Grenzüberschreitende Rettungseinsätze

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In Zusammenarbeit mit Polen übernimmt Brandenburg die Vorreiterrolle in der Umsetzung grenzüberschreitender Rettungseinsätze.

Modellhafte Lösungen für die technischen Probleme zu grenzüberschreitenden Rettungsdiensteinsätzen sollen jetzt in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des Wojewodschaftsamtes Lebuser Land und der Stadt Frankfurt (Oder) erarbeitet werden.
Damit ist Brandenburg Vorreiter in der Umsetzung des deutsch-polnischen Rahmenabkommens zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungsdienst, das am 28. Mai 2013 in Kraft getreten ist. „Für uns ist es wichtig, dass, wer in eine Notsituation gerät, die bestmögliche gesundheitliche Versorgung erhält, egal ob auf der polnischen oder deutschen Seite der Grenze“, so Almuth Hartwig-Tiedt, Staatssekretärin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zum Ergebnis des gestrigen Netzwerktreffens von deutschen und polnischen Akteuren der Rettungsdienste, welches auf Initiative der Landesrettungsschule Brandenburg e.V. in Bad Saarow stattfand.

Brandenburg ist sich mit seiner längsten Grenzen zum Nachbarn Polen und der nachhaltigen Entwicklung der Zwillingsstädte seiner Vorreiterrolle bewusst. Von den drei Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wurde in Abstimmung mit den Grenzwojewodschaften bereits der Text einer Mustervereinbarung erarbeitet, der derzeit beim polnischen Gesundheitsministerium in Prüfung ist.

Am 21. Dezember 2011 wurde das Deutsch-Polnische Rahmenabkommen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungsdienst auf nationaler Ebene durch die Gesundheitsminister in Warschau unterzeichnet, das am 28. Mai 2013 in Kraft getreten ist. Damit wurde auf nationaler Ebene der rechtliche Rahmens für eine rasche und wirksame gegenseitige Hilfe und Unterstützung im deutsch-polnischen Grenzraum geschaffen. Mit dem Abkommen wurde geregelt, dass zur Umsetzung regionale Kooperationsvereinbarungen zwischen den Trägern der Rettungsdienste geschlossen werden können, um die organisatorischen Festlegungen zu grenzüberschreitenden Einsätzen, insbesondere hinsichtlich der konkreten Partnerinstitutionen, der Finanzierung und der Haftung zu regeln.

Um die Sprachbarriere im Rahmen gemeinsamer Einsätze zu überwinden, soll Englisch als Mittlersprache unter den Rettungsdienstmitarbeitern beiderseits der Grenze weiter etabliert werden. Die Netzwerkveranstaltung am 18. September war gleichzeitig auch der Abschluss der 10-tägigen praxisbezogenen Sprachausbildung im Jahr 2013 von 18 deutschen und polnischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rettungsdienst. Hier hat die praxisbezogene Sprachenfortbildung im Format „Tandem“ in Bad Saarow vorbildliche Arbeit geleistet. Die Zusammenarbeit mit dem Spracheninstitut der Europauniversität hat sich bewährt.

Für die Weiterführung der Sprachfortbildung müssen von den Partnern Wege der zukünftigen Finanzierung erschlossen werden. Zur Festigung der Kontakte und sprachlichen Kompetenzen der Rettungsdienstmitarbeiter bot das Bundesgesundheitsministerium die Finanzierung von gegenseitigen Hospitationen an.

Bezogen auf das Land Brandenburg ist die grenzüberschreitende Kooperation insbesondere zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice weit entwickelt. Zwischen diesen Partnern finden regelmäßige Treffen statt, es gibt bilaterale Absprachen zu gegenseitigen Rettungseinsätzen und es wurden zweisprachige Faxvordrucke für Rettungsdienstanforderungen und Einsatzprotokolle entwickelt.
Darüber hinaus wurden gemeinsame Übungen durchgeführt. An diese bestehenden Erfahrungen und Kontakte soll die bilaterale Arbeitsgruppe der Stadt Frankfurt (Oder) und des Wojewodschaftsamtes Lebuser Land unter Moderation des Brandenburger Gesundheitsministerium anknüpfen, um parallel zu den Verhandlungen zu den regionalen Kooperationsvereinbarungen eine modellhafte Lösung für die Organisation grenzüberschreitender Rettungsdienste im Brandenburgisch-Lebuser Land zu finden. Hartwig-Tiedt betonte: „Wir unterstützen alle Initiativen, die dazu führen, dass sich polnische und deutsche Rettungsdienste besser verstehen. Denn wenn es darauf ankommt, Leben zu retten, muss jeder Handgriff sitzen.“

Das Brandenburger Gesundheitsministerium hat mit seiner Kofinanzierung in Höhe von 17.523 Euro das INTERREG-IV-A-Projekt in der Euroregion Pro Europa Viadrina unterstützt. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 34.625 Euro.

Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Heinrich-Mann-Allee 103

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