Hochwasser: Versicherer rechnen mit Großschadenereignis

2024_06

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Das Hochwasser in Bayern und Baden-Württemberg hinterlässt in vielen Orten starke Verwüstungen. Der Gesamtverband der Versicherer rechnet daher mit einem Großschadenereignis. Für genaue Prognosen ist es jedoch noch zu früh.

Die Versicherer gehen von einem Großschadenereignis im Süden Deutschlands aus (Symbolbild). Foto: (c) Rico Löb – stock.adobe.com

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt sich nach dem Hochwasser in Süddeutschland auf viel Arbeit ein. Schon jetzt träfen viele Schadenmeldungen ein, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Für Schätzungen sei es derweil noch zu früh. Dies ergebe erst Sinn, wenn die Pegel in den betroffenen Gebieten wieder gesunken sind.

Asmussen betont, dass die Versicherungsunternehmen in der Regel für Großschadenereignisse gewappnet seien und spezielle Einsatzpläne existierten, mit denen Meldungen schnell aufgenommen und abgearbeitet werden könnten. Zudem gebe es Kooperationen mit externen Kräften, die in den betroffenen Gebieten vor Ort sein könnten.

Notwendige präventive Maßnahmen

Wie stark der Versicherungssektor letztlich getroffen wird, ist u. a. abhängig davon, wie viele der betroffenen Häuser über den Elementarschutz gegen Schäden durch Hochwasser, Starkregen oder Lawinen abgesichert sind. In Bayern sind dies insgesamt rund 47 % aller Gebäude, in Baden-Württemberg hingegen 94 %. Letzteres ist historisch bedingt: Bis 1994 existierte hier eine Pflichtversicherung für Gebäudeeigentümer gegen Feuer und Elementarschäden. Als Blaupause für eine flächendeckende Pflichtversicherung diene das Modell aber nicht, meint Asmussen. Erstens, weil es keine privatwirtschaftliche Lösung gewesen sei; zweitens, da die Prämien nicht den tatsächlichen Risiken entsprochen hätten. „Eine Versicherung allein ist keine Lösung“, meint der Hauptgeschäftsführer. Staatlicher und individueller Hochwasserschutz dürfe nicht vernachlässigt werden. In diesen Bereichen müsse mehr gemacht werden, um mit häufiger auftretenden schweren Unwettern zurechtzukommen. Asmussen fordert daher Bauverbote in Überflutungsgebieten, eine Pflicht zu wasserresilienten Baustoffen und bessere Hochwasserschutzanlagen. Nur dadurch ließe sich der Spirale aus steigenden Schäden und steigenden Prämien entkommen.

Kurze zeitliche Abstände

Die letzten Hochwasser in Deutschland sind noch nicht lange her: An den Weihnachtstagen 2023 überschwemmten viele Flüsse verschiedene Gebiete in Nord- und Mitteldeutschland. Die Schäden betrugen schätzungsweise 200 Mio. Euro. In einer ähnlichen Größenordnung setzt die vorläufige GDV-Prognose das Hochwasser an, das am Pfingstwochenende das Saarland und Rheinland-Pfalz traf. Auch die teuerste Naturkatastrophe ist noch nicht allzu lange her: Die „Juli-Flut“ 2021 sorgte v. a. in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen für Verwüstungen. Die versicherten Schäden betrugen rund 9 Mrd. Euro.

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.

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