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BERLIN UND BRANDENBURG - TECHNIK - 15. November 2018

Projekt E-LHF für Berlin gestartet

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Die Berliner Feuerwehr und Rosenbauer Deutschland werden in den kommenden zwei Jahren gemeinsam ein hybrides Elektrolöschfahrzeug entwickeln. Das übergeordnete Ziel des Projektes „eLHF“ ist die Beschaffung und die modellhafte Erprobung eines innovativen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges (LHF), das mit einem elektrischen Antrieb für den Fahrbetrieb und für den Betrieb der Löschtechnik ausgestattet werden soll.

Die Berliner Feuerwehr und Rosenbauer Deutschland wollen gemeinsam ein hybrides Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug entwickeln (Foto: O. Pritzkow)

Unterzeichnung der Innovationspartnerschaft zwischen der Berliner Feuerwehr und Rosenbauer Deutschland (Foto: O. Pritzkow)

Technologische Basis bildet der Concept Fire Truck, den Rosenbauer 2016 vorstellte (Foto: Rosenbauer)

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Die Berliner Feuerwehr und Rosenbauer Deutschland werden in den kommenden zwei Jahren gemeinsam ein hybrides Elektrolöschfahrzeug entwickeln. Zu diesem Zweck haben heute Vertreter beider Seiten eine Innovationspartnerschaft vereinbart, die das Projekt „eLHF“ (elektrisches Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug) durchführen und nach erfolgreichem Probebetrieb entsprechend Fahrzeuge beschaffen wird. Das Projektbudget beläuft sich auf zirka 1,8 Mio €; 90 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung, das wiederum der Europäische Fonds für regionale Entwicklung und das Land speisen, der Rest sind eigene Haushaltsmittel der Berliner Feuerwehr. Der „Concept Fire Truck“ (CFT) von Rosenbauer bildet die technologische Basis für das eLHF.

LHFs rücken 30.000 Mal im Jahr aus

Jährlich werden zu über 30.000 Einsätze speziell ausgestattete und in besonderem Maße Belastungen ausgesetzte Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge alarmiert. Sie stehen den Einsatzkräften bei der Menschenrettung, der Brandbekämpfung, der technischen Hilfeleistung und dem Katastrophenschutz zur Verfügung. Ohne diese Fahrzeuge können die Sicherheit für die Menschen und der Schutz für die Sachwerte in Berlin nicht gewährleistet werden. Bislang wurden die bis zu 14 Tonnen schweren Fahrzeuge für den Fahrbetrieb und zur Nutzung von Nebenantrieben mit Dieselverbrennungsmotoren ausgestattet. Die Nutzung dieser Motorentechnik führt derzeit jedoch zu einem hohen Schadstoffausstoß und hat während des Betriebs der Fahrzeuge eine erhebliche Lärmbelastung zur Folge.

Ziel des Projektes „eLHF“ ist es, den Regeleinsatzdienst des Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges zu mehr als 80% in einem rein elektrischen Betriebsmodus darzustellen. Hierfür soll in erster Linie ein im Fahrzeug verbauter Batteriespeicher genutzt werden. Dieser wird in der Bereitschaftszeit des Fahrzeugs auf der jeweiligen Feuerwache über ein Schnellladesystem geladen. Der Batteriespeicher soll die Einsatzfahrten und den Betrieb der gesamten Löschtechnik – wie die Feuerlöschkreiselpumpe und die Druckluftschaumanlage – auf der Einsatzstelle rein elektrisch sicherstellen.

Weniger Emissionen an der Einsatzstelle

Die Berliner Feuerwehr übernimmt mit diesem Projekt Verantwortung für den Klima- und Umweltschutz in urbanen Gebieten und bringt die Forschung und die Entwicklung elektrischer Antriebe von Feuerwehrfahrzeugen voran. Das eLHF wird gegenüber anderen Feuerwehrfahrzeugen eine Schadstoffreduktion von Ruß, Kohlenstoffdioxid- und Stickoxidausstoß erwirken und damit eine erheblich geringer schadstoff- und lärmbelastete Umgebung in den Fahrzeughallen und auf Einsatzstellen schaffen. Der elektrische Antrieb, verbunden mit der Nutzung von Ökostrom trägt zum Klimaschutz in Berlin bei.

Durch die Nutzung elektrischer Antriebssysteme besteht die Möglichkeit, die Fahrzeugarchitektur von Feuerwehrfahrzeugen völlig neu zu denken. Insbesondere sind Verbesserungen hinsichtlich der Ergonomie und der Kommunikation zu erwarten. Die Nutzung von Elektromotoren sorgt auf den Einsatzstellen für eine Lärmreduzierung, sodass nicht nur eine bessere Kommunikation vor Ort, sondern auch einen Verbesserung der Arbeitsklimas erzielt werden kann.

Das Projekt birgt zudem das Potenzial, Lösungen für ein spezielles hochkomplexes Anwendungsfeld der Elektromobilität darzustellen, welches sich insbesondere durch hohe Betriebs- und Einsatzsicherheit sowie Katastrophenschutzfestigkeit auszeichnet.

Einjährige Erprobung ab 2021

Geplant ist, das Fahrzeug exemplarisch in drei Zeitabschnitten auf drei unterschiedlichen Feuerwachen im Berliner Stadtzentrum (Schöneberg, Suarez, LRW Mitte) zur Erprobung in Dienst zu stellen. Dadurch sollen Erkenntnisse aus dem Einsatz elektrischer Antriebe für den Fahrbetrieb und die Löschtechnik gesammelt und ausgewertet werden. Kann das mit einem alternativen Antrieb versehene Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug erfolgreich in den Einsatzablauf integriert werden, ist die Umstellung aller Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge die Perspektive.

Im Rahmen des Projekts wird mit dem Betrieb des elektrisch betriebenen Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuges gleichzeitig auch die notwendige Ladeinfrastruktur für den Betrieb des Fahrzeuges zur Verfügung gestellt und getestet.

Hierzu werden leistungsfähige Schnellladesysteme analysiert, ausgewertet und anschließend den Anforderungen entsprechend beschafft.

Red. mit Berliner Feuerwehr, Rosenbauer

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