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HESSEN - MELDUNGEN - 2. März 2021

Umbau einer historischen Feuerwache in Frankfurt a. M.

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Die Feuer- und Rettungswache an der Heinrichstraße in Frankfurt am Main existiert seit 120 Jahren. Die Einsatzkräfte der Wache beschützen einen Großteil der Frankfurter Innenstadt. Aufgrund steigender Einsatzzahlen muss nun ein Neu- und Umbau der Wache erfolgen. Dabei ist der Mannschaft die Identifikation mit dem historischen Standort sehr wichtig. Deswegen kommt dem geplanten Bauprojekt eine große Bedeutung zu. 

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Ein Neu- und Umbau soll an der historischen Feuerwache in der Heinrichstraße erfolgen. Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main.

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Denn die alte Feuerwache entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main.

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Den dort stationierten Einsatzkräften ist es allerdings wichtig, dass das äußere Erscheinungsbild trotz Umbau erhalten bleibt. Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main.

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Auch deswegen ist u. a. Dienstgruppenleiter Jürgen Mahler an der Planung von Neu- und Umbau beteiligt gewesen. Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main.

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Eine Vielzahl an Akteuren waren an den Planungen beteiligt, u.a. Stadtpolitik, Grundstücksgesellschaft BZKR und Einsatzkräfte. Foto: Feuerwehr Frankfurt am Main.

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Jürgen Mahler ist Dienstgruppenleiter und seit 16 Jahren auf der Feuer- und Rettungswache in der Heinrichstraße in Frankfurt am Main (kreisfrei, HE). Das Einsatzgebiet seiner Wache erstreckt sich von Griesheim über Bockenheim und das Westend sowie über die Innenstadt bis zur Konstablerwache. Neben dem Hauptbahnhof und dem Bahnhofsviertel befinden sich auch das Bankenviertel, die Messe und das Gallus in diesem Bereich. Es ist viel los pro Schicht: Durchschnittlich acht Feuerwehr- und 35 Rettungsdiensteinsätze bearbeiten die 24 Frauen und Männer pro 24-Stunden-Schicht. Tendenz steigend.

Das liegt vor allem daran, dass die Stadt sich verändert. Das Einsatzspektrum und auch die Anzahl der Einsätze wachsen. Der für die Feuerwehr zuständige Dezernent Markus Frank bestätigt das: „Wo früher der Güterbahnhof war, ist jetzt das Europaviertel und eine große Mall. Die Stadt verdichtet sich und wird komplexer – wir sorgen dafür, dass sich die Sicherheitsinfrastruktur mit anpasst.“

Umbau soll historischen Charakter erhalten

Die Wache an der Heinestraße hat schon viel erlebt. Das verwundert nicht, denn sie ist seit Mai 1901 in Betrieb. Damals allerdings noch als „Feuerwache Westend“. Die damalige Ausstattung der Wehr bestand aus vier Wagen für Personen, Geräte, Leiter und Dampfspritze sowie acht Pferden. Die Halle mit den großen Toren dient heute noch als Fahrzeughalle. Allerdings passen einige moderne Fahrzeuge, bspw. die Drehleitern, nicht mehr hinein. Und auch für die anderen Lkw-großen Fahrzeuge gelten nach einer Sanierung schärfere gesetzliche Vorgaben hinsichtlich der Sicherheitsabstände. „Ein Neubau ist unumgänglich geworden, aber es war vielen auf der Wache sehr wichtig, dass ‚ihre Wache‘ gleichzeitig erhalten bleibt“, sagt Jürgen Mahler über die Pläne.

Viele Überlegungen und Gespräche haben fanden statt zwischen

  • der Branddirektion,
  • der Stadtpolitik,
  • der BKRZ Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, die alle Feuerwehr- und Katastrophenschutzbauten verwaltet und entwickelt,
  • dem Architekturbüro, das die öffentliche Ausschreibung gewonnen hat,
  • Mitgliedern der Wache und
  • Vertretern des Denkmalschutzes.

Nun steht das Ergebnis dieser planerischen und baulichen Herausforderung fest. Drei Ziele sollen insgesamt verfolgt werden: Das historische Erscheinungsbild soll erhalten, die funktionalen Abläufe für die Feuer- und Rettungswache optimiert und ausgebaut sowie innerstädtischer Wohnraum geschaffen werden.

Altbau bekommt neue Funktion

Entsprechend gehen die Akteure nun die Sanierung und den Umbau des Altbaus an. Dieser wird zukünftig hauptsächlich für den Rettungsdienst mit seinen etwas kleineren Fahrzeugen genutzt. Das alte Treppenhaus wird überholt, die kleine Turnhalle im Dachgeschoss bleibt. Die charakteristische Fassade wird erhaltend aufgearbeitet. Der Erhalt tut auch der Stadt gut, denn immerhin ist die alte Wache das Gesicht der Feuerwehr Frankfurt, so ist sich Jürgen Mahler sicher. Allerdings sieht er auch die Notwendigkeit, Büros, Ruhe- und Sozialräume zu modernisieren.

Der Neubau soll viele davon beinhalten: So werden

  • Büros,
  • Küche und
  • Gemeinschafts- sowie Ruheräume
  • Platz für Training und Ausrüstung der Höhenretter

dort angesiedelt. Geplant ist, dass der Neubau den Bestandsbau U-förmig umschließt. So entsteht dringend benötigter Platz. Das gesamte Areal erhält eine Tiefgarage und Verbindungsgänge. Während das Areal bisher 4.000 m² Nutzfläche bot, sind es so künftig 14.000  m². Allerdings entfallen davon etwa 5.000  m² auf zusätzlichen, zum Teil geförderten Frankfurter Wohnraum.

Start des Umbaus dauert noch

Der Beginn der Maßnahmen für den Neu- und Umbau wird noch etwas dauern. Denn das Gesamtkonzept der Feuerwehr für die Innenstadt sieht vor, dass in Bockenheim an der Schwälmer Straße ein jetzt nur als Rettungswache genutzter Standort zur Feuer- und Rettungswache – 2A – erweitert werden soll. Laut Benedikt Spiller (Direktionsbereichsleiter „Exekutiver Schutz und Rettung“) bilden das Einsatzkonzept der Staffelwachen sowie die gestiegenen Einsatzzahlen der letzten Jahre den Hintergrund dafür. „Nach dem Prinzip der Staffelwachen sind insgesamt zwölf (künftig 13) Standorte der Berufsfeuerwehr über das Stadtgebiet verteilt und mit entsprechender Personalstärke ausgestattet, um das Schutzziel von fünf Minuten Fahrzeit zum Einsatzort einzuhalten.“

Wenn die Bauarbeiten in Bockenheim abgeschlossen sind, beginnt die Modernisierung an der Heinrichstraße. Die geschätzten Kosten für das Projekt liegen bei etwa 30 Millionen Euro. Das ist nicht wenig Geld. Allerdings schafft diese Investition ein hohes Maß an Sicherheit für die Bevölkerung, Unternehmen und Gäste. Außerdem ermöglicht sie gute Arbeitsbedingungen und neuen Wohnraum. So zeigt sich Markus Frank überzeugt.


Anne Walkembach

Feuerwehr Frankfurt am Main

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