Feuerlöscher im Privathaushalt

2024_04

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Feuerlöscher können Entstehungsbrände löschen, bevor ein größerer Schaden entsteht. Doch welche Feuerlöscher gibt es überhaupt und welche sollte man in einem Privathaushalt nutzen?

Viele verschiedene Feuerlöscher
Qual der Wahl: Welchen Feuerlöscher sollte man im privaten Haushalt nutzen? Foto: ©HillLander – stock.adobe.com

Zu den häufigen Brandursachen zählen Brandstiftung, offenes Feuer, Elektrizität (z.  B. durch beschädigte Isolierungen oder Überlastungen) sowie menschliches Fehlverhalten. Je früher ein Brand erkannt wird, desto wirkungsvoller kann er bekämpft werden und desto geringer ist meist auch der Schaden. 85 % aller Entstehungsbrände können laut bvfa-Erhebung von 2009 vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden, oft mit einem Feuerlöscher. Aber Feuerlöscher ist nicht gleich Feuerlöscher. Wo Sicherheit und im schlimmsten Fall auch Menschenleben auf dem Spiel stehen, ist Sorgfalt geboten. Und diese beginnt bei der Wahl des richtigen Feuerlöschers.

Diese Bauarten von Feuerlöschern gibt es

Feuerlöscher werden in drei unterschiedliche Bauarten eingeteilt, welche sich über die Art und Weise definieren, wie der Betriebsdruck erzeugt und gespeichert wird:

  • Aufladelöscher: Löschmittel und Treibgas befinden sich voneinander getrennt jeweils in einem eigenen Behälter. Vor Inbetriebnahme muss ein Aufladelöscher aktiviert werden, indem der rot markierte Druckknopf betätigt wird.
  • Dauerdrucklöscher: Hier befinden sich Löschmittel und Treibgas zusammen in einem Löschmittelbehälter. Der Feuerlöscher steht somit permanent unter Druck und ist sofort einsatzbereit.
  • Gaslöscher: Hier dient das Treibmittel gleichzeitig als Löschmittel. Am bekanntesten ist der Kohlenstoffdioxid-Löscher (CO2-Löscher), das einzige Löschmittel, das rückstandslos löscht und für elektrische Anlagen, EDV- und Serverräume geeignet ist.

Welcher Löscher ist der richtige? 

Feuerlöscher sind mit fünf Löschmitteln erhältlich:

  • Wasser
  • Schaum
  • Pulver
  • Sonderform: Pulver für Metallbrände (ABC/BC-Löschpulver)
  • Spezielles Löschmittel für Fettbrände (D-Löschpulver)

Bei der Wahl des richtigen Feuerlöschers ist zunächst relevant, für Brände welcher Brandklasse er geeignet sein soll:

Piktogramm Brandklasse Erläuterung Geeignete Löschmittel
Piktogramm Brandklasse A A: Brände fester Stoffe Verbrennung unter Glutbildung. Wasser, Wasser mit Zusätzen, Schaum, ABC-Löschpukver
Piktogramm Brandklasse B B: Brände flüssiger und flüssig werdender Stoffe Nur die Pyrolysegase brennen, nicht die Flüssigkeit selbst. Schaum, ABC-Löschpulver, CO2
Piktogramm Brandklasse C C: Brände von Gasen Verbrennen ohne Glutbildung. ABC-Löschpulver, CO2
Piktogramm Brandklasse D D: Brände von Metallen Verbrennen unter sehr starker Glutbildung, z.B. Weißglut. D-Löschpulver
Piktogramm Brandklasse f F: Brände von Frittier- und Fettbackgeräten Löschmittel für Fettbrände

Entscheidungsfrage

Für einige Brandklassen gibt es mehrere infrage kommende Feuerlöscher, wobei im Privathaushalt in jedem Fall ein Fettbrandlöscher oder alternativ eine Löschdecke für die Küche Sinn macht. Für alle anderen Brandgefahren muss man hier in der Regel eine Entscheidung zwischen Pulver- und Schaumlöscher treffen. Beide haben Vor-, aber auch Nachteile.

Vorteile Nachteile
Pulverlöscher Alleskönner für die drei Brandklassen A, B und C. Das extrem feine Löschpulver dringt selbst in schmalste Ritzen und Ecken ein, sodass im schlimmsten Fall im Nachgang eine Sanierung des Brandraumes ansteht.
Schaumlöscher Effektiv und vergleichsweise rückstandslos. Nicht für die Brandklasse C geeignet

Wichtiger Hinweis: Im Ernstfall haben die wenigsten Menschen die Ruhe, zunächst mit kühlem Kopf zu prüfen, ob sie den richtigen Feuerlöscher ausgewählt haben. Ein wichtiger Grundsatz ist daher: Feuerlöscher stehen nur dort bereit, wo sie im Brandfall auch passen. Einen Wasserlöscher in der Küche zu lagern kann verheerende Folgen haben, wenn er im Eifer des Gefechts auf eine brennende Pfanne gerichtet wird (Fettbrandexplosion).

Wie setzt man Feuerlöscher korrekt ein?

Der Handfeuerlöscher ist gekauft, nun geht es an die Anwendung.

Sicherheitsgrundsätze:

  • Feuerlöscher sind ausschließlich gemäß den Herstellerangaben einzusetzen!
  • Löscher niemals auf Körperteile richten
  • Nach Beendigung Feuerlöscher auf den Kopf stellen und drucklos machen. Zudem muss der Löscher ersetzt oder durch eine sachkundige Person wieder einsatzbereit gemacht werden
  • Feuerlöscher regelmäßig (mind. alle zwei Jahre) durch Sachkundige/-n prüfen lassen

 

Einsatzgrundsätze:

  • Feuer immer in Windrichtung angreifen
  • vorn vorn nach hinten löschen
  • von unten nach oben löschen (Ausnahme: Tropf- bzw. Fließbrände)
  • Möglichst mehrere Löscher gleichzeitig einsetzen
  • Bei festen Stoffen stoßweise löschen
  • Bei Flüssigkeitsbränden: Löschstrahl nicht direkt in die Flüssigkeit richten, sondern fächerförmig über die brennende Flüssigkeit
  • Vorsicht vor einer Wiederentzündung

Sarah Altendorfer

 

Mehr Infos

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