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MELDUNGEN - 12. November 2020

Initiative „Rauchmelder retten Leben“ wird 20

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Seit 20 Jahren setzt sich die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ für Aufklärung zu Rauchmeldern ein. In dieser Zeit hat sie viele Erfolge erzielt, z. B. die bundesweit eingeführte Rauchmelderpflicht. Allerdings zeigen kürzlich erschienene Studien, dass noch viel zu tun ist.

Albrecht Broemme, Initiator der Initiative "Rauchmelder retten Leben", erhält von Claudia Groetschel vom Forum Brandrauchprävention eine Auszeichnung für seine Verdienste um den Brandschutz.
Anlässlich des am 13. November 2020 stattfindenden Rauchmeldertags erhielt Albrecht Broemme, Initiator der Initiative „Rauchmelder retten Leben“, von Claudia Groetschel (Forum Brandrauchprävention) eine Auszeichnung für seine Verdienste um den Brandschutz. Foto: obs/Rauchmelder retten Leben/Niklas Ziech.

Seit 20 Jahren findet jährlich der Rauchmeldertag der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ statt, die vom Forum Brandrauchprävention e. V. betrieben wird. Ziel des Forums ist die Brandschutzprävention, insbesondere durch Rauchwarnmelder. Grund genug, auf die Erfolge der Initiative hinzuweisen. Dank den Anstrengungen der Initiative sind nun die meisten Menschen in Deutschland durch Rauchmelder besser vor tödlichem Brandrauch geschützt. Vor allem die Aufklärungsarbeit in Kooperation mit vielen Partnern sowie die zum Jahresende 2020 nahezu bundesweit eingeführte Rauchmelderpflicht haben dazu beigetragen. Lediglich in Berlin und Brandenburg läuft derzeit noch die Übergangfrist der Gesetzgebung. Diese endet aber Ende 2020 in den letzten beiden Bundesländern.

Initiative sieht Nachholbedarf in Sachsen

Albrecht Broemme startete vor 20 Jahren als damaliger Landesbranddirektor Berlins die Kampagne. Nun zeigt er sich erfreut über die gute Ausstattung: „Dank der langjährigen Aufklärungsarbeit sind Rauchmelder als Lebensretter zum Glück im öffentlichen Bewusstsein angekommen, auch in der Politik. Daher sind in allen Ländern heute Rauchmelder für private Wohnungen Pflicht. Nur in Sachsen gilt dies bislang lediglich für Neu- und Umbauten“. Anfang 2020 kamen in Grimma (LK Leipzig, SN) eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder bei einem Brand um. Albrecht Broemme hofft, dass durch diesen tragischen Fall auch der Freistaat Sachsen seine Regelung anpasst.

DFV unterstützt Kampagne

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) ist eine tragende Säule von „Rauchmelder retten Leben“. Hermann Schreck, Beiratsvorsitzender der Initiative und Ständiger Vertreter des DFV-Präsidenten, meint: „Heute gibt es keine Freiwillige Feuerwehr oder Berufsfeuerwehr mehr, die nicht den Nutzen der Rauchmelder anerkennt und den Brandschutz mit den lebensrettenden Geräten unterstützt“. Dies stellte sich zu Beginn der Initiative allerdings anders dar. Jedoch hat sich im Laufe der Jahre ein wesentlicher Wandel eingestellt. Ausschlaggebend dafür sind sicherlich die kontinuierlich sinkenden Zahlen an Brandverletzten und -toten dank der Rauchmelder in Haushalten.

Studien bestätigen Initiative und sehen noch Handlungsbedarf

Der Vorsitzende der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ Norbert Schaaf erklärt: „In Deutschland retten Rauchmelder pro Tag durchschnittlich vier Menschen vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod. Das ergab unsere Auswertung der Medienberichterstattung von Dezember 2019 bis Februar 2020.“ Eine im März 2020 veröffentlichte Studie zum Thema „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“ weist statistisch nach, dass seit Einführung der Rauchmelderpflicht immer mehr Leben gerettet werden.

Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), zeigt sich allerdings erschrocken. Denn die Wirkung von Rauchmeldern ist nachgewiesen. Zudem liegt eine entsprechende Gesetzgebung vor. Und dennoch ist bundesweit nur die Hälfte der Eigenheimbesitzer ausreichend mit Rauchmeldern ausgestattet. Dieses Ergebnis zeichnet eine Mitte September veröffentlichte, repräsentative Innofact-Studie. Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ appelliert daher an alle Eigentümer, sich und die eigene Familie zu Hause ausreichend mit Rauchmeldern zu schützen.

Der vfdb-Präsident möchte es sich nicht nehmen lassen, zu den Erfolgen der seit 20 Jahren bestehenden Informationskampagne „Rauchmelder retten Leben“ zu gratulieren. „Wenn mit dem Jahresende in allen Bundesländern Rauchmelder für private Wohnungen Pflicht sind, ist das auch ein Verdienst der jahrelangen Aufklärungsarbeit“, betonte Dirk Aschenbrenner.

Die 5 größten Irrtümer zu Rauchmeldern 
– Wenn es brennt, bleibt genug Zeit – Irrtum: Bei einem Brand bleiben höchstens 120 Sekunden zur Flucht.
– Ein Rauchmelder im Flur reicht – Irrtum: Rauchmelder gehören mindestens in alle Flure, Schlaf- und Kinderzimmer, in Berlin und Brandenburg auch in alle Aufenthaltsräume außer der Küche.
– Die Rauchmelderpflicht gilt nur für Vermieter, nicht für Eigentümer im selbstgenutzten Wohnraum – Irrtum: Die Pflicht gilt für alle Eigentümer!
– Ich bemerke den Brand rechtzeitig – Irrtum: Nachts schläft auch der Geruchssinn, man wird bei einem Brand nicht wach.
– Qualität von Rauchmeldern erkennt man allein am CE-Zeichen – Irrtum: Gute Rauchmelder tragen zusätzlich das Qualitätszeichen „Q“.

Claudia Groetschel, Forum Brandrauchprävention e. V.
Wolfgang Duveneck, Verein zur Förderung des Brandschutzes e. V.

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