Nicht alles Gold was glänzt

2022_10

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Die Schutzkleidung für Feuerwehren befindet sich im Umbruch. Seit einigen Jahren entscheiden sich die Wehren für eine goldene bzw. Sandfarbene Einsatzkleidung. Erstmals wurde sie Mitte der neunziger Jahre von PBI eingeführt.

Jahrelang galt die Farbe Beige bzw. Gold oder Sandfarben bei den deutschsprachigen Feuerwehren als ein No-Go, sogar als „Kartoffelsäcke“ wurden die Anzüge beschimpft, viel zu Amerikanisch und nicht konform mit dem Standard blau, der über Jahre als die Farbe für Feuerwehrschutzbekleidung galt. Doch der Blickwinkel der Feuerwehren hat sich stark gewandelt, wenn auch aus manchen Gesichtspunkten nicht nur zum Positiven, was die Schutzwirkung betrifft.

PBI Performance Products, Inc. brachte Mitte der Neunziger das erste Mal den goldenen Oberstoff aus Amerika nach Deutschland. Da PBI zu der Zeit noch nicht färbbar war, konnten PBI Oberstoffe nur in der Farbe Gold produziert werden. Doch durch die herausragenden Eigenschaften von PBI konnte diese Farbhürde bei vielen Feuerwehren, für die der Schutz das Wichtigste war, schnell überwunden werden. So sind alle PBI-Oberstoffe, sei es nun PBI Matrix oder PBI Gold, bekannt für ihre extreme Temperatur und Flammbeständigkeit, die durch Tests an unabhängigen Instituten immer wieder bestätigt wird.

Im Gegensatz zu Wettbewerbsprodukten brechen PBI-Gewebe weder auf, werden nicht brüchig, noch schrumpfen sie. Auch die lange Lebensdauer und das gleichbleibende Schutzniveau über die gesamte Lebenszeit sprechen für sich. Mittlerweile ist PBI auch in weiteren Farben wie Navy Blau und Schwarz erhältlich, jedoch sind die Vorteile heller Farbe nicht von der Hand zu weisen. So werden Feuerwehrmänner mit einer beigen Bekleidung bei Dämmerung und im Dunkeln schneller wahr genommen und im Sommer profitieren die Feuerwehrmänner von der hellen Farbe, da sie in diesen Anzügen nicht so schnell ins Schwitzen gelangen und die Gefahr von Hitzestress gemindert wird.

Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist, dass die Sichtbarkeit von Verschmutzungen deutlich besser ist, was dazu führt, dass Anzüge schneller zur Reinigung gebracht werden und somit schädliche oder sogar gesundheitsgefährdende Substanzen schneller entfernt werden. „PBI wird nicht schneller schmutzig – man sieht die Verschmutzung nur früher“, versichert der Hersteller. Doch die Farbe Gold, die lange Zeit als Zeichen für PBI Oberstoffe galt und eins der Alleinstellungsmerkmale von PBI darstellte, wird nun auch vom Wettbewerb hergenommen, die nach vielen Jahren den Trend zur hellen Farbe erkannt haben.

Helmut Zepf Vice President, Marketing & Sales PBI Europe and Middle East: „Selbstverständlich ist es ein gutes Zeichen, wenn man vom Wettbewerb imitiert wird, denn nur das Beste wird kopiert und nach dem wir lange Jahre die Vorarbeit gemacht haben ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass auch Wettbewerber auf diesen fahrenden Zug aufspringen.“ Dieser neue Trend birgt auch Verwechslungsmöglichkeiten, denn mit goldenen Feuerwehrstoffen wird seit langem nun mal PBI verbunden und es sollte jedem bewusst sein, dass nicht die Farbe für die Schutzwirkung sorgt, sondern ausschließlich das verwendete Material.

Unabhängige Tests, die PBI regelmäßig durchführen lässt, bestätigen stets die außerordentliche überlegene Schutzwirkung von PBI gegen Hitze, Flammen und Störlichtbogen im Vergleich zum Wettbewerb. Wichtig ist für Feuerwehrmänner und –frauen den beigen Oberstoff zu hinterfragen. Auf dem Etikett im Inneren des Anzugs kann abgelesen werden, um welchen Stoff es sich handelt oder auch der Konfektionär kann hierbei behilflich sein. Das passende Sprichwort lautet wohl: Es ist nicht alles Gold was glänzt!

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