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Bergung für einen „Pannen-Hubschrauber“

2020_06

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Wenn die Feuerwehr den Brandschutz an einer Einsatzstelle absichert oder an Bergungsarbeiten beteiligt ist, ist das nicht ungewöhnlich. Doch die hauptamtliche Wache der Feuerwehr Velbert beteiligte sich am 3. März 2020 an einer besonderen Bergungsaktion: Denn in Neviges galt es, einen notgelandeten Hubschrauber zu bergen. 

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Verlastung des Hubschraubers auf dem Tieflader. Foto: Feuerwehr Velbert

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Der "Superpuma" landet auf der Donnenberger Straße, um das Tragseil abzurüsten. Foto: Feuerwehr Velbert

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Die Verladung der demontierten Rotorblätter. Foto: Feuerwehr Velbert

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Hier hängt der defekte Eurocopter am Haken des Superpumas. Foto: Feuerwehr Velbert

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Fast geschafft - der Pannen-Hubschrauber ist auf dem Tieflader verlastet. Foto: Feuerwehr Velbert

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Gegen 11.39 Uhr rückten hauptamtliche Feuerwehrangehörige der Wehr mit zwei Löschfahrzeugen aus, um bei der Bergung eines defekten Polizeihubschraubers  den Brandschutz sicherzustellen. Denn die Maschine war aufgrund eines Defekts flugunfähig.

Außerplanmäßige Landung

Im Vorfeld des ungewöhnlichen Einsatzes stand ein Ausbildungsflug des fünfsitzigen Schulungshubschraubers der Bundespolizei war am Vortag. Weil im Laufe des Flugs technische Probleme auftraten, entschloss sich die Besatzung zu einer ungeplanten Landung. Daraufhin landete der Pilot den Airbus-Eurocopter EC 120 rund 700 m neben der Donnenberger Straße auf einer Wiese. Nach einer Überprüfung des Hubschraubers war schnell klar, dass ein Weiterflug ausgeschlossen ist. Stattdessen setzte man die Bergung der Maschine für den Folgetag an. Zuvor sicherte die Bundespolizei den Hubschrauber, da er nicht unbewacht in dem freien Gelände verbleiben sollte.

Vorbereitung der Bergung

Bevor der Hubschrauber geborgen werden konnte, bereitete ihn zunächst technisches Personal für den Abtransport vor. Dabei demontierten sie unter anderem die Rotorblätter. Die Vorbereitungen begannen bereits gegen 9.00 Uhr. Der weitere Plan sah dann vor, dass ein Transporthubschrauber des Typs „Superpuma“ den notgelandeten Eurocopter an den Haken nimmt, aus der Wiese hebt und anschließend auf der Donnenberger Straße absetzt. Dabei handelte sich sich definitiv um eine sehr seltene Aktion: Zwar hat sich der Superpuma bereits als Lastenträger beim Sandsack-Transport in Hochwasserlagen oder bei Waldbrand-Löscharbeiten im Sommer 2019 bewährt und ist somit auf solche Einsätze ausgelegt. Doch eine Hubschrauberbergung ist eine Seltenheit. Auf Anfrage schätzte ein Angehöriger der Bundespolizei, dass ein solcher Einsatz seit über 15 Jahren nicht mehr erfolgt war.

Nach einigen Anläufen konnte der Pilot den Hubschrauber sicher auf der Straße aufsetzen. Foto: Feuerwehr Velbert

Hubschrauber-Huckepack

Ebenfalls am Morgen benachrichtigte die Leitstelle der Kreispolizeibehörde Mettmann zusätzlich die Feuerwehr. Diese sollte bei um die Mittagszeit vorgesehenen Bergung den Brandschutz sichern. Nachdem die Feuerwehrangehörigen an der Einsatzstelle eintrafen, sicherten sie den Straßenabschnitt zwischen der Wohnbebauung und der Einmündung Alaunstraße. Dabei sperrten sie den Bereich für den Verkehr vollständig. Dann konnte es kurz darauf losgehen: Der Eurocopter, der rund eine Tonne auf die Waage bringt, baumelte am Haken des Superpuma. Dieser hob mit seiner schweren Last ab und setzte sich langsam in Bewegung, wobei der böige Wind dem Piloten die Aufgabe erschwerte. Doch nach einigen Anläufen war es geschafft: Die Maschine stand auf der Fahrbahn und konnte, nachdem Rollen an den Kufen angebracht waren, auf einem Tieflader verlastet werden.

Währenddessen bargen Angehörige der Bundepolizei  die drei ca. 4 m langen und jeweils rund 35 kg schweren Rotorblätter. Diese trugen sie zu Fuß durch das Gelände und dann über einen Feldweg zur Straße. Während der gesamten Aktion war noch ein dritter Hubschrauber zur Dokumentation vor Ort.

Für die Feuerwehr Velbert endete der Einsatz mit der Abfahrt des Tiefladers gegen 14.00 Uhr.

Feuerwehr Velbert
Reinhard Lüdeke

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