DLRG-Bilanz: Weniger Badetote

2022_10

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Im vergangenen Jahr sind 404 Menschen in Deutschland ertrunken – das waren fast 25 % weniger als im Vorjahr. Doch die positive Entwicklung geht vor allem auf den zu kalten Sommer zurück.

Nur in bewachten Badegebieten besteht für Menschen, die im Wasser in Not geraten, die Chance auf Hilfe und Rettung. (Foto: DLRG)

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 404 Menschen – zum Großteil Erwachsene – ertrunken. „Binnengewässer sind nach wie vor die Gefahrenquelle Nummer eins. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, an unbewachten Seen und Flüssen zu ertrinken, ist auch deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, beschreibt Achim Haag, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Gefahrenlage.

Kühler Sommer sorgte für Rückgang

Die Anzahl der Opfer ist 2017 um 24,8% auf 404 zurückgegangen. Ursächlich für die auf den ersten Blick positive Entwicklung war der Sommer mit vielen Regentagen und kühlen Temperaturen. Er hat viele Menschen von einem Bad im See oder an den Küsten abgehalten. „Der Wettergott hat uns in die Karten gespielt“, kommentierte der DLRG-Präsident das Ergebnis. Wie sich einigermaßen schönes Wetter auf die Ertrinkungsfälle auswirken kann, hat der Juni gezeigt: 69 Männer, Frauen und Kinder ertranken allein in diesem Monat, mehr als ein Sechstel der tödlichen Wasserunfälle des gesamten Jahres.

Die tödlichen Unfälle an Nord- und Ostsee haben sich im Vergleich zu 2016 um zwei Fälle erhöht. An den Küsten zwischen Borkum und Usedom starben 28 Menschen (sechs in der Nord- und 22 in der Ostsee), davon viele beim Segeln oder Angeln. Deutlich gesunken sind die Todesfälle in Schwimmbädern. 2017 verzeichnete die DLRG-Statistik zwölf Opfer in Frei-, Hallen- und Naturbädern. In privaten Swimmingpools ertranken zwei Menschen, darunter ein Kleinkind.

Viele Ältere unter den Opfern

Besonders vom Ertrinken betroffen sind Ältere. In der Altersklasse ab 55 Jahren ertranken 147 Menschen, das sind 36,4 Prozent der Gesamtzahl, im Vorjahr waren es noch 32,4 Prozent.

Negativ sind auch die Ergebnisse bei den jungen Menschen ausgefallen. Fünf Kinder im Grundschul- und neun im Vorschulalter kamen im Wasser ums Leben. DLRG-Präsident Haag: „Hier ist sicherlich die zurückgehende Schwimmfertigkeit bei den Kindern eine Ursache.“

Flüchtlinge sind fast immer Nichtschwimmer

Eine besondere Risikogruppe stellen weiterhin die Flüchtlinge. Im vergangenen Jahr ertranken 23 Asylsuchende, die so gut wie alle Nichtschwimmer waren. Die DLRG hatte bereits frühzeitig gehandelt und die Baderegeln in über 25 Sprachen übersetzt sowie Piktogramme der Baderegeln zum kostenlosen Nachdruck entwickelt und den Kommunen wie auch Gliederungen der DLRG zum Download zur Verfügung gestellt.

Wie in den Vorjahren ertranken die meisten Menschen in Bayern, dort kamen 86 Personen ums Leben. Auf Rang zwei rangieren Niedersachsen, das flächenmäßig zweitgrößte Bundesland, mit 55 und Nordrhein-Westfalen ebenfalls mit 55 Todesfällen, dritter ist Baden-Württemberg (38). Es folgen Sachsen (34) und Mecklenburg-Vorpommern (32). Wie in den Vorjahren ertranken im Saarland mit einem Todesfall und Bremen mit zwei Todesfällen die wenigsten Menschen.

Red. mit DLRG

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