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BAYERN - EINSATZBERICHTE - 30. Juli 2019

Britische Fliegerbombe in Nürnberg entschärft

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Am Montag, 29. Juli 2019, wurde in einem Stausee in Nürnberg eine Bombe gefunden. Dabei handelte es sich um eine britische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Der Fund löste dann eine fast siebenstündige Evakuierung aus, von der über 3.000 Menschen betroffen waren. In den frühen Abendstunden konnten Spezialisten das über 70 Jahre alte Relikt schließlich planmäßig entschärfen. 

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Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg und THW-Einheiten übernahmen die Evakuierung der umliegenden Wohn- und Betriebsstätten. Foto: Thomas Birkner

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Auf einem Parkplatz wurde ein Krankenwagen-Halteplatz eingerichtet. Von dort aus wurden die Evakuierungsfahrten koordiniert. Foto: Thomas Birkner

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Auch der 35 stöckige "Business-Tower" (im Bild) musste geordnet geräumt werden. Foto: Thomas Birkner

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Der Schwimmbagger förderte die Fliegerbombe zu Tage. Sie landete mit Schubboot (im Bild oberhalb des Schwimmbaggers). Foto: Thomas Birkner

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Starke Polizeieinheiten sicherten die reibungslose An- und Abfahrt der zahlreichen Rettungsfahrzeuge. Foto: Thomas Birkner

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Die 500-Kg-Fliegerbombe nach der Entschärfung im Fahrzeug des Spreng-Kommandos. Foto: Thomas Birkner

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Die Anwohner wurden in Notunterkünften in Schulturnhallen untergebracht. Foto: Thomas Birkner

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Bombenfund im Stausee

Aushubarbeiten mit einem Schwimmbagger auf dem Stausee im Osten Nürnbergs förderten gegen 10:00 Uhr die britische 500-Kilogramm-Fliegerbombe zu Tage. Zu diesem Zeitpunkt war der hintere Teil der Bombe jedoch bereits beschädigt. Der gefährliche Fund gelangte anschließend mit einem Schubboot ans Ufer, wo ihn Mitarbeiter eines alarmierten Sprengkommandos begutachteten. Sie stuften die Fliegerbombe mit dem noch funktionsfähigen Zünder und rund 150 kg Restsprengstoff dabei allerdings als noch funktionsfähig ein.

Evakuierung der umliegenden Gebäude

Aufgrund der Einschätzung des Sprengstoffkommandos wurde die Evakuierung im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle eingeleitet. Im Evakuierungsbereich lagen ein Wohn- und Gewerbegebiet sowie ein Naherholungsgebiet. Das Gebiet wurde zuerst in vier Einsatzabschnitte eingeteilt. Im Anschluss erfolgte dann die Evakuierung unter der Leitung des städtischen Koordinierungsstabes. Insgesamt waren dabei rund 400 Einsatzkräfte von Polizei, THW, Rettungs- und Sanitätsdiensten, Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr beteiligt. Auch drei Alten- und Pflegeheime sowie eine Schule waren von der Räumung betroffen. Ebenso wurde auch der sogenannte Business-Tower (ein 35 geschossiger Verwaltungskomplex im Stadtteil Mögeldorf) sowie etliche Wohnhäuser geräumt.

Deshalb richtete die Stadt Nürnberg auch ein Bürgertelefon ein. Neben der Evakuierung waren allerdings auch Sperrungen notwendig, wobei diese auch einige Hauptstraßen, Straßenbahn- und Buslinien sowie eine Bahnstrecke betrafen. Zusätzlich war ebenfalls ein Flugverbot für den Flughafen Albrecht Dürer erforderlich.

Bombenentschärfung durch Spezialkommando

Um 18:15 Uhr waren die Vorbereitungsmaßnahmen schließlich weitestgehend abgeschlossen. Jetzt konnten Mitarbeiter des Sprengkommandos TAUBER endlich ihre Arbeit aufnehmen. Sie entschärften dabei den brisanten Fund direkt auf dem Schubboot. Nach rund 30 Minuten kam dann endlich die Entwarnung: Die Entschärfung verlief ohne Probleme.

Weiterer Bombenfund bereits im Februar 2019

Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Zuvor war erst im Februar 2019 bei Erdarbeiten eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe im Stadtwesten aufgetaucht. Diese musste aufgrund von Komplikationen bei der Entschärfung allerdings gesprengt werden. Zuvor war eine sehr aufwendige Evakuierung von Stadtteilen der Städte Nürnberg und Fürth nötig.

Thomas Birkner

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