Spendemanöver: Hamburg wird Seenotretter

2022_10

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Nach 35 Jahren Pause wird wieder ein Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) den Namen der Hansestadt an der Elbe tragen. Das moderne Spezialschiff wird ab 2020 von der westlichsten DGzRS-Station Borkum aus im Einsatz sein. Zum Auftakt der Aktion „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ ist bis Ende August 2018 eine Ausstellung im Hamburger Rathaus zu sehen.

Vormann Ralf Brinker (v. l.), Wirtschaftssenator Frank Horch, „Bootschafter“ Till Demtrøder und DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder am Modell der HAMBURG. (Foto: DGzRS)

Bis zum 30. August hängen die großformatigen Fotos und die Informationstafeln im Hamburger Rathaus. (Foto: DGzRS)

Mit einem Senatsempfang eröffnet der parteilose Wirtschaftssenator Frank Horch die Ausstellung. (Foto: DGzRS)

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Traditionell gibt die DGzRS den Namen einer neuen Rettungseinheit erst bei der Taufe bekannt. In diesem Fall machen die Seenotretter jedoch ganz bewusst eine Ausnahme: „Wir starten eine Spendenaktion in Hamburg, für die wir uns möglichst breite Unterstützung der Bevölkerung wünschen“, begründet Kapt. Ralf Krogmann, Repräsentant der Seenotretter an der Elbe, die Bekanntgabe des Namens HAMBURG noch vor Baubeginn. Die Seenotretter rufen alle Einwohner, aber auch alle Liebhaber der Hansestadt an der Elbe dazu auf, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Das 24 Knoten (ca. 45 km/h) schnelle und fast 4.000 PS starke Spezialschiff wird zur neuen 28-Meter-Klasse der DGzRS gehören.

Die neue HAMBURG ist für die westlichste DGzRS-Station auf Borkum bestimmt. Ihr Einsatzgebiet wird die Emsmündung und weite Teile der Deutschen Bucht umfassen. Sie wird dort die ALFRIED KRUPP ablösen, die nach dann 32 Jahren im harten Einsatz außer Dienst gestellt wird.

Ausstellung auf der Hamburger Rathausdiele

Auch das Land Hamburg zeigt für das Projekt Flagge: „Seenotretter setzen sich ein. Sie retten Menschen auf Nord- und Ostsee aus Lebensgefahr. Das ist eine ehrenvolle Aufgabe. Ich unterstütze das mit voller Überzeugung“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch bei einem Senatsempfang für die Seenotretter am Freitag, 17. August 2018, im Hamburger Rathaus.

Der parteilose Politiker hat die Schirmherrschaft über die Aktion „Spendemanöver: HAMBURG wird Seenotretter!“ übernommen. Horch überreichte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder außerdem einen Admiralitätsportugaleser. Die Ehrenmedaille des Hamburger Senats wird bei der Kiellegung im Frühjahr 2019 in den Rumpf des Neubaus eingelegt. Einer Tradition folgend, verheißt sie den Schiffbauern, vor allem aber auch Schiffsführung und Besatzung Sicherheit, Glück und Gesundheit. Sie wird bei jedem Einsatz mitfahren.

Bis Ende August ist auf der Hamburger Rathausdiele eine Ausstellung über die Seenotretter und die geplante neue HAMBURG zu sehen. Der Eintritt ist frei. „Viele Menschen werden der neuen HAMBURG ihr Leben verdanken. Den Seenotrettern gebührt Dank für ihre schwere Aufgabe, die viel Mut und Geschick erfordert. Ich freue mich, dass Hamburg seinen Respekt vor der Arbeit und für das bürgerschaftliche Engagement zum Ausdruck bringen kann“, sagte Senator Horch.

Wettbewerb um den Namen des Tochterbootes

Die Verbundenheit der Hamburger mit den Seenotrettern ist traditionell eng. Zwar hat die DGzRS seit mehr als 150 Jahren ihren Sitz in Bremen (entschieden wurde dies übrigens auf der Tagung des Gesellschaftsausschusses 1866 in Hamburg), doch ist Hamburg mit seinem Seehafen als „Tor zur Welt“ immer von besonderer Bedeutung für die Seenotretter gewesen.

Als besonderes Zeichen des Dankes der Seenotretter an die Hamburger soll das Tochterboot der neuen HAMBURG den Namen eines Hamburger Stadtteils tragen. Dazu wird die DGzRS einen Wettbewerb veranstalten, an dem sich alle Hamburger und Hamburg-Freunde beteiligen können.

Name HAMBURG hat Tradition in der Rettungsflotte

Die neue HAMBURG wird die vierte Rettungseinheit dieses Namens in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Seenotretter sein. Auch alle Vorgänger waren in ihrer jeweiligen Zeit sehr moderne Einsatzmittel.

So gehörte die 1925 auf der Station Friedrichskoog in Dienst gestellte HAMBURG (I) zu den ersten Motorrettungsbooten der DGzRS mit robusten, raumsparenden Dieselmotoren. Die 1942 für Langeoog gebaute HAMBURG (II) verfügte über modernste Seefunkanlagen, damals noch eine recht neue technische Errungenschaft. Und die 1960 in Dienst gestellte HAMBURG (III), im Einsatz auf den Stationen Burgstaaken (bis 1975) und Grömitz (bis 1985), gehörte zur legendären THEODOR-HEUSS-Klasse, den ersten in Serie gebauten Seenotrettungskreuzern mit Tochterboot, die bis heute ständig weiterentwickelt und verbessert werden.

Bereits der Bau der drei bisherigen Rettungseinheiten mit Namen HAMBURG war seinerzeit nur möglich dank jeweils großzügiger Unterstützung der Menschen in der Hansestadt an der Elbe.

Red. mit DGzRS

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