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MELDUNGEN - 2. Juni 2009

Rosenbauer-StLF 10/6 nach Normenentwurf

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Die ersten beiden Rosenbauer-Fahrzeuge sind seit einigen Monaten bei der Feuerwehr Anderbach in Rheinland-Pfalz im Dienst. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Seit einigen Monaten sind sie bei der Feuerwehr Andernach (Rheinland-Pfalz) im Dienst, die beiden ersten Rosenbauer-Fahrzeuge auf der Grundlage des derzeit diskutierten Normentwurfes für den Fahrzeugtyp StLF 10/6. Geliefert wurden sie mit dem CL-Aufbau (CL = „Compact Line“) des Unternehmens, als Trägerfahrzeug dient der Fahrgestelltyp MB 816.

Andernach, im Landkreis Mayen-Koblenz, gehört zu den ältesten Städten Deutschlands (1988 feierte man das 2000-jährige Bestehen) und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Aber der Ort ist auch ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Vor allem mittelständische Unternehmen und Dienstleister ergänzten die traditionell ansässigen Industrieunternehmen mit ihrem Schwerpunkt „Bau-, Stein- Erde“.

In Rheinland-Pfalz beschäftigte man sich immer intensiver mit der Frage, wie man die „Lücke“ zwischen einem TSF-W und dem Fahrzeugtyp LF 10/6 schließen könnte. Der Trend zu einer solchen Lösung zeichnete sich übrigens nicht nur in diesem Bundesland ab, auch in Baden-Württemberg (Stichwort TLF 1000) gab es bereits früher einschlägige Analysen.
Im Zuge der Überlegungen entstand im November 2005 in Rheinland-Pfalz der Entwurf einer Richtlinie für ein so genanntes „Mittleres Löschfahrzeug“ (MLF) auf der Basis eines handelsüblichen Fahrgestelles mit einer maximal möglichen Gesamtmasse von 7,5 t, Staffelbesatzung, eine fest eingebaute Pumpe, ein Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von mindestens 600 Litern sowie die feuerwehrtechnische Beladung für eine Gruppe waren die wesentlichsten Grundelemente dieses Konzeptes.

Auf Basis der Anforderungen der FF Andernach konzipierte Rosenbauer ein zugeschnittenes Fahrzeug und erhielt letztendlich den Zuschlag für die „Compact Line“, dem Aufbaukonzept mit bauartbedingten Gewichtseinsparungen, verbesserten und flexibel gestaltbaren Innenraumvarianten, modernste CAN-Bus Steuerung und einer Reihe von weiteren Detailinnovationen. Bei der Wahl des Fahrgestells fiel die Entscheidung der Wehr vor allem aus Gewichtsgründen letztendlich auf den MB 816 mit 115 kW Motorleistung.

Die Grundlage für das Gesamtfahrzeugkonzept bildeten die Technische Richtlinie „MLF“ bzw. der Entwurf zur DIN 14530-25 „StLF 10/6“. Die Fahrzeuge mit Staffelkabine (zwei der vier rückwärtigen Sitzplätze mit PA, zwei weitere Geräte werden im Aufbau mitgeführt) sind mit einer Rosenbauer N20 Normaldruckpumpe (FPN 10-1000, 1.500 l/min bei 10 bar) und einem 1.000 l fassenden Wassertank ausgestattet. Mit diesem Löschmittelvolumen – ergänzt durch 3 x 20 l Schaummittel in Kanistern – entschied sich die Wehr für die größtmöglichste Komponente im Rahmen der zur Verfügung stehenden Gewichtsgrenze, der Normentwurf schreibt eine Mindestmenge von 600 l vor.

Für die schnelle Löschmittelabgabe steht eine Schnellangriffseinrichtung mit 50 m formfestem Druckschlauch zur Verfügung. Auf das von Rosenbauer optional angebotene CAFS-System verzichtete die Andernacher Wehr ebenso wie auf die Verlastung einer zusätzlichen TS (Zusatzbeladung im Normentwurf).

Das Fahrzeug der Kernstadt ist neben der DIN-Grundbeladung zusätzlich u.a. mit einem Hochleistungslüfter, jenes der Ortsteilfeuerwehr Miesenheim mit einem Kombi-Gerät Schere/Spreizer (Lukas LKS 35) ausgestattet – eines der ganz wenigen Unterschiedsmerkmale im Bereich der Beladung übrigens, zurückzuführen auf die Analyse der in anderen Fahrzeugen der jeweiligen Wehr vorhandenen Ausstattung.

Der Zugriff auf die Ausrüstung erfolgt über die beiden seitlichen, tiefgezogenen Großflächen-Rollladenverschlüsse, die sich per Knopfdruck ebenso zentral betätigen lassen wie der heckseitige Pumpenbedienstand mit den darüber gelagerten Saugschläuchen samt Zubehör. Auf dem Fahrzeugdach befinden sich eine Steckleiter sowie eine Dachbox.

Beide Fahrzeuge sind mit einem pneumatischen Lichtmast mit 500-Watt Scheinwerfern, einem tragbaren 5 kVA-Generator sowie einer Verkehrswarneinrichtung im Fahrzeugheck ausgestattet.

Insgesamt stehen bei den 6.150 mm langen, 2.350 mm breiten und 2.870 mm hohen Fahrzeugen derzeit noch Gewichtsreserven von bis zu 100 kg zur Verfügung – aus Sicht der Nutzer ein „angenehmer“ Nebeneffekt.

Nach rund sechs Monaten zog Wehrleiter Willi Monn eine positive Erfahrungsbilanz:
„Die Entscheidung zur Beschaffung der beiden ersten Fahrzeuge dieser Bauart haben wir uns nicht leicht gemacht. Gerade bei einer Feuerwehr mittlerer Größenordnung gilt es auch mit Blick auf die vorhersehbare lange Nutzungsdauer vielfältige Faktoren zu berücksichtigen – vor allem dann, wenn es vom Prinzip her um Prototypen geht. Die bisher mit den beiden StLF gesammelten Erfahrungen – sowohl als Bestandteil des Löschzuges als auch als „Erstschlag“- oder Einzeleinheit – haben bestätigt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben.“

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