Atemschutz

Neue FwDV 7 Atemschutz Die überarbeitete Feuerwehrdienstvorschrift Atemschutz FwDV 7 wurde zur Einführung in den Ländern empfohlen.

Die Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 7 – Atemschutz – regelt die Ausbildung sowie die Übungen und den Einsatz der Feuerwehrleute unter Atemschutz. Über die wesentlichen Veränderungen soll dieser Beitrag informieren.

Die neue FwDV 7 wurde dem technischen Fortschritt und den Forderungen der europäischen Entwicklung im Atemschutz angepasst. Erfahrungen aus der Unfallverhütung und aus den Unfallanalysen wurden einbezogen.

Allgemeines

Im Atemschutz der Feuerwehr kommen neben der FwDV 7 „Atemschutz“ noch zur Anwendung:

  • Unfallverhütungsvorschriften (z. B. GUV-V C53 „Feuerwehr“ und GUV-R 190 „Regeln zur Benutzung von Atemschutzgeräten“),
  • Prüf- und Zulassungsrichtlinien (z. B. Normen, die Richtlinie vfdb 0802 „Regeln für die Auswahl von Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen für Einsatzaufgaben bei den Feuerwehren“),
  • Gebrauchsanleitungen der Hersteller.

Die Funktionsbezeichnungen gelten für männliche und weibliche Feuerwehrangehörige.
 

Anforderungen an Atemschutzgeräteträger

Die Voraussetzungen für den Einsatz als Atemschutzgeräteträger (ASGT) wurden präzisiert:

  • Mindestalter 18 Jahre,
  • körperliche Eignung nach berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26 (für PA und Regenerationsgeräte G 26/3) als Erstuntersuchung und regelmäßige Nachuntersuchung,
  • Abschluss des Lehrgangs Atemschutzgeräteträger (Voraussetzung u. a. Absolvierung des Grundlehrganges),
  • regelmäßige Teilnahme an der Fortbildung und an Übungen,
  • gesundheitliches Wohlbefinden bei Einsatzbeginn („gesund“ bedeutet frei von behindernden Krankheiten, beeinträchtigenden Medikamenten, Drogen und Alkohol – unterliegt der Eigenverantwortung der Atemschutzgeräteträger),
  • Dichtsitz der Maske am Kopf – kein Bart, lange Koteletten oder tiefe Narben (keine Haare im Dichtbereich der Vollmasken),
  • Körperschmuck darf nicht gefährdend wirken (Ohrschmuck z. B. ist entweder zu entfernen oder abzukleben).
  • Nach dem derzeitigen Stand der Erarbeitung der FwDV 200 „Ausbildung in der Feuerwehr“ muss der künftige Atemschutzgeräteträger Sprechfunker sein.

Verantwortung und Aufgabenverteilung

Der Träger der Feuerwehr ist als Unternehmer für die Sicherheit bei Verwendung von Atemschutzgeräten verantwortlich. Dafür hat er entsprechend dem Arbeitsschutzgesetz eine Risikoanalyse durchzuführen, Gefahren zu eliminieren oder durch Persönliche Schutzausrüstung, z. B. Atemschutz, zu kompensieren. Dazu kann er die Richtlinie vfdb 0802 „Regeln für die Auswahl von Atemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen für Einsatzaufgaben bei den Feuerwehren“ nutzen.

Dem Leiter der Feuerwehr obliegt die Absicherung des Atemschutzes in Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Atemschutzes. Daraus erwachsende Aufgaben kann er delegieren, z. B. an den Verantwortlichen Atemschutz bei großen Feuerwehren oder den Atemschutzgerätewart bei kleineren Feuerwehren.

Der Verantwortliche Atemschutz ist Berater des Leiters Feuerwehr, kontrolliert die persönlichen Atemschutznachweise der Atemschutzgeräteträger und den gesamten Bereich Atemschutz. In Bayern werden dafür zweitägige Seminare an den Feuerwehrschulen durchgeführt, in denen speziell auf diese Aufgaben eingegangen wird.

Die Ausbilder für Atemschutzgeräteträger müssen eine Gruppenführerqualifikation haben. Eine Ausbildung als Atemschutzgerätewart ist keine Voraussetzung mehr.

Neu geschaffen wurde die Verantwortliche Führungskraft im Atemschutzeinsatz.

  • Sie stellt die Einhaltung Einsatzgrundsätze sicher und überwacht den Atemschutzeinsatz (siehe auch Hinweise zu Abschnitt „Atemschutzüberwachung“).
  • Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene Führungsausbildung, z. B. zum Gruppenführer.

Erhöhte wurde die Eigenverantwortung der Atemschutzgeräteträger (ASGT).
Er hat z. B.:

  • auf die Einhaltung seiner fristgerechten Untersuchung nach G 26 zu achten,
  • eigenverantwortlich auf seine Sicherheit (siehe „Einsatzgrundsätze“) zu achten,
  • fehlende persönliche Einsatzbereitschaft mitzuteilen,
  • den persönlichen Atemschutznachweis zu führen (siehe „Nachweise“).
  • durch intensive Aus- und Fortbildung seine Leistungsfähigkeit zu erhalten (siehe „Aus- und Fortbildung“)
     

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