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TECHNIK - 25. September 2018

Neue Tunnelretter

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Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) beschafft für fünf Millionen Schweizer Franken bei der Hilton Kommunal GmbH vier Lösch- und Rettungsfahrzeuge für die Tunnelrettung Furka.

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Zweiwegfahrzeug der Matterhorn-Gotthard-Bahn (Foto: MGBahn)

Zweiwegfahrzeug der Matterhorn-Gotthard-Bahn (Foto: MGBahn)

Schlüsselübergabe auf der Innotrans 2018 in Berlin (Foto: MGBahn)

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Bei Zweiwegefahrzeugen handelt es sich um Fahrzeuge, die sowohl auf der Straße als auch auf Gleisen eingesetzt werden können. Die neuen Fahrzeuge zeichnen sich dadurch aus, dass sie verschiedene bewährte Systeme miteinander kombinieren. Bisherige Zweiwege-Rettungsfahrzeuge waren weder mit Überdruckcontainern zur Versorgung von Personen mit Atemluft ohne Masken ausgerüstet noch konnten diese in Doppeltraktion (Antrieb einer Zugskomposition mit zwei Triebfahrzeugen) verkehren. Bei Tunnelrettungskompositionen kommen Doppeltraktionen insbesondere deshalb zum Einsatz, um Löscheinheit einerseits und Rettungs- und Sanitätseinheit andererseits im Bedarfsfall trennen zu können. So lassen sich die Lösch- und Rettungsarbeiten im Tunnel fortsetzen, während mittels der zweiten Einheit betroffene Passagiere bereits zum nächsten Portalstandort evakuiert werden können.

Die neuen Rettungskompositionen der MGBahn verbinden nun erstmalig alle genannten Komponenten, indem ein LKW mit Lösch- und Rettungs-Aufbau (1. Einheit), ein Sanitätseisenbahnwagen sowie ein LKW mit Personentransport-Aufbau (2. Einheit) zu einer Rettungszugskomposition zusammengestellt werden. Sie werden an den Portalstandorten des Furkatunnels in Oberwald (CH, Kanton VS) und Realp (CH, Kanton UR) stationiert.

Höhere Rettungskapazitäten, mehr Flexibilität und geringere Anschaffungskosten

Die zukünftigen Rettungszüge bringen gleich mehrere Vorteile für die MGBahn mit sich: Da für den Antrieb LKWs mit herkömmlichen Dieselmotoren verwendet werden können, entfällt die Beschaffung von eigens für die Tunnelrettung bereitstehenden Lokomotiven, wodurch sich die Anschaffungskosten deutlich reduzieren lassen. Zudem können dank der zusätzlichen Überdruckcontainer auf den Ladeflächen der Lastwagen im Ereignisfall 60 anstatt wie bisher 30 Personen pro Fahrt evakuiert werden. Nicht zuletzt finden die Kompositionen mit einer Länge von 39 Metern Platz in den 40 Meter langen Remisen in Oberwald und Realp. Im Ereignisfall sind sie so sofort einsatzfähig, ohne dass zunächst noch eine Lokomotive angekoppelt werden muss.

Arocs als Basis

Die bei der Hilton Kommunal GmbH in Auftrag gegebenen Zweiwegefahrzeuge bauen auf dem Modell Arocs 8×4 mit 421 kW Motorenleistung von Mercedes auf. Die Lastwagen werden zusätzlich mit einem Hilfsrahmen ausgestattet, an dem die beiden Drehgestelle des Schienenfahrwerks montiert sind. Je zwei Lastwagen können in Vielfachsteuerung (Wendezugsteuerung) verkehren, wodurch die Komposition als Ganzes in den Tunnel einfahren und dort zur Personenrettung getrennt werden kann. Für die Bedienung verfügen die Fahrzeuge neben den Führerständen im LKW-Fahrerhaus zusätzlich über Hilfsführerstände auf den Heckseiten der Lastwagen sowie auf den Sanitätswagen. Die Höchstgeschwindigkeit der Rettungszüge beträgt 50 Stundenkilometer. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf über fünf Millionen Schweizer Franken.

Nach der rund 18-monatigen Bauzeit wurde das erste Fahrzeug jetzt erstmalig auf der Innotrans, der internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik, in Berlin vorgestellt.

Die Hilton Kommmunal GmbH gehört laut Firmenangaben zu den führenden Anbietern im Bereich Zweiwegetechnik. Mit ca. 100 Mitarbeitern werden an den Standorten Gehrden (Deutschland) und Maastricht (Niederlande) modernste Zweiwegefahrzeuge für kundenspezifische Anwendungen gefertigt. Alle Fahrzeuge werden in kompletter Eigenentwicklung hergestellt. Neben der Zweiwegtechnik werden im Werk Maastricht auch Feuerwehrfahrzeuge hergestellt.

Red. mit Hilton Kommunal GmbH

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