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MELDUNGEN - 21. Februar 2013

Feuerwehr kritisiert Brandschutzkonzept von Stuttgart 21

2020_06

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Starke Rauchentwicklung und mangelhaftes Evakuierungskonzept sieht die Feuerwehr als Hauptproblem.

Die Stuttgarter Feuerwehr soll nach einem Bericht Stuttgarter Zeiung das von der Bahn bisher vorgelegte Brandschutzkonzept für Stuttgart 21 und die Anschlusstunnels weiterhin ablehnen.

Nach Informationen von Stuttgarter Zeitung.de bemängeln die Brandschützer nach wie vor das fehlende Evakuierungskonzept für den Tiefbahnhof, das im Katastrophenfall für maximal 16.000 Menschen ausgelegt sein müsse. Zudem stünden die vorgesehenen technischen Brandschutzeinrichtungen im Widerspruch zur Architektur der unterirdischen Durchgangsstation.

Dabei sieht die Feuerwehr das Hauptproblem in einer starken Rauchentwicklung, der die vorgesehenen Entrauchungsanlagen nach ihrer Auffassung nicht gewachsen seien.
Größte Bedenken soll der Chef der Stuttgarter Berufsfeuerwehr, Frank Knödler, auch hinsichtlich eines Teils der Tunnelbauten im Bereich Rosensteinpark haben. Dort hätte die Bahn ihre Planungen nach seinen Angaben geändert und sieht auf einer Strecke von rund einem Kilometer nur noch eine statt zwei Tunnelröhren vor. Im Brandfall sollen Rettungskräfte statt via zweiter Tunnelröhre über einen Rettungsstollen zum Einsatzort vordringen. Dies halten die Brandschützer für unzureichend.

Das S-21-Kommunikationsbüro teilte dagegen auf Anfrage mit, die Bahn werde gemäß der Planfeststellung unter dem Rosensteinpark zwei jeweils zweigleisige Tunnel bauen, eine Änderung sei nicht vorgesehen.

Dabei erreicht der Streit über die Kostenexplosion beim Bahnprojekt derzeit einen neuen Höhepunkt: Der Aufsichtsrat der Deutsche Bahn AG will die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg nach Informationen des Spiegels an den geschätzten Mehrkosten von 2,3 Milliarden Euro unbedingt beteiligen. Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SDP) und die Fraktionschefin der Grünen, Edith Sitzmann, wiesen das zurück: Es werde nicht mehr gezahlt als die vereinbarte Beteiligung von 930 Millionen Euro.

Der Bahn-Vorstand hatte im Dezember mitgeteilt, dass der Finanzierungsrahmen für Stuttgart 21 um 1,1 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro erhöht werden müsse. Hinzu kämen Risiken von 1,2 Milliarden Euro.

So saieht auch der frühere Stuttgart 21-Schlichter Heiner Geißler kaum noch Hoffnung für den umstrittenen neuen Bahnhof in Stuttgart. „Ich glaube, dass Stuttgart 21, so wie es jetzt geplant ist, keine Chance mehr hat“, sagte Geißler der Wochenzeitung „Die Zeit“.

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