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BREMEN UND NIEDERSACHSEN - MELDUNGEN - 18. Januar 2018

Mehr Einsätze für die Seenotretter

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Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter im Jahr 2017 mehr als 2.050 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei rund 500 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Für 2018 wurde zudem ein neuer „Bootschafter“ ernannt.

Mannschaftsbild mit „Bootschafter“: Schauspieler Till Demtrøder (M.) mit der Crew der HERMANN MARWEDE auf dem Vorschiff. (Foto: DGzRS)

Im Jahr 2017 haben die Besatzungen der 59 Seenotrettungskreuzer und -boote in Nord- und Ostsee bei insgesamt 2.056 Einsätzen (2016: 2.019 Einsätze)

  • 58 (56) Menschen aus Seenot gerettet,
  • 432 (621) Menschen aus drohender Gefahr befreit,
  • 467 (368) Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
  • 60 (47) Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
  • 890 (1.003) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
  • 537 (501) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 2.633 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen. Darüber hinaus war die SEENOTLEITUNG BREMEN (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC BREMEN) in 201 Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig.

Einschließlich aller Such- und Rettungsaktionen sowie Kontrollfahrten haben allein die 20 Seenotkreuzer (die 39 Seenotrettungsboote nicht mitgerechnet) im vergangenen Jahr 68.644  Seemeilen (ca. 127.129 Kilometer) in Nord- und Ostsee zurückgelegt. Das entspricht mehr als drei Erdumrundungen.

Seit Gründung der DGzRS am 29. Mai 1865 bis Ende 2017 haben ihre Besatzungen insgesamt 84.527 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit. Das entspricht in etwa der gesamten Bevölkerung der Städte Gießen (Hessen), Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Lünen (Nordrhein-Westfalen) oder Flensburg (Schleswig-Holstein).

Einsatzzahlen für die einzelnen Küsten

Die Einsatzzahlen verteilen sich auf die einzelnen Küsten wie folgt (Vorjahreszahlen in Klammern):

  • Niedersächsische Nordseeküste
    Die Besatzungen der an der niedersächsischen Küste stationierten Seenotrettungskreuzer und -boote haben bei 641 (600) Einsätzen 7 (2) Menschen aus Seenot gerettet und 77 (105) weitere aus Gefahrensituationen befreit.
  • Schleswig-Holsteinische Nordseeküste
    Die Stationen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste registrierten 241 (219) Einsätze. Die dortigen Mannschaften retteten 7 (3) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 34 (74) aus Gefahrensituationen.
  • Schleswig-Holsteinische Ostseeküste
    An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins waren die Seenotretter 700 (663) Mal im Einsatz. Sie retteten 22 (28) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 180 (285) aus Gefahrensituationen.
  • Mecklenburg-Vorpommersche Ostseeküste
    In Mecklenburg-Vorpommern waren die Seenotretter zu 474 (537) Einsatzfahrten unterwegs. Sie retteten 22 (23) Menschen aus Seenot und befreiten weitere 141 (157) aus Gefahrensituationen.

Aus der Rettungsflotte

2017 sind sechs neue Rettungseinheiten in Dienst gestellt worden:

  • der 28 Meter lange Seenotrettungskreuzer ANNELIESE KRAMER mit Tochterboot MATHIAS für die Station Cuxhaven,
  • der 20 Meter lange Seenotrettungskreuzer BERTHOLD BEITZ mit Arbeitsboot ELSE für die Station Greifswalder Oie sowie
  • die vier 10,1 Meter langen Seenotrettungsboote HANS DITTMER, SECRETARIUS, NIMANOA und SRB 68 für die Freiwilligen-Stationen Juist, Langeoog, Damp und Wangerooge. SRB 68 ist derzeit noch ungetauft, es erhält seinen Namen im Februar.

2018 werden ein weiterer 20-Meter-Seenotrettungskreuzer mit Arbeitsboot für die Schleimündung und drei weitere 10,1-Meter-Seenotrettungsboote für Timmendorf/Poel, Gelting und die Ausbildungsstation Neustadt i. H. abgeliefert. Drei weitere Seenotrettungsboote sind im Bau beziehungsweise beauftragt. Aufträge für weitere Neubauten will die DGzRS in diesem Jahr erteilen.

Neuer „Bootschafter“

Neuer Seenotretter-„Bootschafter“ im Jahr 2018 ist der Schauspieler Till Demtrøder, ein echtes Nordlicht, das auch im Segelboot auf Nord- und Ostsee zu Hause ist. Einem breiten Publikum ist der „waschechte“ Hamburger unter anderem durch seine langjährige Rolle als Zivilfahnder Henning Schulz in der ARD-Erfolgsserie „Großstadtrevier“ bekannt geworden. Große Beliebtheit errang er zudem als Old Shatterhand in der Inszenierung „Der Schatz im Silbersee“ bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg.

Till Demtrøder mit filmreifen Auftritt

„Ich kenne die Seenotretter seit Kindesbeinen. Ich war immer schon fasziniert von dem Tochterboot, das hinten rausfährt. Das geht jedem kleinen Jungen und auch vielen Männern noch so“, erzählt Demtrøder mit Begeisterung in der Stimme, die vielen Menschen auch aus Hörbüchern und Filmsynchronisationen vertraut ist. Ihn beeindruckt die Organisations- und Finanzierungsform der DGzRS: „Ich war völlig erstaunt, als ich erfahren habe, dass die Seenotretter ohne jegliche staatliche Hilfe auskommen. Das war mir lange überhaupt nicht klar. Es hat meinen Respekt noch mal vergrößert.“

Till Demtrøder folgt als „Bootschafter“ auf TV-Moderatorin Heike Götz. Sie drehte 2017 für die NDR-Sendung „Landpartie“ unter anderem mit den Seenotrettern der Stationen Bremerhaven und Fedderwardersiel. Nicht zuletzt taufte sie am 8. November in Warnemünde die NIMANOA. Das Seenotrettungsboot für die Station Damp ist Teil eines umfangreichen Neubau- und Umstationierungsprogramms, mit dem sich die Seenotretter auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereiten.

DGzRS

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