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Seenotretter bewahren Familie vor dem Kentern

2019_11

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Am Nachmittag des Donnerstag, 31. Oktober 2019, eilten die Seenotretter einer vierköpfige Familie vor dem Cuxhavener Amerikahafen zu Hilfe. Deren kleines Motorboot wurde rechtzeitig aus der Gefahrenzone geschleppt und die Familie somit vor dem drohenden Kentern bewahrt. 

Das Tochterboot Mathias des Seenotrettungskreuzers Anneliese Kramer der DGzRS verlässt mit Höchstfahrt den Cuxhavener Fährhafen. Foto: Ulrich Nehls

Aufgrund von Motorproblemen hatte die Familie um kurz nach 17.00 Uhr einen Notruf abgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich mit ihrem Motorboot vor dem RoRo-Terminal. Dort herrschte eine starke Strömung, in der der Skipper (der Familienvater) den Anker auszubringen versuchte. Zugleich alarmierte sein etwa achtjähriger Sohn am Mobiltelefon die Cuxhavener Berufsfeuerwehr, welche wiederum umgehend die Seenotretter benachrichtigte.

Situation beim Eintreffen der Seenotretter

Der Seenotkreuzer Anneliese Kramer der DGzRS ist im benachbarten Fährhafen stationiert. Nach dem Notruf nahm sein Tochterboot Mathias sofort Kurs in Richtung Unglücksstelle auf. Dabei eilte die Besatzung mit Höchstfahrt gegen den Strom der in Not geratenen Familie entgegen. Schließlich fanden die Seenotretter deren rund 8 m langes Boot in der starken Strömung vor Anker. Dabei beschreibt Seenotretter Andreas Hahn die gefährliche Situation, die sich im bot, mit folgenden Worten: „Die Familie war in erheblicher Gefahr und das kleine Boot befand sich in nur noch rund 2 m Entfernung zu den großen Dalben. Wenn der Anker nicht mehr gehalten hätte, dann wäre das Boot möglicherweise in kürzester Zeit im Strom gekentert.“

Dabei wussten die Seenotretter zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sich nicht nur der Skipper und sein Sohn an Bord des Schiffs befanden. Denn unter Deck hielten sich zudem auch die Mutter sowie ein Säugling im Alter von sechs Monaten auf.

Einsatz für den Rettungsdienst

Nach ihrem Eintreffen stellten die Seenotretter sofort routiniert eine Schleppverbindung her. Die Berufsfeuerwehr Cuxhaven hatte inzwischen ebenfalls ein kleines Boot zu Wasser gelassen. Damit sicherten die Einsatzkräfte das Seenotretter-Manöver ab.

Während der Skipper bei der Übergabe der Schleppleine noch signalisiert hatte, dass keine medizinische Hilfe erforderlich sei, änderte sich die Lage im weiteren Verlauf. Denn beim Abschleppen bemerkten die Seenotretter, wie der Mann leicht in sich zusammensackte. Deshalb alarmierten sie sofort einen Notarzt und einen Rettungswagen in den Amerikahafen. Dort übernahm der Landrettungsdienst dann die weitere Versorgung der Familie.

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

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