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MELDUNGEN - 12. Juni 2013

Gelenkige Drehleiter

2020_06

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Metz Aerials hat seine 32-m-Drehleiter überarbeitet. Im Mittelpunkt stand dabei der neu entwickelte Gelenkarm.

Die Fa. Metz Aerials will nach eigener Aussage mit der neuen Drehleiter L32A-XS den Aktionsradius von Drehleitern neu definieren.

Die Weiterentwicklung der L32A mit absenkbarem Korbsegment, soll die Feuerwehr beim Höhenrettungseinsatz noch effizienter unterstützen.
Mit der XS-Drehleiter ist sie nun in der Lage auch Einsatzstellen, die selbst mit Gelenkdrehleitern bislang unzugänglich blieben zu erreichen. Zeigten diese ihre großen Stärken vor allem in der Höhe, wenn es galt, zurückversetzte Gaupen, Fenster und Balkone sowie die der Straßenseite abgewandten Gebäudebereiche zu erreichen, kommt die XS nun auch an die untersten Fassadenteile heran. Also an jene Einsatzstellen, die in schmalen Gassen oder bei beengten Platzverhältnissen bisher häufig im „toten Winkel“ des Bewegungsspektrums einer Drehleiter lagen und mit dem Korb nicht mehr angesteuert werden konnten. Möglich wird dies dank des neu entwickelten Gelenkarms, mit dem die Ingenieure von Metz Aerials, die Praxisanforderungen der Feuerwehren mit einfachen und funktionellen Lösungen erfüllen konnten.

Neuer Gelenkarm – mehr Freiheiten

Das Besondere am neuen Gelenkarm ist sein Drehmechanismus. Wie bei einem Taschenmesser ist der Drehpunkt am Leitersatz nach innen versetzt, die Leiterteile wurden dafür um drei Sprossenfelder geöffnet. So kann das Gelenk „früher“ als bei allen anderen Drehleitern abgewinkelt und eine neue Dimension an Wendigkeit erreicht werden. Der Aktionsradius verringert sich dabei auf 7,40 m, gemessen von der Mitte des Drehgestells bis zur Außenkante des Rettungskorbes.

Für einen horizontalen 180°-Schwenk ohne Unterbrechung benötigt die neue Metz L32 XS lediglich eine Straßenbreite von 9,5 m. Das Mehr an Beweglichkeit verschafft der Feuerwehr ein Mehr an Flexibilität im Einsatz. 6,15 m Abstand von der Fahrzeugaußenkante zur Hausfassade sind ausreichend, um die neue Metz Drehleiter stufenlos aufrichten zu können. Das heißt, sie kann entlang der Fassade hochgefahren werden und muss nicht zuerst parallel zur Straße aufgerichtet und anschließend gedreht und positioniert werden.

Auch das Absetzten des Korbes ist nun auf engstem Raum möglich: Nur 2,5 m müssen dafür vor der Fahrerkabine frei sein, und auch rundum das Fahrzeug kann der Korb extrem nahe platziert werden. Die Krankentrage lässt sich dann einfach und schnell auf Brusthöhe abnehmen.

Maximale Sicherheit

In den Leistungsdaten steht die XS trotz komplexerer Technik einer klassischen Drehleiter in nichts nach: Sie ist mit einer Rüstzeit von 70 s genauso schnell einsatzbereit wie die L32 ohne Gelenk, kommt auf eine Arbeitshöhe von 32 m und erreicht eine Normausladung (Ein-Mann-Grenze mit Korb) von 22,4 m.

Für sicheren Stand sorgt die bewährte Waagrecht-Senkrecht-Abstützung, die bei jeder Metz Drehleiter zum Einsatz kommt. Sie benötigt nur 4,85 m, um die volle Ausladung zu erreichen. Die Abstützbreite liegt damit innerhalb der Normbreite für Feuerwehraufstandsflächen (5 m). Ebenso verfügt die Abstützung über eine stufenlose Stützbreitenerfassung samt Bodendrucksensoren. Diese messen die Krafteinwirkungen und den Bodenaufstandsdruck bei jeder Stütze. Eine Metz-Drehleiter steht somit immer auf vier klar definierten Abstützpunkten und kann daher lt. Norm auch mit einer Restlast von 6 % betrieben werden, auch die neue XS.

Über den hydraulisch gesteuerten Terrainausgleich im Leitersatz werden Schräglagen bis zu 8,5° automatisch ausgeglichen. Die Abstützung kann diesen Neigungswinkel auf bis zu 14° (quer zur Fahrtrichtung) bzw. auf bis zu 11° (längs zur Fahrtrichtung) erweitern.

Stabiler Leitersatz

Herzstück der XS ist der Metz-Leitersatz. In Karlsruhe wird dieser aus hochfestem Feinkornstahl in patentierter Kastenknotenbauweise hergestellt. Diese sorgt für eine gleichmäßig verteilte Krafteinleitung in die Ober- und Untergurte und erhöht damit die Torsionssteifigkeit des gesamten Leitersatzes. Zur Absicherung gegen Überlast wird der Leitersatz über ein 3D-Lastmesssystem permanent überwacht.

Gemessen werden Kräfte wie Windlast, Drehanstöße, Torsionsbelastung oder Wasserabgabe. Daraus ermittelt die Steuerung automatisch und unter Berücksichtigung von Stützposition und Bodenaufstandsdruck den größtmöglichen Aktionsradius, in dem die Leiter sicher bewegt werden kann. Jede Metz-Drehleiter ist dank CAN-Bus, Joysticks und LCD-Displays intuitiv bedienbar.

Auch für die neuen Funktionen der L32 XS, wie beispielsweise das Absetzten des Korbes direkt vor dem Fahrerhaus, sind keine zusätzlichen Bedienschritte erforderlich. Die Displays sind klar gegliedert und zeigen alle für den Höheneinsatz erforderlichen Informationen an, inklusive Warnhinweise und gesperrte Bewegungen. Wird eine XS zum First-Attack-Kombifahrzeug ausgebaut, sprich mit Pumpe, Tank und Schnellangriff ausgerüstet, wird die Löschtechnik über dasselbe CAN-Bus-System gesteuert.

Aufgeräumt und klar gegliedert auch der Rettungskorb, der bei der XS zum Einsatz kommt. Bis zu vier Personen können damit befördert werden, die Nutzlast beträgt 450 kg. Über vier Zugänge kann der Korb ungehindert und von allen Seiten betreten werden. Das Bedienpult lässt sich bei Bedarf seitlich wegschwenken und ist somit immer dort, wo man es braucht bzw. niemals im Wege.

Multifunktional und richtungsweisend

Jede Feuerwehr hat ihre Schwerpunkte. Eine Metz L32 XS ist für alle Arten von Einsätzen gerüstet, sei es zur Rettung von Personen und Tieren, zur Brandbekämpfung oder für technische Hilfe-/Arbeitseinsätze in der Höhe. Bei Metz Aerials werden sie dafür mit Medienhochführungen (Wasser, Strom, Atemluft) vom Chassis über den Leitersatz bis zum Korb, mit aufsteckbaren oder fix verbauten Monitoren, mit starken LED- und Halogenstrahlern sowie Sprühdüsen zum Selbstschutz ausgestattet, um nur einige der zahlreich verfügbaren, teils optionalen Zusatzausstattungen zu nennen. Auch als XF-Version kann die Metz L32 XS geliefert werden. Durch einen hochstabilen, ultraflachen Unterbau bleibt die Gesamthöhe der Drehleiter unter 3,0 m.

Technische Daten

Fahrgestell       Mercedes-Benz 1529 F Atego
Motorleistung   210 kW/286 PS, Euro 5
Getriebe           Allison Automatik
Antrieb             4×2
Radstand         4760 mm
Fahrerhaus      180 mm verlängert
Besatzung       1+2
Gewicht           15,0 t tatsächliches 14,3 t (leer bei Auslieferung)
L x B x H          10 m x 2,5 m x 3,27 m
Podium             Al-Kunststoff-Podium, 6 GR mit Rollläden, Farbe RAL 3000 Abstützung       Waagerecht-Senkrecht-Abstützung, stufenlos,
Bodendrucküberwachung
Abstützbreite    min. 2,5 m, max. 4,85 m
Leitersatz          L32A-XS, vollautomatisch, 5-teilig,
Korbarm           neigbar, 4.35 m lang, pulverbeschichtet, Farbe RAL 7016
(anthrazit)
Arbeitshöhe      32 m,
Korbbodenhöhe 30 m
Steuerung        CAN-Bus
Hebelast           bis zu 4 t Leiterspitze
Rettungskorb    Nutzlast 450 kg (4 Personen)
Wasserwerfer   Metz/Alco HH365, Kapazität bis zu 2.000 l/min

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