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BADEN-WÜRTTEMBERG - WISSEN - 18. November 2020

Corona: Angaben bei einem Notruf sollten korrekt sein

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Corona stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Allerdings sind die Rettungskräfte verstärkt einer möglichen Bedrohung ihrer Gesundheit ausgesetzt. Dies gilt besonders, wenn Menschen den Notruf wählen und unzureichende Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen. Dafür appelliert auch der Kreisfeuerwehrverband Calw.

Korrekte Angaben zum Gesundheitszustand eines Hilfesuchenden helfen den Einsatzkräften, sich richtig auf den Einsatz vorzubereiten.
Korrekte Angaben zum Gesundheitszustand des Hilfesuchenden während eines Notrufs helfen den Einsatzkräften, sich richtig auf den Einsatz vorzubereiten. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw/Udo Zink.

Die aktuelle Pandemie stellt die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen. Besonders betroffen sind die Helfer des Rettungsdienstes, die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr im Landkreis Calw (BW) sowie alle unter Blaulicht fahrenden Einheiten. Allerdings stellt der Umgang mit dem Virus gerade für alle Mitarbeiter in den Rettungsorganisationen eine direkte Bedrohung ihrer Gesundheit dar. Die Gefahr ist vor allem dann groß, wenn Patienten oder beteiligte Personen den Notruf wählen und im Gespräch mit der Integrierten Leitstelle (ILS) zum aktuellen Gesundheitsstand sowie den aktuellen Umständen nur unzureichende Angaben machen.

Michael Rentschler, Leiter der ILS in Calw, schildert hierzu: „Wir standen in letzter Zeit mehrfach vor dem Problem, dass die Hilfskräfte sich im Vorfeld der Behandlung bei detaillierten Angaben der Anrufenden besser vor einer möglichen Ansteckung hätten schützen können.“ Daraus folgte, dass dringend benötigte Mitarbeiter für zwei Wochen vorsorglich in häusliche Quarantäne mussten. Das stelle für die Personalplanung eine große Herausforderung dar.

Wichtige Angaben zu Corona

Kommt es zu einem Notruf, müssen auf jeden Fall wahrheitsgemäße Angaben zu einer möglichen Corona-Infektion gemacht werden. Die Mitarbeiter der ILS ermitteln mögliche Symptome, um das Gefährdungspotenzial für die Rettungskräfte zu analysieren. Dazu stellt sie z.B. folgende Fragen:

– Hatten Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person?
– Haben Sie momentan Husten oder Fieber?
– Leiden Sie unter Geruchs- oder Geschmacksverlust?
– Leiden Sie an Abgeschlagenheit oder Atembeschwerden?

Für die Rettungskräfte ist die Meldung unerlässlich, dass sie es möglicherweise mit Risikopatienten zu tun haben. Denn sie sind im Umgang mit infizierten Personen ausgebildet. Außerdem stellen Infektionstransporte kein Problem dar: Denn auf den Einsatzfahrzeugen befindet sich spezielle Infektionsschutzausrüstung.

Zum Schutze ihrer Gesundheit bitten die Rettungskräfte daher eindringlich um korrekte Angaben beim Telefonat mit der Leitstelle. Denn es ist von äußerster Wichtigkeit, sich selbst zu schützen. Zudem sollte der Hilfesuchende und alle am Notfallort anwesenden Personen nach Möglichkeit unbedingt einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Wichtige Rufnummern im Notfall

Notruf 112 – Feuerwehr und Rettungsdienst. Diese Nummer ist ausschließlich Notfällen vorbehalten. Bei Bränden, Unglücksfällen, lebensbedrohlichen Unfällen sowie medizinischen Notfällen wenden Sie sich an die Feuerwehr bzw. den Rettungsdienst. Beide erreichen Sie unter derselben Nummer. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl. Sie werden zur örtlich zuständigen Leitstelle geleitet. Die 112 gilt europaweit und ist kostenlos, egal ob Sie von zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufen. In weniger schwerwiegenden Fällen hilft Ihnen der Ärztliche Bereitschaftsdienst.

116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst. Bitte rufen Sie diese Nummer nicht für die Klärung ordnungspolitischer Fragen an. Handelt es sich um eine Erkrankung, mit der Sie normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden, aber die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig. Sie erreichen ihn unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116117. Die Nummer funktioniert ohne Vorwahl. Sie gilt deutschlandweit und ist kostenlos, egal ob Sie von zu Hause oder mit dem Mobiltelefon anrufen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.116117info.de

19222 – Krankentransport. Für einen Krankentransport unter medizinisch-fachlicher Betreuung gibt es eine gesonderte Rufnummer: 19222. Beachten Sie hierbei, dass Sie auch vom Festnetz aus die Ortsvorwahl der für Ihren Kreis zuständigen Leitstelle vorwählen müssen.

Udo Zink
Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

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