beschafft. Damit wird die Feuerwehr, die an einer Unfallstelle im Einsatz ist, schon im Autobahnabschnitt vor der „eigenen“ Einfahrt durch die Nachbarwehr abgesichert, und dem Verkehrsteilnehmer wird angezeigt, wie die durch den Einsatz geänderte Fahrspurführung verläuft.

Quelle und Bildquelle: Wilhelm Schmid

Mehr Infos

Sie wollen regelmäßig aktuelle Einsatzberichte, Techniknews und Fahrzeuginfos der FEUERWEHR erhalten? Dann melden Sie sich jetzt für unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter an!

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Weihnachtsbaum direkt von der Jugendfeuerwehr

Woher nur den Tannenbaum bekommen - und wie ihn am besten transportieren? In Borsten-Hohen…