DGzRS: Seenotretter bergen verlorene Forschungsdaten

2024_06

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Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers Anneliese Kramer der DGzRS fand im Februar eine Art Boje mit wissenschaftlichen Instrumenten. Schnell stellte sich heraus: Die Seenotretter haben wichtige Forschungsdaten gerettet.

Schiff der DGzRS
Im Februar fand ein Team DGzRS ein seltsames Objekt im Wasser. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Menschen in Seenot und havarierte Schiffe – das ist der Alltag der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), nicht nur an der Station Cuxhaven und ihren Seenotretter/-innen. Darunter befindet sich schon auch mal eine prominente Person. Regelmäßig sammeln sie aber auch im Wasser treibende Objekte ein, um die Gefahr für Schiffe zu verringern.

So war es auch am 4. Februar 2023: Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers Anneliese Kramer stieß bei einer Kontrollfahrt auf der Außenelbe auf einen Gegenstand, der im Wasser trieb. Zunächst ging man davon aus, dass es sich dabei um eine beschädigte Fahrwassertonne handelte, wie Vormann Hanno Renner später berichtete.

Zusammen mit dem Tochterboot Mathias barg man den Gegenstand. Auf dem gelben Gerät mit rotem Auftriebskörper befanden sich eine französische Telefonnummer und eine Mailadresse. Renner nahm Kontakt auf.

Gelbe Sonde mit französischen Kontaktdaten
Schnell stellte sich heraus, dass das Fundstück keine Fahrwassertonne war. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Freude in der Bretagne

Dieser Kontakt sorgte weit im Westen, rund 1.100 km entfernt, für Begeisterung. Das mysteriöse Objekt war ein Forschungsgerät der Ingenieurshochschule ENSTA Bretagne (École nationale supérieure de techniques avancées) aus Brest in der Bretagne.

Das Gerät, das Renner und sein Team einsammelten, war ursprünglich vor der Küste montiert. 2022 sollten die Akkus gewechselt werden. Dabei stellte sich heraus: Die Meeresströmung hatte die Sonde mit sich gerissen – das Gerät schien verloren.

Durch den Ärmelkanal

Mit mehreren solcher Sondern forschten Flore Samaran und Maëlle Torterotot mit ihrem Team an der französischen Westküste. Ihr Ziel: Meeressäuger im maritimen Nationalpark Iroise und ihre Geräusche.  Mit den Daten und dem Projekt „CETIROISE“ erhofft man sich Informationen über die Verbreitung und Lebensweise von Wal- und Delfinarten.

(v. l.) Flore Samaran, Maëlle Torterotot und Julie Beesau von der Ingenieurshochschule ENSTA Bretagne mit dem zurückgekehrten Forschungsgerät. Foto: ENSTA Bretagne

Wie das Gerät von der Bretagne nach Cuxhaven gelangte, ist mittlerweile geklärt. Das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen – die deutsche Rettungsleitstelle See, betrieben von der DGzRS – berechnete den Weg mit einem Computerprogramm anhand der Drift- und Strömungsverhältnisse. Dabei stellte sich heraus, dass die Boje über den Ärmelkanal zur Kugelbake gelangt war.

Rückkehr nach zwei Monaten

Den Rückweg trat die Boje per Post an. In Frankreich angekommen, stellte sich heraus, dass die verloren gegangenen Daten noch ausgelesen werden konnten. Daher gab es von Torterotot und ihrem Team ein großes Dankeschön an die Seenotretter/-innen, die das Gerät geborgen und zurückgeschickt haben – zwei Monate, nachdem es am 9. Dezember 2022 seine Reise angetreten hatte.

Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

 

 

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