Nächtlicher Brand zerstört Bauernhaus im Bleckeder Moor

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Die Bewohnerin eines Bauernhauses im Bleckeder Moor erwacht gegen 00.30 Uhr, da ihr Heimrauchmelder Alarm schlägt. Sie stellt eine massive Rauchentwicklung fest und ruft die Feuerwehr zu Hilfe. Noch während der Anfahrt der ersten Kräfte wird das Alarmstichwort vom Zimmer- auf einen Dachstuhlbrand erhöht, da weitere Meldungen in der Leitstelle eingehen. Ein rund vierstündiger Einsatz beginnt.   

Nächtlicher Brand des Bauernhauses
Der Großbrand im Bleckeder Moor zerstörte das betroffene Bauernhaus vollständig. Foto: Feuerwehr Bleckede

Aus gemeldetem Zimmer- wird Dachstuhlbrand

In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 gingen bei den Einsatzkräften der Feuerwehren Bleckede und Breetze (LK Lüneburg, NI) gegen 0.35 Uhr die Melder. Anlass war ein gemeldeter Zimmerbrand im Bleckeder Moor. Der Heimrauchmelder hatte die Bewohnerin rechtzeitig geweckt, die eine massive Rauchentwicklung feststellte. Während ein Disponent der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle noch mit der Bewohnerin telefonierte und sie anwies, das Gebäude umgehend zu verlassen, gingen erste Meldungen zu einem Dachstuhlbrand ein. Denn das Feuer hatte bereits auf das ganze Gebäude übergegriffen. Umgehend erhöhte die Leitstelle das Alarmstichwort auf „B4 – Dachstuhlbrand“, während die Einsatzkräfte noch auf der Anfahrt waren.

Einsatzkräfte in Bereitstellung
Für die umfangreichen Maßnahmen waren viele Feuerwehrkräfte erforderlich. Diese sind einsatzbereit. Foto: Feuerwehr Bleckede

Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr

An der Einsatzstelle angetroffen leiteten die ersten Einsatzkräfte umgehend einen massiven Löschangriff ein, der schnell Wirkung zeigte. Es gelang ihnen, die offenen Flammen zügig niederzuschlagen. Dennoch war eine umfassende Nachalarmierung notwendig: einerseits zur Bereitstellung von Atemschutzgeräteträgerinnen und -trägern, andererseits für die Wasserförderung. Denn weil der Einsatzort im Bleckeder Moor lag, mussten für die Wasserversorgung teils Förderstrecken über mehrere Hundert Meter aufgebaut werden. Dazu bedienten sich die Einsatzkräfte der Hydranten und Löschwasserbrunnen im Umkreis. Mithilfe der guten Löschwasserversorgung konnte die Feuerwehr insgesamt acht Strahlrohre sowie den Wasserwerfer der Drehleiter zum Einsatz bringen. Zwölf Trupps gingen vor, um die Löschmaßnahmen durchzuführen und das Dach zu öffnen.

Die Einsatzstelle wurde in zwei taktische Einsatzabschnitte auf den beiden Gebäudeseiten sowie einen dritten Einsatzabschnitt zur Bereitstellung von Einsatzmaterial und -kräften aufgeteilt.

Nach rund drei Stunden konnte dann „Feuer aus“ gemeldet werden. Anschließend erfolgten der Rückbau erster Einsatzmittel sowie Nachlöscharbeiten, die bis 4.15 Uhr andauerten. Etwa vier Stunden nach der Alarmierung konnten die rund 100 Feuerwehreinsatzkräfte wieder einrücken.

Drehleiter im Einsatz
Der Wasserwerfer der Drehleiter sowie acht Strahlrohre kamen zum Einsatz. Foto: Feuerwehr Bleckede

Einsatzmaßnahmen des Rettungsdienstes

Mitarbeitende des ebenfalls alarmierten Rettungsdienstes versorgten derweil die 46-jährige Bewohnerin des Brandhauses, die mit ihrem Hund das Gebäude rechtzeitig verlassen hatte. Diese hatte eine Rauchvergiftung erlitten und musste in ein Krankenhaus gebracht  werden. Zusätzlich sicherten ein weiterer Rettungswagen (RTW) sowie der Hintergrund-RTW des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) den Feuerwehreinsatz ab. Sie mussten jedoch nicht tätig werden, da es keine weitere Verletzten gab.

Löscharbeiten im ausgebrannten Dachstuhl
Ein Trupp bei Löscharbeiten im bereits ausgebrannten Dachstuhl. Foto: Feuerwehr Bleckede

Folgen des Dachstuhlbrands

Die Polizei hatte direkt Ermittlungen zur Ursache des Dachstuhlbrands aufgenommen. Sie gab bekannt, dass eine technische Brandursache wahrscheinlich sei und sich der Sachschaden auf über 500.000 Euro belaufe.  Das Gebäude selbst war vollständig ausgebrannt, allerdings war es der Feuerwehr gelungen, benachbarte Gebäude vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen.

Am folgenden Morgen um 10.00 Uhr rückte die Feuerwehr noch einmal zur Nachkontrolle aus. Dabei stellten die Einsatzkräfte keine weiteren Glutnester fest und mussten nicht mehr nachlöschen.

Eingesetzte Kräfte

Brandeinsatz 16.01.2023, 00.35 Uhr 

  • FF Bleckede (E-Nr. 04)
  • FF Breetze (E-Nr. 02)
  • Rettungsdienst
  • SEG des ASB
  • Polizei
  • FTZ Scharnebeck

Stichworterhöhung von B3 auf B4 00.46 Uhr:

  • FF Garze (E-Nr. 01)

Nachalarm 3. Zug 00.58 Uhr:

  • FF Karze (E-Nr. 01)
  • FF Rosenthal (E-Nr. 01)

Nachalarm für Wasserförderung 01.18 Uhr:

  • FF Göddingen (E-Nr. 01)

Nachalarm Atemschutzgeräteträger 01.42 Uhr:

  • FF Brackede (E-Nr. 02)
  • FF Radegast (E-Nr. 02)

 

Einsatz zur Nachkontrolle 16.01.2023, 10.00 Uhr:

  • FF Bleckede (E-Nr. 05)

Carsten Schmidt, Feuerwehr Bleckede
Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen

Zu diesem Einsatz folgt ein ausführlicher Bericht in unserer Zeitschrift. 

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