Den Vermissten auf der Spur

Am letzten Aprilwochenende wurde die kleine Ortsgemeinde Hennweiler nahe der Stadt Kirn zum Treffpunkt von sechs der insgesamt sieben zur Freiwilligen Feuerwehr gehörenden Rettungshundestaffeln aus Rheinland-Pfalz.

Trotz des bisweilen regnerischen Wetters stellten sich 17 Hunde und ihre spürbar angespannten Besitzer/-innen am 28. Und 29. April der sogenannten Rettungshundeprüfung Stufe RH 3 (Abschlussprüfung).  Dabei handelt es sich um die wichtigste Prüfung für einen Rettungshund, die Voraussetzung ist, um für die Personensuche im Realeinsatz zugelassen zu werden. Auf dem etwa 1.500 Quadratmeter großen Übungsgelände der RHOT 3 (Rettungshunde und Ortungstechnik - Einheit 3), der ältesten Hundestaffel im Land, kann die Personensuche nach Hauseinstürzen - etwa als Folge eines Erdbebens - realitätsnah dargestellt und geübt werden. Zwischen Trümmern von Mauern, Dächern, großen Betonröhren und allerlei anderem Bauschutt gibt es über 24 Möglichkeiten, Personen so zu verstecken, dass sie von außen betrachtet für das bloße Auge nicht sichtbar sind.

Suche im Trümmerfeld

Für die Abnahme der Prüfung werden drei Personen in dem weitläufigen Trümmerfeld versteckt. Nach Ankunft auf dem Übungsgelände erkundigt sich der Rettungshundeführer zunächst bei der Prüfungskommission nach der angenommenen Einsatzlage und erfährt z.B.: „Gasexplosion hat zu Einsturz geführt!“ Jetzt muss der Hundeführer alle wichtigen Informationen abfragen, wie: Ist Gas, Wasser Strom abgeschaltet, oder gibt es andere Gefahren, wie viele Personen sind vermisst? Erst dann bekommt er gesagt, dass irgendwo auf dem Gelände drei Personen vermisst werden. Ab diesem Zeitpunkt hat das Rettungshundeteam 20 Minuten Zeit, alle drei Verschütteten zu finden. Ein brennendes Feuer oder laufende Maschinen sollten den Hund dabei möglichst wenig ablenken.

Wurde eine Person gefunden, zeigt dies der Hund durch lautes Bellen an, um dem Hundeführer den Fund zu signalisieren. Anschließend versucht der Hundeführer mit dem Verschütteten Kontakt aufzunehmen und weitere Informationen über mögliche Verletzungen in Erfahrung zu bringen. Der Fund wird anschließend an einen der Prüfer gemeldet, der als Einsatzleiter im Realeinsatz die Rettung einleiten würde. Ist die verschüttete Person nicht ansprechbar, muss sich der Hundeführer hingegen ganz auf seinen vierbeinigen Kameraden verlassen, denn die Trümmer selbst zur Seite zu räumen, um nach der Person zu suchen, ist nicht erlaubt.

Werden alle Verschütteten in der geforderten Zeit gefunden und gemeldet, ist die Prüfung bestanden, sofern nicht mehr als eine Fehlmeldung erfolgt ist. Nach erfolgreich abgelegter Prüfung müssen die Hunde diese alle zwei Jahre wiederholen, um weiterhin eingesetzt werden zu dürfen.

Erst jetzt, nach abgelegter RH 3-Prüfung, dürfen sie auch zur  Flächenprüfung antreten.

Zurzeit verfügt die Rettungshundestaffel des Landkreises Bad Kreuznach über 7 geprüfte RH 3 Teams 8 flächengeprüfte Teams und 2 Hunde in Ausbildung.

Als Rettungshunde werden meist mittelschwere, agile Hunde eingesetzt, eine eindeutige Begrenzung nach Rasse oder Größe existiert indes nicht. Das Training kann schon im Welpenalter erfolgen, es muss  jedoch spätestens mit dem vierten Lebensjahr die ersten Prüfungen erfolgreich abgelegt werden. Zudem verlangt die Ausbildung eines Rettungshundes von Mensch und Tier viel Engagement, denn beide müssen lernen, einander nicht nur zu vertrauen, sondern auch erfolgreich miteinander zu kommunizieren.

KatS LK Bad Kreuznach

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