Sichere Verbindung

Kölner Feuerwehr sichert Internet in Fahrzeugen dreifach vor Ausfällen der Kommunikationsnetze

Fällt bei Brand- und Katastrophenschutz-Einsätzen unerwartet das UMTS-Netz aus, stellt ein Breitband-WLAN-Router in Sekunden wieder eine sichere Internet- und VPN-Verbindung her - über die Satellitenanlage am Heck des Einsatzleitsattelzuges ELW 3. Mit hohen Durchsatzraten liefert der Router außerdem im mobilen Labor der Kölner Chemie-Spezialeinheit Analytik Task Force (ATF) schnelle Gefahrstoffanalysen vor Ort bei Umwelteinsätzen im gesamten Bundesgebiet.

„Wenn tausende Bürger das deutschlandweit größte Feuerwerk „Kölner Lichter“ besuchen, werden uns selbst bei einem Total-Ausfall der Kommunikationsnetze Lageinformationen ohne Verzögerung erreichen“, beschreibt Adrian Röhrle, Einsatzleiter und stellvertretender Abteilungsleiter für die Informationssysteme bei der Berufsfeuerwehr in Köln, das hohe Sicherheitsniveau bei zahlreichen Großevents im Stadtgebiet.
Hierbei hilft nun auch das vor kurzem in zwei Fahrzeugen installierte zweite UMTS-Gateway von IPmotion, mit dessen Hilfe im Einsatzleitwagen einsatztaktische Informationen, z.B. Lageinformationen, Stoffidentifikationen oder Einsatzbefehle unterbrechungsfrei geliefert werden.

Der Router sichert temporäre Ausfälle - etwa bei Funklöchern – bereits über eine doppelte UMTS-Verbindung ab. Sollte bei einer plötzlichen Überlast jedoch kein UMTS mehr verfügbar sein, schleift das Gerät die Verbindungen der eingesteckten zwei Netz-Karten sekundenschnell in die Fahrzeug-Satellitenanlage am Heck des ELW3. Diese stellt dann eine Internetverbindung her, über die umgehend wieder eine sichere VPN-Verbindung in das Netzwerk der Feuerwehr aufgebaut wird.
Röhrle zufolge funktionierte das Umschalten vom D1- und D2-Netz auf die Satellitenanlage des Fahrzeugdaches mit dem Modell CAR-A­WAN.industrial v2 bei Tests „auf Anhieb und problemlos“, die Abstützung über mehrere UMTS-Netze sichere Verbindungen zudem besonders ab. Hinzu kämen auch guten Sende-und Empfangseigenschäften des Gerätes und seine einfache Auf- und Nachrüstbarkeit.

Beim Test des kleineren Modells CAR-A-WAN.automotive Plus im Abrollcontainer der Kölner Analytik Task Force maßen die Feuerwehr-Techniker Übertragungsraten von bis zu 20 MBit/s, mit denen Gefahrstoffe aus dem mobilen Labor umgehend online in Gefahrstoffdatenbanken analysiert und im Expertennetzwerk auf Bundesebene abgeglichen werden können.

Mit diesen Informationen können geeignete Gegenmaßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt eingeleitet werden.
Mit dem größeren Sattelschlepper ELW 3 rückten die Brand- und Katastrophenschutz-Experten der insgesamt 1.050 Beamte umfassenden Berufsfeuerwehr allein im letzten Jahr zu 30 Einsätzen aus und halfen auch beim Bergen der Opfer aus den Trümmern des Kölner Stadtarchivs und der Versorgung von Verletzten auf der Duisburger „Love-Parade“ 2010.

Florian Kempff, Geschäftsführer der IPmotion GmbH, entwickelte sein CE-zertifiziertes mobiles Breitband-Gerät bereits vor zehn Jahren zunächst für den Maybach, mittlerweile wird es auch von den Feuerwehren in Lilienthal, Osterholz und Reiskirchen eingesetzt.

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