Indoor-Ortungssystem für Einsatzkräfte
Neu Methode zur Positionsbestimmung im Innenangriff
Die neuartige Lösung zur Positionsbestimmung von Einsatzkräften beim Innenangriff in Gebäuden demonstriert Cassidian, die zum EADS-Konzern gehört, einem der weltweit größten Anbieter von Sicherheitslösungen und -systemen. Die Sensordaten werden in Echtzeit über TEDS (TETRA Enhanced Data Services) übertragen.
Cassidian demonstrierte zum TETRA World Congress (TWC) im Mai in Budapest das Indoor-Ortungssystem, das eine neuartige Kombination aus Sensortechnik und Echtzeittransfer der erfassten Daten über ein TEDS-fähiges TETRA-Netz darstellt. Mit diesem neuartigen Ortungssystem lässt sich die Position von mit Funkgeräten ausgestatteten Einsatzkräften (Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei, Arbeiter auf Ölfeldern oder Transportfahrer) auch dort bestimmen, wo herkömmliche GPS-basierte Ortungssysteme versagen.
Neben der Position können mit der vorgestellten Lösung auch die Vitaldaten der Einsatzkräfte erfasst werden. Dazu sind keine kostenaufwändigen Netzwerkinstallationen im Vorfeld erforderlich. Die TEDS-Technologie stellt die erforderliche Datenkapazität für hoch entwickelte Sensorlösungen bereit.
Anwender von Funksystemen (Professional Mobile Radio - PMR) an Einsatzstellen arbeiten häufig unter äußerst schwierigen Bedingungen und hohem Stress. Der Erfolg des Einsatzes hängt daher oftmals davon ab, ob der Einsatzleiter bzw. die Leitstelle die genaue Position des Mitarbeiters sowie dessen Vitalparameter oder die Daten des unmittelbaren Arbeitsumfelds bestimmen können. Ein alternatives Ortungssystem ist besonders dort wichtig, wo keine GPS-Signale empfangen werden können, zum Beispiel in komplexen Gebäuden oder in Tunnels. Im Gegensatz zur herkömmlichen WiFi-Ortung erfordert die von Cassidian und seinen Partnern präsentierte Indoor-Ortungslösung im Vorfeld keine teure und komplizierte Netzwerkinstallation. Das Ortungssystem ist zudem in der Lage, den körperlichen Zustand von Einsatzkräften zu bestimmen – die gemessene Herztätigkeit gibt beispielsweise Aufschluss über den Stresslevel – und so unter Umständen die Gesundheit bzw. das Leben dieser Einsatzkräfte zu schützen.
Die vorgestellte Lösung verwendet einen Beschleunigungsmesser und ein auf MEMS-Sensoren basierendes Gyroskop (MEMS – Micro-Electro-Mechanical Systems). Auf diese Weise können die Bewegungen einer Person und ihre genaue Position auch an Orten bestimmt werden, an denen kein GPS-Signal zur Verfügung steht. Die Positionsdaten werden dann über das sichere, TEDS-fähige TETRA-Netzwerk an eine Ortungsanwendung übertragen, die die Feldgeräte überwacht. TETRA bietet wesentlich höhere Datenraten und -kapazitäten als andere Netzlösungen, ohne dass Kompromisse bei Netzabdeckung, Sicherheit oder Datenschutz eingegangen werden müssen.
Die Demonstration in Budapest erfolgte im Rahmen des EU-Programms Sinetra Euripides zur Entwicklung integrierter intelligenter Systeme für ein breites Spektrum unterschiedlicher Einsatzbereiche wie Sicherheit, Automobiltechnik, Luftfahrt und Medizintechnik.




