Emsländer schulen Westfälische Rettungskräfte

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Das Fahrtechnik und Ausbildungszentrum (FAZ) in Holsterfeld schult regelmäßig Frauen und Männer, die Motorräder, Pkws, Kleintransporter, Lastwagen, Busse oder Sonderfahrzeuge lenken. In Theorie und Praxis werden regelmäßig Einsatzkräfte der FF, des Rettungsdienstet und DRK aus dem Kreis Steinfurt und Münster (NRW) mit der Fahrphysik und –dynamik vertraut gemacht.

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Im praktischen Part lernten die Feuerwehrmänner, dass die Fahrphysik bei den Fahrzeugen sich das Fahrverhalten auswirkt. (Foto: H. Lindwehr)

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Dieter Lohmann und Ewald Rühlmann machten die Feuerwehrmänner in Theorie und Praxis mit der Fahrphysik und –dynamik ihrer Einsatzfahrzeuge vertraut.(Foto: H. Lindwehr)

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Im praktischen Part lernten die Feuerwehrmänner, dass die Fahrphysik bei den Fahrzeugen sich das Fahrverhalten auswirkt. (Foto: H. Lindwehr)

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StBi Ralf Albers ist stellvertretender Leiter der FF Emsdetten, die 160 aktive Einsatzkräfte hat. In der Hauptwache stehen drei Löschzüge und am Standort Hembergen einer. Albers war mit sechs Maschinisten aus Emsdetten und sechs von der FF Saerbeck, die 111 aktive Einsatzkräfte in den drei Löschzügen Dorf, Sinningen und Westladbergen hat, zum FAZ nach Holsterfeld gekommen. Hier wurden sie von dessen Experten mit der Fahrphysik und –dynamik vertraut gemacht.

Für die Einsatzkräfte ist es lebenswichtig zu wissen, welche Gefahren täglich im Straßenverkehr lauern. Sie müssen im Fall der Fälle möglichst schnell den Einsatzort erreichen.  „Ihr müsst sicher ankommen um zu retten“, betonte FAZ-Leiter Ewald Rühlmann (Thuine). Wenn es wieder einmal gekracht habe oder es brenne, werde die Feuerwehr gerufen, um möglichst schnell effizient zu helfen. Oft seien dabei Menschenleben oder erhebliche Sachwerte in Gefahr. Dies wissen auch die Feuerwehrmänner aus Emsdetten und Saerbeck, die auf dem Übungsgelände hinter dem Rasthof Holsterfeld von den Spezialisten Rühlmann und Dieter Lohmann (Spelle) in der Theorie und Praxis mit der Fahrphysik und –dynamik konfrontiert wurden.

Sicher am Einsatzort ankommen

Die beiden Experten erklärten: „Wer schnelle Hilfe bringen will, der muss auch sicher am Einsatzort ankommen. Und dies gilt nicht nur für den Rettungsdienst und die Polizei, sondern ist ebenso für die Feuerwehren von sehr großer Bedeutung. Unsere Devise ist „Sicher ankommen um zu retten.“ Dies unterstrich Ralf Albers, der stellvertretender Leiter der FF Emsdetten ist. Er nahm mit seinen Kameraden und denen der FF Saerbeck an dem Fahrsicherheitstraining mit einem LF 20, GW-L 2, zwei TLF 3000, einem KdoW, ELW 1 und TSF W teil.

Zum Auftakt erklärte Rühlmann: „Die Fahrphysik befasst sich bei Kraftfahrzeugen mit den Auswirkungen physikalischen Gesetze auf das Fahrverhalten und die Wahrnehmungen der Fahrer und Fahrzeuginsassen. Das Wissen dieser Gesetzmäßigkeiten ist insbesondere beim Fahren mit Sonder- und Wegerecht von großer Bedeutung. Bei Kraftfahrzeugen wird der Kontakt zwischen Fahrzeug und Fahrbahn nur durch mehrere handtellergroße Flächen gegeben. Die Maximalkraft hängt vom hohen Kraftschlussbeiwert zwischen Reifen und Straße sowie der Radlast ab. Der Straßenzustand – trocken, feucht, nass, Schnee, Eis oder Schotter – hat den größten Einfluss auf den Kraftschlussbeiwert.“

„Es wird nicht konsequent genug gebremst“

Im praktischen Part wurde auf der präparierten Fläche mit Wasser ein Reibwert wie bei Schneeglätte simuliert. Die Teilnehmer stellten zunächst das Bremsverhalten auf trockener Fahrbahn fest. Auf der nassen Fläche wurde deutlich, dass der Bremsweg um einiges länger wurde. Fahrsicherheitsexperte Dieter Lohmann erläuterte: „Wir haben mit den Einsatzkräften im Rahmen der Prävention Unfallverhütung und –vermeidung praktiziert. Dabei war die Schlagbremsung mit den Großfahrzeugen bei Geschwindigkeiten von 20, 30 oder 40 Stundekilometern sehr wichtig. Bei vielen Verkehrsteilnehmern ist das starke Bremsen ein Problem. Es wird nicht konsequent genug gebremst, weil man Angst hat, dass sich das Fahrzeug überschlagen könnte“, so Lohmann. Die Feuerwehrmänner stellten fest, dass der Wagen nicht die Spur verlässt, denn genau das Gegenteil passiert, wenn man auf der Bremse bleibt.

„Die ganze Fahrphysik läuft über die Reifen. Der Zustand der Reifen – zu wenig Luftdruck oder Profil – ist für den Kontakt mit der Fahrbahn verantwortlich“, so Lohmann, von dem die Retter erfuhren, welche physikalischen Kräfte die Reifen in den Flanken aufnehmen müssen. In Verbindung mit dem Schwerpunkt stellten die Kameraden fest, dass ein höheres Auto sich mehr neigt und auch mal kippen kann, wenn man nicht „Herr der Situation ist“. Dem entgegen wirkte das Fahrsicherheitstraining.

Lastwechsel beim Slalom-Fahren

Slalom-Fahren will auch gelernt sein, denn dabei werden die Seitenführungen der Reifen beim Lastwechsel deutlich. Die Teilnehmer umfuhren links und rechts die im Abstand von 20 Metern aufgestellten Leipziger Hüttchen. Lohmann erklärte den zwölf Männern: „Wenn sich das Fahrzeug gar nicht beruhigt, sondern sich immer mehr auf schaukelt, sind die Grenzen schnell aufgezeichnet. Bei einer Gefahrbremsung einem Hindernis auszuweichen ist schon eine besondere Herausforderung für die Fahrer der Löschfahrzeuge.“

„Bei dem Fahrsicherheitstraining konnten viele Situationen durchgespielt werden, die während der Einsatzfahrt auf uns zukommen können. Wenn es dann zu Extremsituationen kommt, brauchen wir nicht lange überlegen und wissen, wie wir reagieren müssen“, resümierte Ralf Albers abschließend, der das Fahrsicherheitstraining regelmäßig durchführen lässt.

H. Lindwehr

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