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TECHNIK - 2. April 2020

450 MHz-Frequenzen für Feuerwehren gefordert

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2021 wird der Frequenzbereich um 450 MHz neu zugeteilt. Daher macht sich der Deutsche Feuerwehrverband dafür stark, dass diese Frequenzen an die Feuerwehren vergeben werden. Denn wie die Bundeswehr benötigen auch sie Breitbandanwendungen zur Bewältigung ihrer Aufgaben. 

Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben soll der 450 MHz-Frequenzbereich für die Feuerwehren vergeben werden – so fordert es der DFV (Symbolbild). Foto: ©mabofoto@icloud.com – adobe-stock.de

Feuerwehren zählen zu Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Somit haben sie genau wie die Bundeswehr zwangsläufig einen Bedarf an Breitbandanwendungen (Daten) zur Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben und Einsatzlagen. „Mobiler Einsatz erfordert zwingend eine Funklösung“, erklärt hierzu Lars Oschmann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV). Ab 2021 steht die Neuzuteilung des Bereichs um 450 MHz an. Daher appelliert der DFV unter anderem an die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestags. Sie sollen sich für die Vergabe dieser Frequenzen an die BOS und damit für eine zukunftssichere Technologie für die Feuerwehren einsetzen. Zudem wenden sich Mitglieder des DFV-Präsidialrates aktuell an ihre zuständigen Bundestagsabgeordneten.

450 MHz-Bereich bringt Vorteile

Neben Sprache ist auch Datenkommunikation in Zukunft als „einsatzkritisch“ einzustufen. Das betrifft beispielsweise Messenger, Bildübertragung und Vitaldaten. „Die für einsatzkritische Übertragung notwendige Sicherheit, zeitliche Verfügbarkeit und räumliche Abdeckung können die in Deutschland verfügbaren kommerziellen Netze nicht bieten. Daher ist ein eigenes, dediziertes Funknetz sinnvoll“, erläutert Oschmann.

Der Bereich um 450 MHz bringt besondere physikalische Eigenschaften (niedrige Frequenz = hohe Reichweite) mit. Deswegen ist dieser Frequenzbereich sinnvoll für ein solches Netz. Diese Frequenzen sind grenzüberschreitend nutzbar. Derzeit sind den BOS die Frequenzen bei 700 MHz zugeteilt. Doch eine flächendeckende Verwendung dieser Frequenzen würde allerdings tausende neue Standorte erfordern und daher Zusatzkosten im mittleren Milliardenbereich verursachen. Außerdem sind diese Frequenzen Randfrequenzen. Somit sind sie international nicht für LTE standardisiert. Es ist daher keine marktgängige Technik verfügbar.

Die Innenministerkonferenz bestätigte in ihrer 211. Sitzung den fachlichen Bedarf in Hinblick auf die 450 MHz. Die zuständige Bundesnetzagentur hat die Vergabeentscheidung in den politischen Raum abgegeben.

Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV)
Silvia Darmstädter

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