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MELDUNGEN - NORDRHEIN-WESTFALEN - 9. August 2019

20 Jahre psychosoziale Unterstützung der Feuerwehr Dortmund

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Im Feuerwehrdienst kann neben der körperlichen auch die psychische Belastung zum Problem werden. Deshalb gibt es seit 20 Jahren das PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) der Dortmunder Feuerwehr. Sie sind für ihre Kameraden da und unterstützen außerdem das Team der Notfallseelsorge.

Ein Teil des PSU-Teams mit der Supervisorin Dr. Gorissen, dem Pfarrer Hendrik Münz vom Team der Notfallseelsorge sowie dem stellvertreten Fachbereichsleiter Detlev Harries. Foto: Feuerwehr Dortmund.

Die Anfänge des Teams für Psychosoziale Unterstützung

Im Jahr 1999 begann die Ausbildung eines Teams von Dortmunder Feuerwehrleuten zu Ansprechpartnern in der psychosozialen Unterstützung (PSU). Die Pfeiler bildeten regelmäßige Schulungen und Supervision. Die Leitung der Ausbildung oblag Frau Dr. Gorissen, die bis heute die Supervisionen durchführt. Das Kriseninterventionsteam (KIT), heute als PSU-Team bezeichnet, war nach 122 Unterrichtseinheiten und einem Jahr Ausbildungszeit einsatzbereit.  Vier Jahre später wurden noch weitere Kollegen für die psychosoziale Unterstützung ausgebildet, sodass sichergestellt werden konnte, dass rund um die Uhr ein PSU-Angehöriger der Feuerwehr verfügbar ist. Bis heute stehen die Teammitglieder 24 Stunden den Feuerwehrangehörigen sowie Dortmunder Bürgern bei.

Warum eine Krisenintervention im Feuerwehrdienst?

Der Feuerwehrdienst ist interessant, spannend und erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl. Die Einsätze der Kameraden bedeuten Hilfe für Menschen in Not, was ihnen auch ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit einbringt. Aber es gibt auch die Schattenseite der Arbeit bei der Feuerwehr: Die Einsatzkräfte werden mit Tod und Leid belastet und nicht bei jedem Einsatz können sie so helfen, wie sie es sich wünschen. Deshalb können neben den körperlichen Anforderungen auch Hilflosigkeit und Frust angesichts einiger Einsatzerfahrungen die Feuerwehrangehörigen an ihre Grenzen bringen. Oft resultiert die Not auch aus Reibungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten oder aus ungünstigen organisationsinternen Regelungen. Dazu kommen mögliche Überlastungen, nicht zuletzt durch häufige Aus- und Fortbildungen.

Wird dies ignoriert, können die langfristigen Folgen im den Dienst in der Feuerwehr und zuletzt die Lebensqualität der Einsatzkräfte beeinträchtigen. So kann es z. B. zu dauerhafter Niedergeschlagenheit und negativer Sichtweise kommen, an deren Ende häufig eine zynische Einstellung steht. Die Gefahr gravierender psychische und physischer Gesundheitsstörungen besteht.

Aus diesen Gründen stehen die PSU-Teammitglieder ihren Kameraden rund um die Uhr zur Seite.

Die psychosoziale Notfallversorgung

In den letzten 20 Jahren stieg auch der Bedarf an psychosozialer Unterstützung im häuslichen Bereich. Deswegen entwickelte sich zusätzlich die Sparte der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV). Obgleich das PSU-Team grundsätzlich für Feuerwehrangehörige zuständig ist, hilft es hier auch den Bürgern. Nach belastenden Erlebnissen in Verbindung mit Rettungsdienst oder Feuerwehr, etwa nach Todesfällen und Schadensereignissen, bieten sie Hilfe an. Dadurch wurden einst bestehende Lücken in der Notfallseelsorge geschlossen. Deswegen arbeitet das PSU-Team der Feuerwehr Dortmund heute eng mit der Notfallseelsorge an Einsatzstellen zusammen, das der Pfarrer Hendrik Münz, der auch Mitgleid der FF Berghofen ist, koordiniert und ausbildet.

Heute ist das PSU-Team der Dortmunder Feuerwehr mit führend in seinem Bereich.

Feuerwehr Dortmund 

übermittelt durch news aktuell (ots)

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