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EINSATZBERICHTE - NORDRHEIN-WESTFALEN - 16. Januar 2018

Feuerwehr Essen entschärft Weltkriegs-Bomben

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Das Jahr ist erst wenige Tage alt – doch schon zweimal musste der Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Entschärfung von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ausrücken. Beide Einsätze hatten ihre ganz speziellen Tücken.

Michael Hoff und Frank Stommel (v.l.) am entschärften Blindgänger Nummer 01/2018. (Foto: Mike Filzen)

Am Montagabend (15.1. 2018) ist der zweite Bombenblindgänger des Jahres 2018 in Essen erfolgreich entschärft worden. Frank Stommel (Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf) hatte es nach eigenen Angaben mit einem störrischen Exemplar zu tun. Der Aufschlagzünder der amerikanischen Bombe mit fünf Zentnern Gewicht ließ sich nicht ganz so leicht entfernen. Erschwerend kam die Lage des Blindgängers in einer Tiefe von etwa acht Metern hinzu.

Der ausgehobene Schacht war mit sogenannten Schachtringen gegen nachrutschendes Erdreich gesichert, immer wieder musste Wasser abgepumpt werden und am Ende wurde es Dunkel. Das nasskalte Wetter tat sein Übriges. Trotzdem war das Weltkriegsrelikt nach gut vier Stunden verladen.

Eine geringe Anzahl von Sperrstellen und nur wenige betroffene Anwohner machten das möglich. Das machte sich übrigens auch im Personalansatz bemerkbar, nur rund 60 Mitarbeiter von Polizei, Stadtwerke Essen, RGE, Ordnungsamt, Hilfsorganisationen und Freiwilliger sowie Berufsfeuerwehr waren an dieser Lage beteiligt.

Zufallsfund

Bereits am vergangenen Donnerstag (11.1. 2018) wurde bei der Baufeldaufbereitung für eine neue Kindertagesstätte an der Elisenstraße im Essener Ostviertel ein Bombenblindgänger gefunden.

Nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst das Weltkriegsrelikt als britische 5-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder identifiziert hatte, war klar, dass es noch am gleichen Tag zur Entschärfung kommen musste. In der Folge waren etwa 170 Einsatzkräfte, Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der RGE und weitere Helfer mit Absperren, Evakuieren, Transportieren und Kontrollieren beschäftigt. 20 Personen fanden sich in der Betreuungsstelle an der Hilgerstraße ein, weitere 24 Personen mussten mit Krankenwagen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

Probleme

Wie so häufig, tauchten am Ende noch Problemfälle auf, so kam es zu einem Notarzteinsatz an der bereits gesperrten Burggrafenstraße, eine Wohnung musste geöffnet werden, weil sich jemand weigerte, den Evakuierungsbereich zu verlassen. Unerwartet tauchten an verschiedenen Stellen Jugendliche auf, deren Schritte beschleunigt werden mussten, damit sie den Sperrbereich endlich verließen.

Erst dann konnte Frank Stommel mit der Entschärfung beginnen, die nach knapp 20 Minuten erfolgreich und ohne Zwischenfälle abgeschlossen war. „Es gab beim eigentlichen Entschärfen keine Schwierigkeiten, der Zünder ließ sich ohne Probleme entfernen. Der jetzt zahnlose Blindgänger ist verladen und wird später endgültig verwertet“.

M. Filzen/FW Essen

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