Home TECHNIK Helikopter mit Fünfblattrotor für die Luftrettung
TECHNIK - 9. März 2021

Helikopter mit Fünfblattrotor für die Luftrettung

2021_3

Mehr aktuelle Beiträge und Einsatzberichte finden Sie in:
FEUERWEHR | RETTEN – LÖSCHEN – BERGEN
Deutschlands große Feuerwehrzeitschrift
JETZT LESER WERDEN

Die DRF Luftrettung verfügt seit dem 8. März 2021 über einen neuen Hubschrauber. Dabei handelt es sich um eine Besonderheit. Denn er ist der erste Helikopter mit Fünfblattrotor im Rettungsdienst. Schon am 7. März 2021 wurde er an die Station Stuttgart überführt.

Seit 8. März 2021 hat die DRF Luftrettung nun einen Helikopter mit Fünfblattrotor.
Die DRF Luftrettung rüstet ihre Flugflotte auf. Denn seit dem 8. März 2021 steht nun der erste Helikopter mit Fünfblattrotor im Dienst der Luftretter. Dadurch können u. a. Patienten und Besatzung noch ruhiger transportiert werden. Foto: DRF Flugrettung.

Am 8. März 2021 war es soweit: Die DRF Luftrettung stellte ihren neuen Helikopter des Typs H145 in Dienst. Dieser weist allerdings eine Besonderheit auf: Denn er besitzt einen Fünfblattrotor. Folglich ist er bundesweit der erste Hubschrauber dieser Art im Rettungsdienst. Schon am 7. März 2021 traf die Maschine an der Station Stuttgart ein und leistet dort nun als „Christoph 51“ ihren Dienst. Sie bietet im Vergleich zu ihrem Vorgänger einige Vorteile. Denn sie ist leichter und kann somit bei gleicher Leistung eine höhere Nutzlast erbringen. Außerdem sorgt das fünfte Rotorblatt dafür, dass der Helikopter noch ruhiger in der Luft liegt. Davon profitieren sowohl Besatzung, als auch die Patienten. Mit der Indienststellung dieses neuen Helikoptertyps im Rahmen der Flottenerneuerung treibt die DRF Luftrettung die Entwicklung der Luftrettung weiter voran.

Für Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, stellt die Indienststellung der neuen H145 mit Fünfblattrotor einen Meilenstein in der deutschen Luftrettung dar. Die DRF habe die Entscheidung zum Einsatz dieses Systems sehr bewusst getroffen. Denn zum Selbstverständnis der DRF Luftrettung zählt es, die Weiterentwicklung der Luftrettung kontinuierlich voranzutreiben. Dabei herrscht ein klares Ziel vor: Die Versorgung der Patientinnen und Patienten soll immer weiter verbessert werden. Das gilt folglich für alle für die Luftrettung relevanten Bereiche – Mensch, Medizin und Technik.

Helikopter startet nahe Gründungsort

Dass die erste Maschine dieser Art an der Station Stuttgart zum Einsatz kommt hat einen guten Grund. 1973 leistete die DRF Luftrettung in Baden-Württemberg nämlich ihren ersten Einsatz. Dadurch fühlt sie sich dem Land und der Region sehr verbunden, so Dr. Pracz. „Es ist uns daher eine besondere Freude, die erste H145 mit Fünfblattrotor, die wieder einen großen Schritt in die Zukunft der Luftrettung darstellt, in der Nähe unseres Gründungsorts und unserer heutigen Zentrale in Filderstadt in den Dienstbetrieb zu übernehmen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Mit dem Mehr an möglicher Nutzlast kann bspw. auf spontane Anforderungen am Einsatzort besser reagieren werden. So ist es sowohl möglich, u. a. zusätzliches medizinisches Personal zu transportieren, als auch dank einer erhöhten Treibstoffmitnahme längere Strecken zu bewältigen. Neu ist ebenfalls das ins Cockpit integrierte WiFi, mit dem die Besatzung wichtige Daten direkt vom Tablet auf den Borcomputer übertragen kann.

Die Stuttgarter H145 markiert jedoch nur den Anfang einer neuen Flugflotte. Denn die DRF Luftrettung wird 2021 zwei weitere H145 mit Fünfblattrotor in Dienst stellen. Zudem wird sie in Zusammenarbeit mit Airbus erstmals eine bestehende Einsatzmaschine auf das Fünf-Rotorblatt-System umrüsten. Außerdem plant die Luftrettungsgesellschaft, alle Hubschrauber des Typs H145 auf fünf Rotorblätter umzurüsten.

Technische Daten des Helikopters

Hersteller: Airbus Helicopters
Triebwerke: 2x Turbomeca Turbine Engines Arriel 2E
Max. Leistung, je Triebwerk: 1020 PS
Max. Geschwindigkeit auf Meereshöhe: 278 km/h
Theoretische Dienstgipfelhöhe: 6.095 ft PA
Kraftstoffzuladung: 915,8 l
Max. Abfluggewicht: 3.800 kg
Abmessungen: 13,53 x 2,71 x 4,0 m
Rotor-∅: 10,8 m

Medizinische Ausstattung

Mobiles Equipment: Notfallrucksack, spezielles Equipment für Kinder- und Säuglingsversorgung, Trauma- und Verbrennungsversorgung und intensivmedizinische Maßnahmen
Diagnostik: Multifunktionsmonitor mit 12-Kanal-EKG inkl. EKG-Transmission, Blutdruckmessung (invasiv/nicht invasiv), Pulsoximetrie, Kapnographie, Temperaturmessung, Sonographie
Beatmung: Sauerstoffinhalator, Beatmungsbeutel mit Demandventil, portables Intensivtransport- und Notfallbeatmungsgerät, Option für nicht invasive Beatmungsformen, Absaugpumpen, Videolaryngoskop
Kreislauf: Biphasischer Defibrillator, externer Herzschrittmacher, 4-6 Spritzenpumpen, mechanische Ranimationshilfe
Traumaversorgung: Vakuumatratze, Spineboard, Patienten-Wärmesystem
Gasvorrat: Sauerstoff bis zu 6.000 l (300 bar Technik)
Stauraum: Decken, Tragetücher, medizinisches Verbrauchsmaterial, Schienungssyteme, Infektionsschutzsets, sonstiges Zubehör
Optionen: 24 Volg und 230 Volt Stromversorgung, Transportinkubator, intraaortale Ballonpumpe (IABP), extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO), Stehhaltegurt, medizinische Druckluft

 

DRF Luftrettung

Mehr Infos

Sie wollen regelmäßig aktuelle Einsatzberichte, Techniknews und Fahrzeuginfos der FEUERWEHR erhalten? Dann melden Sie sich jetzt für unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter an!

Das könnte Sie auch interessieren

Tragkraftspritzen von Ziegler für das BBK

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bekommt neue Tragkraftspritzen.…