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ABC-Einsatz wegen auslaufender Waschverdünnung

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In einem Betrieb in Herdecke wurde am Nachmittag des 19. April 2021 Waschverdünnung freigesetzt. Entsprechend rückte der ABC-Zug der Feuerwehr Herdecke zu der Einsatzstelle aus. Dort angekommen begann eine mühselige Arbeit für die Einsatzkräfte. 

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Ausgelaufene Waschverdünnung löste am Nachmittag des 19. April 2021 einen ABC-Einsatz in Herdecke aus. Foto: Feuerwehr Herdecke.

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Entsprechend mussten die ABC-Kräfte Chemikalienschutzanzüge tragen. Foto: Feuerwehr Herdecke.

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Außerdem musste ein Dekontaminationsplatz eingerichtet werden, um die ABC-Kräfte dekontaminieren zu können. Foto: Feuerwehr Herdecke.

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Gegen 15.31 Uhr ging am 19. April 2021 eine Meldung über das Freisetzen eines Gefahrstoffs bei der Freiwilligen Feuerwehr Herdecke (Ennepe-Ruhr-Kreis, NRW) ein. Dieser war in einem Industriebetrieb in der Wetterstraße in Herdecke ausgetreten. Entsprechend rückte die Wehr mit einem ABC-Zug zur Einsatzstelle aus.

Als die Einsatzkräfte der Herdecker Wehr vor Ort eintrafen, hatten die unternehmenseigenen Sicherheitsingenieure und die Betriebsfeuerwehr die Lage bereits erkundet. Dadurch hatten sie auch schon herausgefunden, welcher Stoff ausgetreten war. Zuerst sicherten die Kräfte die Einsatzstelle: Sie errichteten sowohl einen Absperr-, als auch einen Gefahrenbereich. Die Lage stellte sich wie folgt dar: 100 l Waschverdünnung waren in einem geschlossenen Raum ausgetreten, der auch belüftet ist. Der Stoff selbst stellte sich als brennbar und reizend heraus. Das Gebäude der Anlage grenzt zudem direkt an die öffentliche Bebauung an der Schillerstraße an.

Einsatzkräfte bereiten ABC-Vorgehen vor

Die Kräfte der Herdecker Wehr bereiteten vorsorglich einen Schaumangriff in Bereitstellung vor. Zudem gingen mehrere Trupps unter Chemikalienschutzanzug und Atemschutz in den Gefahrenbereich vor. Parallel fanden Messungen statt. Die Feuerwehr errichtete im Außenbereich einen Dekontaminationsplatz, um die vorgehenden Trupps du dekontaminieren. Die Einsatzstelle wurde außerdem in zwei Abschnitte aufgeteilt. Die Koordination sowie die Kommunikation erfolgten über den Einsatzleitwagen.

Überdies erhielt die angrenzende Bevölkerung per WarnApp NINA eine Information über den Einsatz. Die Auswirkungen hielten sich jedoch in Grenzen. Möglich war maximal eine leichte Geruchsbelästigung im Bereich Schillerstraße. Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten das ausgetretenen Medium weitgehend mit Bindemittel abbinden und aufnehmen. Die eingesetzten Chemikalienschutzanzüge erschwerten diese Tätigkeit allerdings sehr. Auch an Engstellen hatten die Einsatzkräfte Schwierigkeiten, das Bindemittel auszubringen.

Noch während des Einsatzes fand sich die Bürgermeisterin der Stadt Herdecke vor Ort ein und erkundigte sich über die Lage. Über die Kreisfeuerwehrzentrale Gevelsberg-Silschede kamen zudem weitere Atemschutzgeräte zur Einsatzstelle. An der Feuerwache Herdecke fand sich darüber hinaus für die Einsatzdauer eine weitere Besatzung ein, um den Grundschutz im Stadtgebiet sicherzustellen.

Der Einsatz endete für die Feuerwehr um 20.30 Uhr. Anschließend übergaben sie die Einsatzstelle an das Unternehmen sowie an ein spezielles Entsorgungsunternehmen. Die Feuerwehr Herdecke befand sich mit zwei Löschzügen im Einsatz.

Christian Arndt
Feuerwehr Herdecke

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