BREMEN UND NIEDERSACHSEN - TECHNIK - 17. September 2018

Neues Leitfahrzeug

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Die Feuerwehr Garbsen (NI) hat einen neuen Einsatzleitwagen beim Hersteller GSF abgeholt und einen 22 Jahre alten Vorgänger in Rente geschickt. Der ELW 2 ist auf einem MAN-Fahrgestell aufgebaut und besitzt einen dreigeteilten Kofferaufbau.

ELW 2 auf MAN-Fahrgestell, aufgebaut durch GSF (Foto: FF Garbsen)

ELW 2 auf MAN-Fahrgestell, aufgebaut durch GSF (Foto: FF Garbsen)

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Anfang Mai konnte die Stadtfeuerwehr Garbsen (Niedersachsen, Region Hannover) einen neuen Einsatzleitwagen ELW 2 beim Hersteller GSF in Twist im Emsland abholen. Das Vorgängerfahrzeug war nach 22 Jahren im Feuerwehrdienst im März wegen technischer Mängel außer Dienst gestellt worden.

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Funk- und Fernmeldegruppe (Einsatzleitung Ort – ELO) der Stadtfeuerwehr investierte in vierjähriger Planungszeit viele ehrenamtliche Stunden, um das neue Fahrzeug zu planen sowie den Bau zu begleiten. Am 9. Mai fand schließlich die Abnahme beim Hersteller statt. Anschließend wurde das Fahrzeug nach Garbsen überführt.

Nach einigen Nachbesserungen und Einbauten vor Ort steht das Fahrzeug nun für Einsätze im Stadtgebiet bereit. Die zukünftige Besatzung wurde in die Bedienung der vorhanden Funk-, Fernmelde- und Computertechnik in mehreren Schulungen eingewiesen.

Fahrgestell und Technik

Der neue Einsatzleitwagen ELW 2 ist auf einem MAN TGL 8.220 Fahrgestell aufgebaut und besitzt einen Kofferaufbau, der in drei Bereiche aufgeteilt ist. In der Mitte befindet sich der Zugang zu den zwei Betriebsräumen. Im vorderen Bereich befindet sich der Funk- und Fernmelderaum, in dem bis zu drei Arbeitsplätze besetzt werden können. Über das EDV-Programm Fireboard werden alle relevanten Daten und Nachrichten dokumentiert.

Es sind drei analoge 4m Funkgeräte und zwei 2 m Funkgeräte, ein Betriebsfunkgerät des städtischen Betriebshofes eingebaut. Jeder der zwei Hauptarbeitsplätze verfügt Major-BOS 4a Bedienstellen und zugehörige Headsets, einen PC, je zwei 24-Zoll Monitore, ein Tischtelefon, USB-Anschlüsse und hat Zugriff auf die Handapparate der eingebauten Funkgeräte. Die Umrüstung auf Digitalfunk ist vorbereitet.

Ein Multifunktionsgerät (Drucker, Fax, Kopierer) kann auf einem Auszug zu beiden Seiten (Funk- bzw. Besprechungsraum) ausgezogen und bedient werden. Ein Bedienfeld zum Stecken der Antennenverbindung auf dem Dach oder zwei ausfahrbaren Masten ist ebenfalls im Funkraum untergebracht.

Mit folgende Antennen ist das Fahrzeug ausgestattet:

  • auf dem Fahrerhausdach: 1x 4m/2m, 1x Tetra, 1x GPS-GSM-Antenne
  • auf dem Kofferaufbaudach: 2x 4m/2m, 1x 2m, 2x Tetra, 1x GSM, 2x UMTS/LTE, 1x DVB-T 2, 2xGPS-GSM-Antenne, 1x Iridium
  • auf den Masten: 1x DECT-Outdoorzelle, 1x WLAN-Außenzelle, 1x Tetra, 1x 2m, 1x GSM

In den Einbauschränken befinden sich Materialien zur Dokumentation und Einsatzunterlagen wie z.B. Alarmpläne.

Eine Telefonanlage Typ Mitel PUR-IP 108 (8 digitale und 4 analoge Ports, je eine Indoor- und Outdoor DECT-Basisstation) ist ebenfalls eingebaut Im hinteren Bereich des Koffers befindet sich der Besprechungsraum, in dem an einem Tisch sechs Arbeitsplätze für die Einsatzleitung vorhanden sind. An einem weiteren PC-Arbeitsplatz mit zwei Bildschirmen kann im EDV-System eine Übersicht der Lage geführt werden, die an einem großen 55- Zoll und zwei weiteren 24-Zoll Bildschirmen der Einsatzleitung zur Verfügung steht.

Weitere Dokumentation kann an den teils magnetischen Wänden befestigt werden. Es werden sechs Laptops für die Arbeit der Mitglieder der Einsatzleitung mitgeführt.

In den Einbauschränken sind unter anderem zehn Handfunkgeräte (2m), sechs schnurlose Telefone, Kennzeichnungswesten und weitere Materialien zur Einsatzdokumentation untergebracht. Auch ein Kühlschrank und eine Kaffeemaschine sind vorhanden. Beide Räume werden durch eigene Klimaanlagen versorgt.

Heckeinbauten

Im Heck des Fahrzeuges befindet sich ein Geräteraum in dem unter anderem ein 13-kVA-Stromerzeuger zur autarken Versorgung des Fahrzeuges vorhanden ist. Zwei mobile Warnanalagen (MOBELA) und Bierzeltgarnituren ergänzen die Ausstattung. Des Weiteren führt das Fahrzeug Gerätschaften zum Aufbau von Fernmeldeverbindungen sowie zur Stromversorgung, Werkzeuge und Verkehrssicherungsmaterial in den seitlichen Staukästen mit. Eine Nah- und Weit-Umfeldbeleuchtung ist am Koffer angebaut.

Das in RAL 3000 lackierte Fahrzeug ist mit gelber Warnbeklebung und Umrissmarkierung ausgestattet und rückt mit einer Besatzung von 1:1 aus.

Das Fahrzeug der Stadtfeuerwehr Garbsen ist im Feuerwehrhaus in Altgarbsen der Schwerpunktfeuerwehr untergestellt und wird von den Mitgliedern der ELO aus verschiedenen Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet bedient und besetzt. Für die Beschaffung des Fahrzeuges hat die Stadt Garbsen ca. 350.000 EUR aufgewendet.

FF Garbsen

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