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Allgemein - TECHNIK - 6. Juni 2019

TLF 4000 auf Unimog U 5023 – Neuer Waldmeister

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Speziell für Wald- und Flächenbrände beschaffte der Landkreis Gotha ein Tanklöschfahrzeug TLF 4000, welches seit Oktober 2018 bei der Stützpunktfeuerwehr Ohrdruf stationiert ist.


Erschienen in: FEUERWEHR Ausgabe 5/2019

TLF 4000 1
TLF 400 2
TLF 400 3

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Hintergrund der neuen Fahrzeugbeschaffung ist zum einen die Gewährleistung des Brandschutzes auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Ohrdruf. Seit der Abstufung und dem damit verbundenen Abzug der Standortfeuerwehr der Bundeswehr liegt diese Aufgabe in kommunaler Hand. Zum anderen soll das neue TLF bei überörtlichen Brandeinsätzen im Kreis Gotha bei Bedarf unterstützen. Insgesamt nahm der Landkreis rund 390.000 Euro für die Beschaffung des Fahrzeugs in die Hand. Das Land Thüringen förderte die Investition mit 120.000 Euro.

Um das Fahrzeug bestmöglich im Gelände und im Waldgebiet einsetzen zu können, entschied man sich für ein Fahrgestell Mercedes Benz Unimog U 5023, welches von der Firma Ziegler entsprechend feuerwehrtechnisch aufgebaut wurde. Angetrieben wird der neue Unimog durch einen Euro VI Reihen-4-Zylinder-Dieselmotor OM 934 mit 170 kW (231 PS) Motorleistung. Übersetzt wird die Motorleistung durch ein voll synchronisiertes Automatikgetriebe mit acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgängen. Unterstützt wird dieses durch eine spezielle Geländegruppe mit jeweils acht Vorwärts- und Rückwärtsgängen. Achsaufhängung mit Schubrohrtechnik, Querlenker und Schraubenfedern ermöglichen eine Achsverschränkung um bis zu 30 Grad. Zudem sorgen Allradantrieb, Single-Bereifung, eine Reifendruck-Regelanlage Tirecontrol plus und Differenzialsperren an beiden Achsen für maximale Traktion im schwierigen Gelände.

Sonderbeladung Waldbrand

Insgesamt 4.000 l Wasser fasst der verbaute Löschmitteltank, welche über eine Ziegler Feuerlöschpumpe FPN 10-3000 gefördert werden. In einem Zusatztank werden zudem 500 l Schaummittel zur Erzeugung von Mehrbereichsschaum über eine Druckzumischanlage Foam System 24 mitgeführt. Eine Löschmittelabgabe ist über formstabilen Schnellangriff, Klappdachwerfer Alco MZ 3000 und Bodensprühdüsen vor der Frontachse möglich. Da der große Wassertank nicht viel Platz für Beladung lässt, beschränkt sich diese größtenteils auf die Normbeladung. Ein Teil der Beladung ist deshalb auf dem Aufbaudach gelagert. Hierzu zählen eine Multifunktionsleiter, Verkehrsleitkegel, Ölbindemittel sowie in einem Dachkasten gelagerte Saugschläuche, Bergetuch und Waldbrandrucksack. Zur zusätzlichen Beladung zählt auch ein Schlauchtragekorb Waldbrand.

Der Aufbaukoffer in ALPAS-Bauweise verfügt über zwei Geräteräume und einen heckseitigen Pumpenbedienstand. Dieser kann wahlweise über den typischen Rollladenverschluss oder über die integrierte Klappfunktion erreicht werden. Neben der LED-Umfeldbeleuchtung sorgt ein pneumatischer Lichtmast vom Typ Fireco mit vier LED-Strahlern für eine nötige Einsatzstellenausleuchtung.

Als Sondersignalanalge kommen zwei LED-Kennleuchten NOVA-L, zwei Frontblitzer Hänsch Sputnik nano, zwei im Aufbauheck integrierte LEDBlitzleuchten und ein Presslufthorn Max Martin GM 2298 zum Einsatz. Zusätzlich verfügt das TLF über eine LED-Heckabsicherung, Rückfahrkamera und zwei LED-Scheinwerfer auf dem Kabinendach.

Der Unimog in der Feuerwehr

Die Geschichte des Unimog (Universales Motorgerät) begann recht früh. Als allradangetriebener Klein-Lkw, welcher ab 1945 entwickelt und ab 1949 serienmäßig produziert wurde, fand er neben dem landwirtschaftlichen, kommunalen und militärischen Einsatzgebiet rasch Einzug bei den Feuerwehren, vor allem als Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 und TLF 16/24 Tr. Aber auch als Rüst- und Schlauchwagen wurde er von verschiedenen Aufbauherstellern an Feuerwehren und Katastrophenschutz ausgeliefert. Als Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit Gruppenkabine fand er ebenfalls bei Gemeindefeuerwehren Zuspruch. Heute wird er vor allem in den Varianten TLF 2000, 3000 und 4000 oder als Logistikfahrzeug und Rüstwagen in den Feuerwehren eingesetzt.

Die Feuerwehr Ohrdruf

Die Freiwillige Feuerwehr Ohrdruf sichert als Stützpunktfeuerwehr im Landkreis Gotha nicht nur das eigene Stadtgebiet ab, sondern kommt mit stationierter Sondertechnik auch überörtlich zum Einsatz. Einsatzschwerpunkte sind vor allem das 4.500 ha große Areal des Truppenübungsplatzes Ohrdruf, weite Flächen des nördlichen Thüringer Waldes sowie die Bundesstraße B 89 und die Landstraße L 3247. Die Einsatzabteilung besteht aus 53 Kameradinnen und Kameraden, welche pro Jahr etwa 150 Ereignisse abarbeiten. Fast gleich stark ist die Jugendfeuerwehr Ohrdruf, diese umfasst 43 Jungen und Mädchen.

Marcus Heinz

 

Foto (Beitragsübersicht): © Marcus Heinz

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