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WISSEN - 3. September 2020

Der Klimawandel bedroht Feuerwehr-Einsatzkräfte

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Über 1,3 Millionen Ehrenamtliche leisten in Deutschland bei den Freiwilligen Feuerwehren Dienst. Wie die aktuellen Zahlen der Unfallversicherungen von 2019 zeigen, sind sie dabei einem deutlich höheren Unfallrisiko ausgesetzt als andere Berufsgruppen. Der Klimawandel könnte dieses Risiko sogar noch erhöhen.

Feuerwehrdienstleistende sind einem größeren Unfallrisiko ausgesetzt als andere Berufsgruppen. Der Klimawandel wird künftigt dieses Risiko noch erhöhen.
Angehörige einer Feuerwehr sind einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Das zeigen Erhebungen der DGUV. Der Klimawandel wird dieses Risiko in den nächsten Jahren sogar noch erhöhen (Symbolbild). © Animaflora PicsStock – stock.adobe.com

Feuerwehrleute verunfallen fast doppelt so oft wie der Durchschnitt

2019 ereigneten sich 4.507 meldepflichtige Arbeitsunfälle und 384 Wegeunfälle, bei denen Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr zu Schaden kamen. Auch sechs Todesfällen sind darunter. In 2.454 Fällen wurden neue Renten an Versicherte oder ihre Hinterbliebenen ausgezahlt, ein klares Indiz für einen besonders schweren Unfallverlauf. In einigen Bundesländern weisen die dort tätigen Feuerwehrunfallkassen eine Unfallquote aus. Diese liegt bei 45,0 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je tausend Vollarbeiter. Dagegen liegt der Durchschnitt in der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bei 21,0 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je tausend Vollarbeiter. Somit ist die Unfallquote bei Feuerwehren mehr als doppelt so hoch.

Klimawandel erhöht Gefahrenlage

Für Tim Pelzl, den Leiter des Fachbereichs Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz der DGUV, zeigen die Unfallzahlen von 2019, dass der ehrenamtliche Feuerwehrdienst mit Risiken verbunden ist, die immer wieder zu schweren und sogar tödlichen Unfällen führen. „Das muss für alle verantwortlichen Personen und Feuerwehrführungskräfte auf kommunaler, Kreis-, Landes- und Bundesebene ein Ansporn sein, sich noch mehr für die Prävention von Unfällen im Feuerwehrdienst zu engagieren,“ ist er sich sicher.

Doch ein weiterer Risikofaktor könnte die Zahlen weiter in die Höhe treiben: Denn der der Klimawandel könnte dazu beitragen, dass sich die Gefahrenlage für Feuerwehrdienstleistende weiter erhöht. Die steigenden Temperaturen werden dafür sorgen, dass es in Zukunft vermutlich häufiger zu Starkregen-Ereignissen, Überflutungen und Vegetationsbränden kommt.

Welche Maßnahmen sind notwendig, damit Sicherheit und Gesundheit für Feuerwehrkräfte auch unter diesen Bedingungen gewährleistet werden können? Welche Schutzkleidung ist für diese Fälle am besten geeignet? Was bedeutet das für die Ausbildung? Tim Pelzl fordert: „Aspekte von Sicherheit und Gesundheit müssen integrale Bestandteile bei Aus-, Fortbildung sowie im Übungs- und Einsatzdienst der deutschen Feuerwehren sein. Das feuerwehrspezifische Vorschriften- und Regelwerk der DGUV und die Feuerwehrdienstvorschriften der Bundesländer bieten eine hervorragende Grundlage dazu.“

Weitere Informationen zum Thema Herausforderungen des Klimaschutzes für die Feuerwehr finden sich in der neuen Ausgabe des DGUV Forum, der Fachzeitschrift der gesetzlichen Unfallversicherung.

Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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