Feuerwehrverband Baden-Württemberg startet Imagekampagne

2022_09

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„65 plus“, heißt die neue Kampage des LFV Baden-Württemberg, die anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des LFV in Lebengerufen wurde.

Zu seinem Landesfeuerwehrtag vom 22. bis 30. Juni 2013 in Stuttgart will der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg eine neue Imagekampagne starten, berichtet das online-Portal der Stuttgarter Nachrichten.

Mit der Kampagne „65 plus – Senioren aktiv in unseren Feuerwehren“ will der Verband unter Führung des baden-württembergische Feuerwehrpräsidenten Frank Knödler  die Zukunft der Feuerwehren sichern.

Das 150-jährige Jubiläum hält der Landesfeuerwehrverband dabei für einen guten Zeitpunkt, um sich für die demografischen Herausforderungen fit zu machen.
Die Lebenserwartung steigte. Geistige und körperliche Fitness der älteren Generation ebenso. Das Renteneintrittsalter ist geklettert. Was die Zukunft der Feuerwehren betrifft, rechnet Knödler sorgenvoll vor: „Die demografische Entwicklung von Deutschland stellt auch die Feuerwehren vor große Herausforderungen. Die Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen, also die Gruppe, aus der sich die Feuerwehren im Wesentlichen rekrutieren, wird von 34 Millionen im Jahr 1990 über heutige 30 Millionen auf 26 Millionen im Jahr 2030 sinken.“ Der Feuerwehrpräsident will daher die Jugendarbeit stärken, und fordert die dazu auf, verstärkt auch auf sogenannte Kinderfeuerwehren zu setzen. Vor allem schwört er auf die neue Kampagne „65 plus – Senioren aktiv in unseren Feuerwehren“. Innenminister Reinhold Gall (SPD), selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, sagt: „Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau ist man bis zu seinem Lebensende.“

Für den Minister sei die Feuerwehr schon jetzt ein erfolgreiches Generationenprojekt. Im Kreise der Feuerwehr, so der Minister gegenüber den Stuttgarter Nachrichten, finde jeder Mensch, egal welchen Alters „ein soziales Umfeld, das von gelebter Kameradschaft und Achtung geprägt ist“. Dazu komme, dass die Feuerwehr verstärkt zu einem kommunalen Dienstleister geworden sei, der in der Gemeinde oder in der Stadt eine Fülle von Aufgaben wahrnehme.

Aus gutem Grund habe der Gesetzgeber bislang für die Einsatzabteilungen in Baden-Württemberg die Altersgrenzen zwischen 17 und 65 festgesetzt. Vorgeschaltet sei die Jugendfeuerwehr, anschließend folge der Übertritt in die Altersabteilungen. In denen ging es bisher eher geruhsam zu. Das soll zwar so bleiben, doch Wissen und Können sollen dort nicht länger brachliegen.

Verschenktes Potenzial

Der Stuttgarter Minister Gall hat zusammen mit den Verbandsvertretern erkannt, dass die demografische Entwicklung im manchmal so beschaulichen Feuerwehrleben alles aus den Fugen geraten lässt. Im Innenministerium will man zwar nicht am Feuerwehrgesetz rütteln, das ein Ende des aktiven Feuerwehrdienstes mit dem 65. Lebensjahr vorsieht. Doch der 65. Geburtstag eines Feuerwehrangehörigen müsse nicht eine Vollbremsung dessen ehrenamtliches Engagements von „hundert auf null“ bedeuten, heißt es. Ministerium und Verband sehen da bislang ein „verschenktes Potenzial“ und prophezeien mit ihrer Kampagne eine „Win-win-Situation“ für alle Generationen.

Die erhofften Folgen: Die Aktiven können sich auf ihre eigentliche Arbeit besser konzentrieren, während die Senioren mit konkreten Aufgabenstellungen in den Feuerwehren sinnvoll eingebunden bleiben. Auch ein erhoffter Effekt: die Lücke derjenigen Feuerwehrleute aufzufüllen, die abspringen.
Vor allem im Alter zwischen 50 und 65 verabschieden sich viele erfahrene Feuerwehrleute aus dem Dienst. Nicht ohne Grund: In diesem Alter sind sie oft beruflich voll eingespannt und in Führungspositionen aufgerückt. Die zusätzlichen Feuerwehr-Aufgaben wachsen ihnen dann schnell über den Kopf. Aufgaben, die nun den über 65-jährigen Kameraden übertragen werden können.

Wie genau das funktionieren soll, ist in einer Handreichung des Innenministeriums beschrieben. Die über 65-jährigen Feuerwehrleute sollen unter anderem Verantwortung in der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen, in der Verwaltung, bei Wartungs- und Pflegearbeiten, in der Brandschutzaufklärung, bei verschiedenen Projekten und auch bei der Nachwuchsförderung.

Schnelle Eingreiftruppe Kinderbetreuung

Die wichtigste Frage lautet: Dürfen über 65-jährige Feuerwehrangehörige auch an Einsätzen teilnehmen? Vom Innenministerium kommt dazu ein eingeschränktes Ja. Grenzen würde es geben, wenn Feuerwehrleute per Piepser zum Einsatzort gerufen würden, wenn eine sofortige Präsenz im Feuerwehrhaus nötig sei oder wenn die Feuerwehrleute mit Blaulicht zum Einsatzort eilen müssten.
Keine Bedenken gibt es gegen Tätigkeiten wie das Bedienen von Pumpen, bei längeren Einsätzen, Lotsenfunktion, Transportfahrten, Logistik- und Versorgungsaufgaben. Ein weiteres Einsatzgebiet für betagte Feuerwehrleute könnte übrigens eine „Schnelle Eingreiftruppe Kinderbetreuung“ sein, wenn Vater und Mutter ausrücken und ihre Kinder zu Hause lassen müssen. Auf diese Weise könnte die Feuerwehr ein echtes Generationenprojekt bleiben.

Stuttgarter nachrichten.de /Red.

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